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Auslandsseelsorge Bild: ©katholisch.de Seite drucken

Wachsende Bedeutung der Auslandsseelsorge

Mobile Gesellschaften erfordern neue Formen der Seelsorge

Das Fazit von Prälat Peter Prassel klingt durchweg optimistisch. "Trotz Einsparungen im Haushalt", so der Leiter des Katholischen Auslandssekretariats der Deutschen Bischofskonferenz (KAS) im Jahresbericht 2004, "ist es gelungen, neue Stellen in Shanghai, New York und Antalya zu eröffnen." Erste Erfahrungen zeigten, dass die Angebote intensiv genutzt würden.

Für Prassel gibt es keinen Zweifel darüber, dass die Bedeutung er < Auslandsseelsorge mit der zunehmenden Mobilität wächst. Gerade an großen Wirtschaftsstandorten wie etwa in Shanghai/China, aber auch in den großen touristischen Zielen seien künftig verstärkt deutschsprachige Seelsorgeangebote
erforderlich. Für den KAS-Leiter sind es nicht nur die pastoralen Angebote, die einen hohen Stellenwert in der täglichen Arbeit
haben.

Die deutschsprachigen Gemeinden leisten auch einen "wesentlichen und vielfältigen Beitrag zur Vermittlung deutschsprachiger Kultur im Ausland" - gleich ob in Kenia oder Nigeria, in Indien, Indonesien und Japan oder in Chile, Südafrika sowie in europäischen Metropolen wie London, Barcelona, Prag oder
Budapest. Darüber hinaus unterstützen die deutschsprachigen Gemeinden im Ausland rund 200 Hilfsprojekte, die von der Gefängnisseelsorge für Immigranten im thailändischen Bangkok bis zur Unterstützung eines Altenheims in kolumbianischen Bogota reichen.

Zurzeit unterhält das Katholischen Auslandssekretariats , wie die Statistik ausweist, weltweit zu 180 Diözesen Kontakt, in denen deutschsprachige Seelsorger arbeiten. Daneben werden in Rom und in Jerusalem sowie im norditalienischen Assisi, im portugiesischen Fatima und im südfranzösischen Lourdes 5 Pilgerstellen und an vier weiteren Orten Kurseelsorgestellen betreut.

Zum Personal, das gegenüber dem Vorjahr nahezu gleich geblieben ist, gehören neben 94 deutschen und 20 ausländischen Priestern auch 2 Diakone, 12
Ordensschwestern und rund 50 weitere Mitarbeiter, überwiegend Gemeinde- und Pastoralreferenten. Neben der klassischen Gemeindebetreuung gehören zum Aufgabenbereich des Katholischen Auslandssekretariats auch die Freizeit- und Touristen- sowie die Kreuzfahrtseelsorge.

Waren es zunächst vor allem Auswanderer, denen mit dieser Seelsorge der Übergang in die neue Heimat erleichtert werden sollte, so besteht die Arbeit heute vor allem in der pastoralen Unterstützung von Katholiken, die sich aus unterschiedlichen Gründen befristet im Ausland aufhalten - etwa als Arbeitnehmer in der Wirtschaft, als Mitarbeiter von Botschaften oder internationalen Organisationen, Stiftungen und Medien, aber auch
als Schüler, Studenten oder Urlauber.

Finanziert wird der KAS-Haushalt zu 85 Prozent vom Verband der Diözesen Deutschlands (VDD). Für die Kulturarbeit der Auslandsgemeinden gibt das Auswärtige Amt, das in den vergangenen Jahren seine Zuschüsse allerdings deutlich zurückgefahren hat, derzeit 14 Prozent der Gelder. Auch wenn Spenden noch einen verschwindend geringen Teil der Mittel ausmachen, ist Prassel überzeugt, dass "in Zeiten unvermeidbarer Haushaltsreduzierungen
diese Unterstützung immer mehr an Bedeutung gewinnt". Für Optimismus sieht der KAS-Leiter durchaus Grund. Immerhin sei das Spendenaufkommen in Deutschland 2004 gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen.

(C) KNA (Alle Rechte vorbehalten)

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