Gottes Willen befolgen

Neue Wege gehen wie Abraham
Lauras Mutter liest den Kindern die Geschichte von Abrahams Wanderschaft vor. "Das war bestimmt nicht leicht für Abraham, seine Heimat zu verlassen und in ein fremdes Land zu wandern", meint Laura anschließend. "Das hätte ich nie gemacht. Er hatte es in Haran doch gut. Warum nahm er da bloß die ganzen Strapazen auf sich?", wundert sich Lukas."Ja, das Wanderleben war bestimmt sehr unbequem und mühsam", meint Lauras Mama. "Aber Abraham nahm all dies in Kauf, weil er Gott gehorchen wollte." "Das könnte ich nie!", ruft Laura. "Papa und dich, Oma und Opa, unsere Verwandten und natürlich Lukas und meine anderen Freunde verlassen, um in ein anderes Land zu ziehen." "Das würde Gott auch nicht von dir verlangen", antwortet ihre Mama und sagt dann: "Und trotzdem können wir so sein wie Abraham. Auch wenn wir hier in unserer Stadt bleiben."
"So sein wie Abraham?", fragt Lukas erstaunt. Lauras Mama erklärt: "Es gibt unter uns Menschen, die so sind wie Abraham. Sie befolgen Gottes Willen, gehen ganz neue Wege und werfen ihre alten Gewohnheiten über Bord." "Kennst du denn solche Menschen?", möchte Laura wissen. "Ja", antwortet ihre Mama. Und sie erzählt:
Verschuldeten Familien helfen
"Herr Weber zum Beispiel ist ein Abraham-Mensch. Er ist mein Kollege und arbeitet in unserer Firma als Buchhalter. Abends, wenn andere es sich vor dem Fernseher gemütlich machen, besucht er Kollegen und ihre Familien, die Schulden gemacht haben und damit nicht mehr klarkommen.
Herr Weber hilft ihnen, indem er mit ihnen gemeinsam einen Plan aufstellt, wie viel Geld sie höchstens in der Woche ausgeben dürfen. Er geht mt ihnen zur Bank und kann so oft das Schlimmste abwenden. Denn er ist bei der Bank gut angesehen. Einen besseren Fürsprecher könnten diese Familien sich gar nicht wünschen. Und das alles macht er ohne Bezahlung und ohne groß darüber zu reden."
Auf die Disco verzichten
Laura und Lukas staunen. Und Lukas fragt: "Gibt es noch mehr Abraham-Menschen?" "Ja, Schwester Anja zum Beispiel", antwortet Lauras Mutter. "Sie arbeitet auf der Kinderstation unseres Krankenhauses.
Wenn andere Mädchen in die Disco gehen, sitzt sie nach Dienstschluss bei den kranken Kindern am Bett, liest ihnen vor und spielt mit ihnen, bis sie eingeschlafen sind. Es sind Kinder, die selten von ihren Eltern besucht werden. Und auch Anja tut all dies freiwillig und ohne zusätzliche Bezahlung."
Ausländischen Kindern helfen
Lukas überlegt eine Weile. Dann meint er: "Ist meine Cousine Kathrin auch ein Abraham-Mensch?" "Ich weiß nicht, ich kenne Kathrin nicht. Aber erzähl mal!", sagt Lauras Mutter. "Kathrin hat eine türkische Freundin, die sie oft besucht", erzählt Lukas.
"Und mittlerweile geht Kathrin dreimal in der Woche in das große Mietshaus, wo die vielen türkischen Familien wohnen. Dann macht sie mit allen Kindern aus dem Haus die Hausaufgaben. Und sie übt mit ihnen vor jeder Klassenarbeit. Obwohl Kathrin in der Schule so gut ist, dass sie richtigen Nachhilfeunterricht gegen Bezahlung geben könnte." "Du hast recht", meint Lauras Mama, "Kathrin ist auch ein Abraham-Mensch."
