Die Pastoralen Räume im Bistum Limburg werden neu strukturiert
Zusammenarbeit im pastoralen Raum soll verbindlicher werden
LIMBURG (ids). - Die Seelsorge in den Pfarrgemeinden des Bistums Limburg soll im Lauf dieses Jahres neu geordnet werden. Nach Beratungen im Diözesansynodalrat und Gesprächen mit den Bezirksdekanen hat der Limburger Bischof Franz Kamphaus die Absicht, die seit 1998 bestehenden 105 Pastoralen Räume teilweise neu zu strukturieren und ihre Zahl auf 77 zu reduzieren.Entsprechende Optionen des Bischofs wurden den elf Bezirken des Bistums jetzt übermittelt. Sie sollen bis Anfang Juni dort und in den Gemeinden beraten werden. Mit den Ergebnissen wird sich der Diözesansynodalrat noch vor der Sommerpause befassen und dem Bischof eine Empfehlung geben. Im Herbst sollen die Zahl und Struktur der Pastoralen Räume endgültig festgelegt werden. Mit der Neustrukturierung der Pastoralen Räume wird dann auch verbindlich die Zusammenarbeit der Pfarrgemeinden im Pastoralen Raum geregelt, die nach zwei Modellen möglich ist. Neu sind verbindliche Formen der Zusammenarbeit der Verwaltungsräte der Kirchengemeinden, die für die Finanzierung der gemeinsamen Vorhaben und Projekte im Pastoralen Raum zuständig sind. Die in der Seelsorge tätigen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden künftig auf Ebene des Pastoralen Raums und nicht mehr in einzelnen Pfarrgemeinden eingesetzt.
Mit der Neustrukturierung der Pastoralen Räume sollen auf Basis der seit
1998 gemachten Erfahrungen vor allem auch Impulse für eine erneuerte Seelsorge in den Gemeinden gesetzt werden, die sich stärker an der Lebenswirklichkeit der Katholiken orientiert. Verbindliche Formen der Zusammenarbeit im Pastoralen Raum können nach Auffassung der "Lenkungsgruppe Pastoral" im Bischöflichen Ordinariat den Trend zur Besitzstandswahrung durchbrechen und die gemeinsame Planung und Gestaltung der Seelsorge fördern. Unter anderem hatte die als unklar empfundene Abgrenzung zwischen Pfarrgemeinderäten und Pastoralausschuss vielfach eine Erneuerung behindert.
Gefördert wird die Seelsorgearbeit nach den Erfahrungen der letzten Jahre auch durch eine Mindestgröße des Seelsorgeteams. Im Pastoralen Raum arbeiten nicht nur die Territorialpfarreien zusammen, eingebunden sind auch Einrichtungen der so genannten Kategorialseelsorge, wie zum Beispiel die muttersprachlichen Gemeinden. Im Anschluss an seine Visitation in Frankfurt hatte Bischof Franz Kamphaus darauf hingewiesen, dass die Zusammenarbeit von Gemeinden im Pastoralen Raum die Möglichkeit eröffne, Schwerpunkte in der Seelsorgearbeit zu setzen und die einzelne Gemeinde von einer Allzuständigkeit zu entlasten.
Nötig geworden war die Überprüfung der Pastoralen Räume auch, weil die entsprechenden rechtlichen Regelungen für die Erprobungsphase im Laufe des Jahres 2004 ausgelaufen waren. Insgesamt gibt es im Bistum Limburg 367 Gemeinden, die zur Zeit in 105 Pastoralen Räumen und 11 Bezirken organisiert sind.
In der Gemeinde und Kategorialseelsorge arbeiten im Bistum Limburg insgesamt
651 Priester, Ordensleute, Diakone und hauptamtliche pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Bistum Limburg lebten Ende 2003 insgesamt 639.214 Katholiken, 1994, als die Planung der Pastoralen Räume begann, waren es noch 758.105.
Eine neue Bedeutung erhalten die Pastoralen Räume auch durch Sparmaßnahmen wegen der stark zurückgehenden Kirchensteuereinnahmen. Im Rahmen von "Sparen und Erneuern" werden im Bereich der Gemeindeseelsorge 25 Personalstellen bis zum Jahr 2008 abgebaut. Zusätzlich zu dieser bereits Ende 2003 beschlossenen Einsparung von 18 Millionen Euro verlangt der Diözesankirchensteuerrat bis
2007 weitere Einsparungen in Höhe von 14 Millionen Euro, von denen die Kirchengemeinden voraussichtlich besonders betroffen sein. Eine Umsetzung der nötigen Sparmaßnahmen wird in den meisten Fällen nur auf Ebene des Pastoralen Raums möglich werden. Aus diesem Grund hat die Umstrukturierung der Pastoralen Räume auch Vorrang vor der Zusammenlegung von Kirchengemeinden, die im Rahmen von "Sparen und Erneuern" angestoßen worden war. Laufende Zusammenlegungsprozesse sollen bis 2007 abgeschlossen werden, weitere werden sich bei der Neubildung der Pastoralen Räume ergeben oder anschließend vom Bischöflichen Ordinariat angestoßen werden.









