Uganda: Caritas-Mitarbeiter bei Hilfs-Einsatz getötet
Hinterhalt der LRA vermutet - "Norduganda wird allein gelassen"
Freiburg, 26. Oktober 2005.Auf dem Weg zu einer Verteilung von Hilfsgütern ist heute Morgen ein Mitarbeiter der Caritas Uganda erschossen worden. Es wird vermutet, dass es sich um einen Hinterhalt der Lord's Resistance Army (LRA) handelte. Ein zweiter Mitarbeiter konnte nach dem Überfall flüchten."Wir trauern um unseren Mitarbeiter Okot Stelyn, der sein Leben im Einsatz für die Opfer des Bürgerkrieges ließ", so Dr. Martin Salm, Leiter von Caritas international. Der Überfall zeige erneut, dass die internationale Gemeinschaft nicht länger die Augen vor der Gewalt in Norduganda verschließen dürfe. Die Bundesregierung müsse sich noch energischer auf internationaler Eben für eine friedliche Lösung des Konfliktes einsetzen und den politischen Druck auf die ugandische Regierung verstärken. "Die Not leidenden Menschen in Norduganda", so Salm, "werden seit fast 20 Jahren allein gelassen."
Der Überfall kam überraschend, da in den vergangenen Wochen kaum Kämpfe zwischen LRA und ugandischen Regierungssoldaten gemeldet worden waren. Caritas-Mitarbeiter waren zuletzt im Mai in der zwischen Rebellen und Regierungstruppen heftig umkämpften Region angegriffen worden. Ende Dezember waren Friedensverhandlungen gescheitert. Im Oktober hatte der Internationale Strafgerichtshof gegen fünf militärische Führer der LRA einen weltweiten Strafbefehl erlassen. Zuletzt waren Teile der LRA im Kongo vermutet worden.
Der Bürgerkrieg in Norduganda ist der längste ununterbrochene Bürgerkrieg in Afrika und dauert seit 19 Jahren an. In Norduganda leben 1,4 der 1,6 Millionen Einwohner in Flüchtlingslagern, meist auf Druck der Regierung. Caritas international kümmert sich u. a. um Flüchtlinge sowie seit sechs Jahren im "Pajule Centre" um ehemalige Kindersoldaten.
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