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Unterwegs mit den Schwestern vom guten Hirten

Eine thailändische Ordensschwester hält ein Baby im Arm.
© Kindermissionswerk Die Sternsinger
Eine thailändische Ordensschwester hält ein Baby im Arm.

Besonders die Kinder leiden unter der großen Armut im Nordosten Thailands

Mit dem Jeep geht es über staubige Straßen durch die karge Landschaft des thailändischen Nordostens. Dörfer und Reisfelder links und rechts der Piste wechseln einander ab. Issaan nennen die Thais diese Region, die die Ärmste des Landes ist – touristisch kaum erschlossen und wenig industrialisiert. Eine Herde Wasserbüffel überquert die Straße und lässt sich auch von dem heranbrausenden Jeep der Good Shepherd Sisters nicht aus der Ruhe bringen. Sister Pranee Sitti, die den Konvent in Nongkhai leitet, ihre Assistentin Antonia Symonds, eine freiwillige Mitarbeiterin aus Australien, und drei der für das Projekt angestellten Sozialarbeiterinnen im vorausfahrenden Wagen sind in Eile. Sieben von 40 Dörfern der Umgebung, in der die „Schwestern vom guten Hirten“ mit ihrem Ernährungs- und medizinischen Nothilfeprogramm aktiv sind, wollen heute erreicht werden.

"Wer kann, geht weg"

„Wer kann, geht hier weg und sucht in Bangkok Arbeit“, erzählen Sister Pranee und Antonia Symonds. Und es sind viele, die sich von ihren Familien lösen, um in der Hauptstadt Geld zu verdienen. Noch mehr als in anderen Landesteilen sticht die hohe Zahl der zerrissenen Familien im Issaan ins Auge. Väter, Mütter oder gleich beide Elternteile, die ihre Kinder verlassen haben; Mädchen und Jungen, die bei Großeltern, Tanten oder Nachbarn aufwachsen. „Ein großes Problem sind auch die Teenager-Hochzeiten“, so Antonia Symonds. „Es wird sehr jung geheiratet, schon kurze Zeit später kommen die ersten Kinder. Und bevor die zur Schule gehen, ist die Ehe schon in die Brüche gegangen.“

Kinder und Erwachsene auf einem alten Motorrad in Thailand.
© Kindermissionswerk Die Sternsinger


Vor allem für allein erziehende Mütter ist Armut programmiert. Mangelernährung und eine ungenügende medizinische Versorgung sind die Folge. Seit 1981 unterstützen die Schwestern die Bedürftigen in der Region mit Babynahrung, Vitaminen, Grundnahrungsmitteln und Medikamenten. Mindestens genauso wichtig ist der regelmäßige Kontakt zu den Menschen. Neben der persönlichen Fürsorge übernehmen die Schwestern auch die Verantwortung für die Aus- und Weiterbildung von Frauen. In einem eigens errichteten Trainingszentrum werden rund 100 junge Mütter unter anderem in praktischen Dingen wie Handarbeit und Landwirtschaft unterrichtet.

Rund 100 Kinder und deren Familien werden derzeit von den Schwestern gefördert. Rund 30.000 Euro stellten das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) aus Mitteln der Aktion Dreikönigssingen zur Verfügung. Damit das Projekt auch in den kommenden drei Jahren laufen kann.
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