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Die Deutsche Kommission Justitia et Pax
Die Deutsche Kommission Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Frieden) ist eine Art "Runder Tisch" der katholischen Einrichtungen und Organisationen, die im Bereich der internationalen Verantwortung der Kirche in Deutschland tätig sind. Justitia et Pax ist deren gemeinsame Simme in Gesellschaft und Politik. So sollen die weltweiten Fragen von Gerechtigkeit und Frieden in der Gesellschaft unseres Landes wach gehalten werden.Justitia et Pax erarbeitet kirchliche Beiträge zur Entwicklungs-, Friedens- und Menschenrechtspolitik Deutschlands. Mit Parlament, Regierung, Parteien und gesellschaftlichen Kräften wird ein ständiger Dialog in diesen Frage geführt. Darüber hinaus entwickelt Justitia et Pax Konzepte für die internationale Arbeit der Kirche.
Zur Deutsche Kommission Justitia et Pax gehören mehrere Bischöfe, Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, leitende Mitarbeiter der Deutschen Bischofkonferenz und des Katholischen Büros, aus den Hilfswerken und von katholischen Organisationen sowie schließlich Experten für internationale Politik. Träger von Justitia et Pax sind die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken.
Gründung der Deutschen Kommission
1967 wurde in Rom der Päpstliche Rat Justitia et Pax gegründet und die Einrichtung von Justitia-et-Pax-Kommissionen überall in der Welt angeregt. In der Bundesrepublik Deutschland wurde diesem Aufruf bereits im gleichen Jahr durch die Einberufung des Katholischen Arbeitskreises Entwicklung und Frieden (KAEF) entsprochen. 1982 wurde der Name in Deutsche Kommission Justitia et Pax geändert.
Soziale Frage Entwicklung
Die internationale soziale Frage hat nichts von ihrer Dringlichkeit verloren. Weltweit leben etwa 1,3 Milliarden absolut Arme - Menschen, die nicht einmal ihre Grundbedürfnisse befriedigen können. Die Deutsche Kommission Justitia et Pax tritt dafür ein, dass die deutsche Entwicklungspolitik vor allem auf die Überwindung dieser globalen Massenarmut ausgerichtet wird.
Sie fordert, dass alle Bereiche der deutschen Politik in abgestimmter Weise prioritär die Interessen der Armen in den Entwicklungsländern berücksichtigen. Sie leistet einen Beitrag dafür, dass die weltweite Armut in Kirche und Gesellschaft eine höhere Aufmerksamkeit findet. Somit unterstützt sie auch die Bemühungen der Vereinten Nationen, bis zum Jahr 2015 wesentliche Meilensteine der Armutsbekämpfung erreicht zu haben, wie sie in der im Jahre 2000 verabschiedeten Millenniumserklärung festgehalten sind.
Die Deutsche Kommission Justitia et Pax engagiert sich entschieden für die Armutsbekämpfung durch Selbsthilfe. Arme müssen die Chance bekommen, ihre Lebensverhältnisse selbst zu verändern. Dem müssen Entwicklungszusammenarbeit, aber auch Wirtschafts- und Handelspolitik der Industrieländer dienen. Auf dieses Ziel hin müssen die Rahmenbedingungen - international und in den einzelnen Entwicklungsländern - gestaltet werden. Dafür sucht die Deutsche Kommission Justitia et Pax den politischen Dialog und die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Kräften.
Soziale Frage Frieden
Mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes, der auch die Regionen der "Dritten Welt" stark mitbestimmte, haben sich neue Chancen für friedliche Entwicklungen eröffnet. Zugleich sind neue Risiken entstanden und alte Konflikte wieder belebt worden. In dieser Situation will die Deutsche Kommission Justitia et Pax die kirchliche Friedenslehre fruchtbar machen und weiter entwickeln. Besondere Bedeutung kommt dabei heute auch den Fragen der Versöhnung und der Aufarbeitung belasteter Vergangenheit zu.
Justitia et Pax arbeitet im Kontakt mit Fachleuten verschiedener Disziplinen an Konzepten für eine Verbesserung der institutionellen und politischen Voraussetzungen für einen gerechten Frieden. Die Kommision bringt einen friedensethischen und friedenspolitischen Beitrag der Kirche in den Dialog mit der Politik ein und bemüht sich, in Zusammenarbeit mit den Partnern in den Krisenregionen konkrete kirchliche Beiträge für eine Überwindung von Krieg und Unversöhntheiten zu erbringen.
Sie organisiert den Dialog katholischer Organisationen, deren Mitglieder sich in unterschiedlichen Diensten für den Frieden engagieren (z.B. Soldaten und Kriegsdienstverweigerer). Justitia et Pax begleitet zudem - vor dem Hintergrund der neuen friedenspolitischen Herausforderungen - konzeptionell und organisatorisch die Weiterentwicklung bestehender und die Neuentwicklung katholischer Friedensdienste.
Soziale Frage Menschenrechte
In den meisten Ländern der Erde werden nach wie vor die Menschenrechte verletzt. Arme, Frauen und Minderheiten sind am stärksten gefährdet. In vielen Staaten stellen sich Kirche und Menschenrechtsorganisationen an die Seite der Opfer. Oft müssen sie deshalb selbst Verfolgung erleiden. Die Deutsche Kommission Justitia et Pax setzt sich ein für den Schutz der Opfer und der Menschenrechtsverteidiger.
Deshalb bemüht sich Justitia et Pax, bei konkreten Fällen von Menschenrechtsverletzungen Öffentlichkeit in Gesellschaft und Politik herzustellen. Die Kommission interveniert bei Regierungen, die selbst Menschenrechtsverletzungen begehen oder nicht energisch gegen die im eigenen Land geschehenden Übergriffe einschreiten.
Justitia et Pax dringt im Dialog mit der deutschen Politik auf eine Entwicklungs-, Außen- und Außenwirtschaftspolitik (z.B. Problematik der Waffenexporte), die verstärkt die Menschenrechte berücksichtigt. Zudem bemüht sich Justitia et Pax um die Weiterentwicklung der staatlichen und der kirchlichen Menschenrechtsarbeit, etwa im Bereich der Umsetzung der Menschenrechte von Frauen.
Dabei geht es nicht nur um die Verteidigung, sondern auch um die Förderung derMenschenrechte. Justitia et Pax organisiert den Dialog katholischer Einrichtungen, die sich für die Menschenrechte engagieren.
Die Vernetzung von Justitia et Pax
Effektives gesellschaftliches und politisches Engagement bedarf der Zusammenarbeit. Für Justitia et Pax hat hier die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) besondere Bedeutung. In der GKKE kooperieren Justitia et Pax und der Evangelische Entwicklungsdienst (EED). Gegenüber Regierung, Parlament, Parteien und gesellschaftlicher Öffentlichkeit ist die GKKE seit 1973 eine gemeinsame Stimme der beiden großen Kirchen in Deutschland.
Die Deutsche Kommission Justitia et Pax arbeitet auf nationaler Ebene zudem in verschiedenen Netzwerken von Nichtregierungsorganisationen (NRO) mit, so im Verband entwicklungspolitischer NRO (VENRO) und im Zusammenschluss menschenrechtlich aktiver NRO (Forum Menschenrechte).
Internationale Kooperation wird vor allem auf der Ebene der Justitia et Pax-Kommissionen praktiziert. Fast überall in der Welt haben die Bischofskonferenzen oder die Orden solche Kommissionen eingerichtet. Eine besonders enge Zusammenarbeit besteht zwischen den europäischen Kommissionen, die in der Europäischen Konferenz Justitia et Pax zusammengeschlossen sind.
