Ein ehemaliges Erzbistum
Die Geschichte des Bistums Mainz
In der römischen Grenzstadt Moguntiacum am Rhein gab es seit dem späten 2. Jahrhundert eine christliche Gemeinde. Etwa seit dem 4. Jahrhundert ist Mainz Bischofssitz. Der Missionar Winfried Bonifatius (ca. 672/75 - 754) aus dem südenglischen Wessex, seit 732 Erzbischof, übernahm um 745/48 das Bistum Mainz und schuf die Grundlage, dass Mainz Sitz eines der größten und angesehendsten Diözesen des Abendlandes werden konnte. Unter seinem Amtsnachfolger Lullus wurde das Bistum zum Erzbistum erhoben.Mainzer Erzbischof beeinflusste entscheidend die Königswahl
In den folgenden Jahrhunderten reichte der Einfluss von Mainz zeitweise von Straßburg über Chur bis nach Olmütz, Prag, Brandenburg und Havelberg. Seit Erzbischof Willigis (975-1011), dem Erbauer des Mainzer Doms, blieb das Amt des Mainzer Erzbischofs mit dem des Erzkanzlers des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verbunden. Der Mainzer Erzbischof war der erste der sieben Kurfürsten des Reiches und beeinflusste entscheidend die Königswahl.
1514 wurde Albrecht von Brandenburg (Amtszeit: 1514-1545), der bereits Oberhirte des Erzbistums Magdeburg und Administrator des Bistums Halberstadt war, zum Erzbischof von Mainz gewählt. Für die Erlaubnis einer derartigen Anhäufung von Ämtern hatte er der Kurie in Rom erhebliche Gebühren zu entrichten. Das nötige Geld wurde u.a. vom Dominikanerprediger Johann Tetzel durch den Verkauf von Ablässen (Nachlass von Sündenstrafen) herbeigeschafft: Dieser Handel war 1517 Anlass für einen Protest von Martin Luther, Augustinermönch und Theologieprofessor in Wittenberg, und damit einer der Auslöser der Reformation in Deutschland. Die Französische Revolution und ihre (kriegerischen) Folgen brachten Ende des 18. Jahrhunderts den Zusammenbruch des Erzbistums Mainz und seines Metropolitanverbands.
© Bistum Magdeburg
Das Wappen des Bistums Mainz.Mainz wurde 1942 total zerstört
In der Zeit des nationalsozialistischen Regimes (1933 - 1945) erlitt auch das kirchliche Leben im Bistum Mainz vielfache Einschränkung, Zerschlagung und Verfolgung. Bischof Albert Stohr (Amtszeit: 1935 - 1961) sprach öffentlich deutliche Worte gegen die Angriffe auf die Kirche und ihre Einrichtungen, aber auch gegen die Ermordung des sogenannten „lebensunwerten Lebens“. Nach dem Krieg stellte sich dem Bistum die Aufgabe des Neuaufbaus (die Stadt Mainz wurde 1942 total zerstört) und der Integration vieler Heimatvertriebener.
Über die Grenzen des Bistums Mainz hinaus bekannt wurde der Nachfolger von Bischof Stohr, Bischof Hermann Kardinal Volk (Amtszeit: 1962-1982). Er spielte beim Zweiten Vatikanischen Konzil in Rom (1962 - 1965) und seinen Reformen eine wichtige Rolle und setzte sich besonders für das ökumenische Gespräch ein.
Am 2.Oktober 1983 empfing Prof.Dr.Dr.Karl Lehmann die Bischofsweihe im Hohen Dom zu Mainz. Seit September 1987 ist er Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Am 28.1.2001 hat ihn Papst Johannes Paul II. zum Kardinal ernannt. zum Anfang
