Gott ruft Abraham

Wir entdecken die Bibel: das Buch Genesis
Abraham wird von Christen, Juden und Muslimen als „Vater des Glaubens“ verehrt. Er wurde in Ur, südlich des Flusses Eufrat, geboren. Das liegt im heutigen Süd-Irak. Später siedelte Abraham zur Stadt Haran über. Dort führte er ein unbeschwertes Leben. Denn er war wohlhabend, und ihm gehörten große Schaf- und Ziegenherden. Eines Tages hörte Abraham die Stimme Gottes: „Geh in das Land Kanaan!“, forderte Gott ihn auf. „Ich werde dich zum Stammvater eines großen Volkes machen und dich segnen. Und du sollst ein Segen für alle Menschen sein.“Abraham macht sich auf den Weg
Abraham dachte darüber nach, wie beschwerlich der Weg durch die Wüste werden würde. Bestimmt kam ihm dabei auch der Gedanke, zu Hause in Haran zu bleiben. Denn er und seine Frau Sara fühlten sich dort wohl. Auf der Wanderschaft hingegen müssten sie viele Strapazen auf sich nehmen und nachts in Zelten schlafen. Doch Abraham vertraute auf Gott und tat dessen Willen. Es dauerte nicht lange, da war alles vorbereitet. Abraham und Sara machten sich auf den langen Weg nach Kanaan. Ihr Neffe Lot begleitete sie. Auch ihre Knechte, Mägde und Hirten gingen mit. Sie luden das Gepäck auf die Esel und führten die Schaf- und Ziegenherden.
Endlich Weideland für die Herden!
Nur langsam kamen sie vorwärts. Die Sonne brannte heiß auf Menschen und Tiere herab. Und alle waren froh, wenn sie am Abend zu einer Wasserstelle kamen. Als sie endlich das Land Kanaan erreicht hatten, zogen sie noch eine Weile umher – auf der Suche nach fruchtbarem Weideland für ihre Herden. Es dauerte nicht lange, bis sie saftige, satte Wiesen gefunden hatten. Abraham lobte Gott und dankte ihm, dass er sie sicher durch die große Wüste geführt und beschützt hatte. Und Gott segnete Abraham.
Abraham und sein Neffe trennen sich
Als die Schaf- und Ziegenherden das Weideland kahl gefressen hatten, zogen Abraham, Sara, Lot, ihre Knechte, Mägde, Hirten und Tiere weiter. Schließlich fanden sie neues Weideland. Doch es kam zum Streit zwischen Abrahams und Lots Leuten. Jeder wollte der erste sein, der die Quelle erreichte, um die Herden seines Herrn zu tränken. Abraham gefiel das nicht, und er sagte zu Lot: „Es ist nicht gut, dass deine und meine Leute streiten. Wir haben zu viele Tiere, um zusammen hier zu bleiben. Lass uns die Herden aufteilen und getrennte Wege gehen. Du darfst aussuchen, in welche Richtung du gehen möchtest.“
Gott verspricht Abraham viel Land
Lot schaute sich um. Sein Blick blieb an dem grünen, fruchtbaren Jordantal hängen. Dort gab es viel mehr Weideland und Wasser als im trockenen Bergland des Westens. Lot entschied sich für den Weg ins Tal und verabschiedete sich von seinem Onkel. Als Lot, seine Begleiter und Herden hinter dem Horizont verschwunden waren, sprach Gott zu Abraham: „Schau dich in alle Himmelsrichtungen um! Ich werde dir und deinen Nachkommen alles Land geben, das du sehen kannst.“ Abraham dankte Gott. Mit seiner Frau, seinen Begleitern und seinen Herden machte er sich auf den Weg ins karge Bergland des Westens.
