Noah und die Arche

Wir entdecken die Bibel: das Buch Genesis
Die Menschen kümmerten sich schon lange nicht mehr darum, was Gott von ihnen erwartete. Sie waren boshaft, neidisch und gewalttätig. Doch es gab einen, der gut und gerecht war. Er hieß Noah. Gott war zornig über die verdorbenen, bösen Menschen und sagte zu Noah: „Die Menschen haben mit ihrer Grausamkeit meine Welt verdorben. Ich werde deshalb eine Flut schicken, die alles zerstören soll. Du aber liebst mich und bist gut zu deiner Familie. Deshalb möchte ich mit dir einen Bund schließen und dich und deine Familie schützen.“ Gott beauftragte Noah, ein großes Schiff zu bauen, eine Arche. Noah sollte es aus festem Holz herstellen und es mit wasserdichtem Erdpech versiegeln. Dann trug Gott Noah auf, Gehege und Ställe für alle Landtiere und Vögel zu bauen und zwei von jeder Art mit auf die Arche zu nehmen. Viele Menschen, die vorbeikamen, machten sich über das riesige Schiff auf dem Land lustig. Doch Noah warnte sie vor der großen Flut. Und er riet ihnen, umzukehren und Gott wieder zu gehorchen. Doch niemand hörte auf ihn.Das Wasser stieg immer höher
Als die Arche fertig war, brachten Noah, seine Frau, ihre drei Söhne und deren Frauen Nahrung für sich und die vielen Tiere aufs Schiff. Gott trug Noah auf, mit seiner Familie und allen Tieren auf die Arche zu gehen. Denn bald würde der große Regen einsetzen. Als die Menschen und Tiere sicher an Bord waren, begann es zu regnen – viele Tage und Nächte lang. Bäche und Flüsse schwollen an, und das Wasser stieg höher und höher. Schließlich schwamm die Arche. Bald reichte das Wasser bis an die höchsten Berge heran. Für die unvernünftigen Menschen, die nicht auf Noahs Rat gehört hatten, gab es keine Rettung mehr.
Endlich hörte es auf zu regnen
Als der Regen nach sechs Wochen aufhörte, begann der Wasserspiegel allmählich zu sinken. Und eines Tages fand die Arche wieder Grund. Sie stand auf einem Berg. Noah schickte eine Taube los. Sie sollte auskundschaften, ob das Land schon trocken war. Doch über der ganzen Erde stand noch Wasser. Nach sieben Tagen flog die Taube wieder aus. Und diesmal kam sie mit einem frischen Olivenzweig im Schnabel zurück. Nach weiteren sieben Tagen kehrte die Taube nicht mehr zur Arche zurück. Da wusste Noah, dass die Flut vorbei war und Menschen und Tiere das große Schiff verlassen konnten.
Der Regenbogen als Zeichen Gottes
Wie freuten sich die vielen Tiere und Noahs Familie, endlich wieder an Land zu sein. Sie dankten Gott. Er hatte sie beschützt und ihnen einen neuen Anfang geschenkt. Gott segnete Noah und seine Familie und sprach: Bevölkert die ganze Erde! Geht gut mit meiner Schöpfung um und sorgt für Mensch und Tier. Ich verspreche euch, dass ich nie wieder eine Flut schicken werde. Solange die Erde besteht, sollen Tag und Nacht, Hitze und Kälte, Sommer und Winter wechseln. Im Frühling sollt ihr säen und im Herbst ernten.“ Dann ließ Gott am Himmel einen wunderschönen Regenbogen erscheinen und sagte: „Immer, wenn ihr einen Regenbogen seht, sollt ihr an mein Versprechen denken.“
Liebe Kinder,
die Geschichte von der großen Flut hört sich bedrohlich an. Gott, der doch die Menschen liebt, lässt alle in den Fluten ertrinken – bis auf Noah und seine Familie. Ihr versteht diese Geschichte vielleicht besser, wenn ich euch ein wenig von ihrer Entstehung erzähle.
Gott liebt uns Menschen
Vor 3.000 Jahren glaubten die Menschen an böse und gute Götter, die ständig miteinander kämpften. Die Leidtragenden waren dabei die Menschen. Doch das Volk Israel begann, an einen einzigen Gott zu glauben. Und sie machten sich von ihm ihre eigenen Vorstellungen. Sie glaubten: Wenn die Menschen boshaft und grausam sind, muss Gott sie bestrafen. Sie glaubten aber auch, dass gottesfürchtige, gerechte Menschen von Gott verschont blieben. Und sie stellten eine Verbindung zwischen Naturkatastrophen wie Überflutungen, Erdbeben oder Feuersbrünste und der Schuld der boshaften, grausamen Menschen her. Diese Vorstellungen haben auch die geprägt, die die Geschichte von der großen Flut aufgeschrieben haben. Doch da war auch noch das Bild des liebenden, verzeihenden Gottes. Der schickt einen Regenbogen als Zeichen des Friedens. Die Menschen damals lernten um. Sie stellten sich Gott als einen vor, der liebt und Leben bewahrt.
Wie Menschen mit Gottes Schöpfung umgehen
Es ist also im Grunde eine Mut machende Geschichte. Denn Gott hat gesagt, dass sich Tag und Nacht, Hitze und Kälte, Sommer und Winter, Saat und Ernte abwechseln sollen. Gottes Geschenk sichert das Überleben auf der Erde. Leider missachten Menschen auf aller Welt immer wieder dieses wertvolle Geschenk. Die Abgase der vielen Autos und Fabriken vergiften die gesunde Luft. Das hat Auswirkungen auf unser Klima. Wir verbauen jedes Stückchen Land und nehmen den Flüssen und Bächen ihren natürlichen Lauf. Wenn dann bei starken Regenfällen der Wasserspiegel steigt, werden ganze Städte überflutet. Wir produzieren in den reichen Ländern zu viele Lebensmittel und verändern sie mit unnatürlichen Zusatzstoffen. Das macht die Menschen krank und dick. Unzählige Tonnen Nahrungsmittel werden vernichtet. Und in den armen Ländern Afrikas, Südamerikas und Asiens haben die Menschen noch nicht einmal das Nötigste zum Überleben.
Menschen und Tiere gehören zusammen
Und noch ein Gedanke zur Geschichte von der großen Flut: Gott hat Noah aufgetragen, von jeder Tierart ein Paar mit auf die Arche zu nehmen. Menschen und Tiere gehören also zusammen. Das ist der Wille Gottes. Doch jedes Jahr sterben viele Tier- und Pflanzenarten aus. Weil wir Menschen ihnen keinen Lebensraum überlassen. Weil Tiere gejagt und ihre Felle für teures Geld verkauft werden. Weil Menschen zulassen, dass Hühner und Schweine in enge Ställe gepfercht, gemästet und in Massen geschlachtet werden.
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