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Reaktionen 04.12.07 Seite drucken

Positive Reaktionen auf neue Papst-Enzyklika

Brief mit Glückwünschen und Kirchenbriefkopf
© Waugsberg/Wikipedia/KNA/katholisch.de
Die neue Enzyklika von Benedikt XVI. stößt auf ein positives Echo.

Katholische und evangelische Vertreter würdigen das Schreiben "Spe salvi"

Deutsche Bischöfe und die evangelische Kirche haben die neue Enzyklika von Papst Benedikt XVI. gewürdigt. Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann sprach von einem "großen und eindrucksvollen Dokument des katholischen und weithin auch des christlichen Verständnisses über die Hoffnung". Der "zugleich meditative und reflexive" Text ziele "auf eine große Ermutigung im Zeichen der christlichen Hoffnung", erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Freitag in Bonn.

Das am gleichen Tag im Vatikan verbreitete Dokument trägt den lateinischen Titel "Spe salvi" (Auf Hoffnung hin sind wir gerettet). In die Enzyklika seien "viele Erkenntnisse aus der Diagnose unserer Gegenwart, den theologischen Disziplinen, philosophischen Überlegungen und verschiedenen Zeugnissen aus Geschichte und Gegenwart" eingegangen, betonte Lehmann. Die deutschen Bischöfe dankten dem Papst "für diese wertvolle Unterstützung im Umgang mit unserem Glaubensbekenntnis".

Geistlicher Impuls

Von einem wichtigen geistlichen Impuls sprach der Hamburger Erzbischof Werner Thissen. Die Enzyklika entfalte die christliche Hoffnung auf ewiges Leben und lege anschaulich dar, dass diese nicht individualistisch, sondern nur gemeinschaftlich gedacht werden könne, so Thissen in einem Beitrag für das "Hamburger Abendblatt" (Freitag). Der Papst weise mit Theodor Adorno auf die "Zweigesichtigkeit des Fortschritts" hin, der neue Möglichkeiten zum Guten biete, aber auch abgründige Möglichkeiten des Bösen eröffne. Christliche Hoffnung habe nicht in erster Linie mit der Optimierung von Strukturen zu tun. Diese dürften die Freiheit des Menschen nicht außer Kraft setzen, zitiert Thissen aus der Enzyklika.

Als einen "erfreulichen Text" wertete die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) die Enzyklika. Das Schreiben lese sich nicht wie ein Dekret, sondern wie eine Einladung zum Gespräch über Glaube, Liebe und Hoffnung, erklärte der Catholica-Beauftragte der VELKD, Bischof Friedrich Weber, in Hannover. Die lutherische Kirche könne dem Inhalt über weiteste Strecken vorbehaltlos zustimmen.

"Mehr Einendes als Trennendes"

Das Lehrschreiben belege die ökumenische Einsicht, "dass die evangelisch-lutherische und die römisch-katholische Kirche sehr viel mehr eint als trennt", betonte der Braunschweiger Bischof. Die katholische Lehre von der Hoffnung gehöre zu den Dingen, die die Kirchen verbinde. In der Enzyklika würden die besonderen katholischen Akzente nicht ausgeblendet, "aber einladend interpretiert". Sie begründe etwa die Bedeutung der guten Taten für das ewige Leben und die Fegefeuer-Vorstellung mit der Notwendigkeit, Gottes Gnade und seine Gerechtigkeit ins rechte Verhältnis zu setzen.

Die Kirchenvolksbewegung würdigte einerseits ein "eindrucksvolles und eingängiges Dokument", das an die Christenheit appelliere, sich im Dialog mit der Gegenwart der Grundlagen christlicher Hoffnung wieder sehr viel deutlicher bewusst zu werden. Der geforderten "Selbstkritik der Neuzeit" werde dabei auch eine "Selbstkritik des neuzeitlichen Christentums" gegenübergestellt, heißt es. Kritisch bewertet die Initiative, dass der Papst keinerlei Bezug auf das Zweite Vatikanische Konzil und seine Erklärungen über die christliche Hoffnung nehme. Zu wenig kritisch setze der Papst sich auch mit den Strukturen innerhalb der katholischen Kirche auseinander; auch sie könnten die Freiheit des Menschen bedrohen und einschüchtern.

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