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Bistum Speyer  Seite drucken

Paul Josef Nardini

Der selige Paul Josef Nardini.
© Bistum Speyer

Eine herausragende Seelsorgergestalt

Er war eine herausragende Seelsorgergestalt und ein sozialer Vorkämpfer in der Zeit der beginnenden Industrialisierung: Pfarrer Paul Josef Nardini, Ordensgründer der Schwesterngemeinschaft der "Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie" (Mallersdorfer Schwestern).

Nardini lebte von 1821 bis 1862. Er war Priester des Bistums Speyer und seit 1851 Pfarrer in der damals jungen Industriestadt Pirmasens. Bereits zu Lebzeiten galt er als "Armenvater". Nardini bemühte sich darum, dass große soziale Elend zu bekämpfen und dem religiösen Leben neuen Aufschwung zu geben. 1855 gründete er die Gemeinschaft der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie; sie kümmerte sich um verwahrloste Kinder und um alte und kranke Menschen. Der zumeist als Mallersdorfer Schwestern bezeichnete Orden hat seit 1869 sein Mutterhaus im niederbayerischen Mallersdorf, das zum Bistum Regensburg gehört. Paul Josef Nardini starb 1862 im Alter von nur 40 Jahren.

Im Oktober 2006 wurde der Pirmasenser Pfarrer als erster Pfälzer selig gesprochen. In seiner Predigt zur Seiligsprechung betonte Kardinal Friedrich Wetter, der wie der neue Selige Pfälzer ist und Bischof von Speyer war, Nardini sei ein Geschenk für die Menschen gewesen; er sei es "auch für uns heute". "Wir alle spüren", so der Kardinal, "dass Gott mit dem Geschenk des neuen Seligen an unsere Herzen klopft und uns zeigt, worauf es in unserem Leben ankommt." Für Nardini sei Gott das Zentrum gewesen. So habe er "mit brennendem Herzen" Gottes Liebe weiterschenken können. Zum Auftakt des Gottesdienstes hatte der Speyerer Bischof Anton Schlembach erklärt, durch die Seligsprechung werde Nardini den Gläubigen zum Freund, Vorbild und zum Fürsprecher bei Gott gegeben.

Premiere

Die Seligsprechung im Speyerer Dom war eine Premiere: Erstmals in Deutschland stand - mit Kardinal Wetter - ein Gesandter des Papstes einer solchen Feier vor. Benedikt XVI. hatte im vergangenen Jahr entschieden, dass anders als bei Heiligsprechungen der Papst Seligsprechungsfeiern nicht persönlich vorstehen solle und dass die Feier in dem Bistum stattfinden solle, das den Seligsprechungsprozess betrieben habe. Seligsprechungen auf deutschem Boden hatte es zuletzt 1996 durch Papst Johannes Paul II. gegeben.

Bistum Speyer/KNA
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