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Weniger ist manchmal mehr

weihnachtsgeschenke
© KNA
Zu viele Geschenke führen zu einer Reizüberflutung bei den Kleinen und strapazierten Geldbeuteln bei den Großen.

Zu viele Geschenke überfordern die Kinder und strapazieren den Geldbeutel

Deutlich mehr als 300 Euro pro Kind geben Eltern in Deutschland für Weihnachtsgeschenke aus. Für Kleinkinder unter zwei Jahren sind es rund 160 Euro, für Kinder ab zwölf Jahren greifen Mütter und Väter allerdings mit mehr als 400 Euro deutlich tiefer in die Tasche. Dies sind Ergebnisse einer Umfrage der Gesellschaft für Erfahrungswissenschaftliche Sozialforschung (Gewis).

Zu viel Spielzeug überfordert

Barbiepuppen, Monsterburgen und Action-Spiele für die Kleinen, Playstation, Handy und die neueste Staffel der TV-Lieblingsserie für die Großen: Die Geschenkeflut zu Weihnachten strapaziert nicht nur die Geldbörsen von Eltern und Großeltern. Kinder sind angesichts dieses Überangebotes völlig überfordert. Der weihnachtliche Konsumrausch macht vor den Kinderzimmertüren nicht Halt. Fürs Kind ist den schenkenden Eltern und Großeltern, Onkeln und Tanten oft nichts teuer genug. Doch Kinder sind damit überfordert. Sie sitzen inmitten aufgerissener Spielzeugverpackungen und wissen nicht, womit sie zu spielen beginnen sollen.

Ideal sind Spielsachen zum Ausbauen

Eltern sollten sich deshalb mit den Großeltern und Verwandten absprechen, was gekauft oder ergänzt werden kann. Zur Eisenbahn könnte einer den Schienenkreis mit einer Lokomotive, der andere eine Weiche und ein paar Zusatzschienen, der nächste eine Haltestelle oder einen Waggon schenken. Ideal sind ausbaufähige Spielsachen, zum Beispiel ein Puppenhaus, ein Bauernhof, eine Ritterburg oder ein Kaufmannsladen. Gut ist es in diesem Zusammenhang, beim Kauf von Spielzeug auf das Etikett zu schauen und auf Produkte aus Billiglohnländern zu verzichten.

Wunschzettel sind keine Bestelllisten

Dass Kinder viele Wünsche haben, ist ganz natürlich. Gerade vor Weihnachten flattern Massen an Spielzeugprospekten ins Haus. Da fällt einem Kind garantiert auch einen Tag vor Weihnachten noch ein brennender Wunsch ein. Welches sein Herzenswunsch ist, können Eltern klar erkennen. Sie sollten sich nur regelmäßig Zeit nehmen und ihr Kind beim Spielen beobachten. Je jünger die Kinder sind, desto eher gilt: Zu viele Geschenke überfordern und beschwören deshalb Langeweile geradezu herauf. Es ist dann vielleicht besser, einen Teil der Geschenke wegzupacken und erst einige Zeit später herauszuholen - vielleicht im Frühjahr, wenn es seit Tagen regnet und die Kinder nicht draußen spielen können.

Zeitgeschenke sind unschlagbar

Besonders kostbar ist geschenkte Zeit. "Eltern, Großeltern oder Paten könnten dem Kind einen lieben Brief schreiben und darin zum Ausdruck bringen, dass es etwas ganz Besonderes ist, dass es geliebt wird und dass man ihm viel Zeit schenken möchte", schlägt Pfarrer Alfons Gerhardt, Diözesan-Familienseelsorger im Bistum Fulda, vor. Hier weitere Ideen: An einem Wochenende mit dem Papa zelten; gemeinsam mit Mama einen Malkurs belegen; dem Kind das Schachspielen beibringen; zusammen ein Baumhaus bauen; sich mit den Kindern neue Koch- und Backrezepte ausdenken und ein eigenes Kochbuch gestalten; mit den Enkelkindern auf die Spuren der Vergangenheit gehen, alte Fotos anschauen und einen Familienstammbaum erstellen; das Patenkind übers Wochenende einladen; mit dem Partner ein Wochenende zu zweit verbringen. "Solche Geschenke sind unbezahlbar, weil sie so wertvoll sind", so Gerhardt.

Von Margret Nußbaum
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