Der Club der Fröhlichen

Am 31. Januar feiern wir den Gedenktag des heiligen und kinderfreundlichen Don Bosco
Laura kommt Freude strahlend aus der Schule nach Hause. "Stell dir vor, Mama!", ruft sie schon im Hausflur. "Frau Schneider, unsere Religionslehrerin, hat mir in den Weihnachtsferien etwas in mein Freundebuch geschrieben!" "Da bin ich aber mal gespannt", meint die Mutter. Laura schlägt die Seite auf. Dort steht: 2Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen. Und darunter steht noch der Name des Mannes, der das gesagt hat: Don Bosco." "Ja, den kenne ich", sagt die Mutter. "Wohnt er in unserer Stadt?", fragt Laura. Die Mutter lacht und meint: "Nein, Don Bosco lebt schon lange nicht mehr. Aber er ist ein großer Heiliger. Am 31. Januar ist sein Gedenktag." "Bitte, Mama, erzähl mir von ihm!", bittet Laura. Und die Mutter beginnt zu erzählen:Wie im richtigen Zirkus
Johannes Bosco kam im Jahr 1815 als Sohn eines armen Bauern in Becchi, einem kleinen Dorf in der Nähe von Turin, zur Welt. Obwohl er schon als Kind hart arbeiten musste, fand Johannes immer noch Zeit, mit seinen Freunden zu spielen. Er war sehr beliebt bei seinen Altersgenossen, denn er kannte die lustigsten und spannendsten Spiele und war eine richtige Sportskanone. Die Dorfkinder waren begeistert, wenn Johannes ihnen Zirkuskunststücke vorführte. Er konnte auf den Händen laufen, einen Salto machen und auf ein laufendes Pferd springen.
Doch Johannes hatte nicht nur Sport und Spiel im Sinn. Sein dringendster Wunsch war, Priester zu werden. Und obwohl es damals für arme Bauernkinder nicht üblich war, das Gymnasium zu besuchen, arbeitete er hart, um dorthin zu kommen. Mit 15 Jahren durfte er endlich zum Gymnasium. Seine Lehrer staunten über den Jungen. Denn er behielt alles sofort, was er einmal gelesen hatte. Da seine Eltern ihm kein Geld geben konnten, arbeitete Johannes als Kellner. Trotz Schule und Arbeit fand er noch Zeit für seine Zirkuskunststücke. Und nebenbei half er bei Handwerkern aus und machte sogar seine Meisterprüfung als Schneider. Johannes Bosco gründete eine Jugendgruppe und gab ihr den Namen "Club der Fröhlichen". Die Jungen fühlten sich hier wohl, und es wurden immer mehr. Mit 26 Jahren wurde Johannes Priester. Er arbeitete in Turin.
Ein Heim für 300 Jungen
Es kamen viele arme Familien vom Land in die Stadt. Denn hier gab es Industrie. Doch die Leute wurden schlecht bezahlt, und die Armut war groß. Es gab viele Straßenkinder in Turin – Jungen, die keine Eltern mehr hatten oder es zu Hause nicht mehr aushielten. Johannes mochte diese Jungen, und die Jungen mochten ihren Don Bosco. Sonntags feierte er mit ihnen die Messe. Anschließend unternahm Don Bosco mit seinen Schützlingen Wanderungen. Sie machten zusammen Ballspiele, trieben Sport und veranstalteten Wettkämpfe. Es waren mehr als 300 Jungen, die Don Bosco damals in Turin betreute. Viele von ihnen unterrichtete er auch. Er verschaffte ihnen Lehrstellen und Unterkünfte. Natürlich ging es nicht immer leise zu, wenn die 300 Jungen zusammen kamen. Don Bosco wurde deshalb als Ruhestörer angezeigt. Der Bürgermeister von Turin versuchte, die Zusammenkünfte der Jugendlichen zu verbieten. Doch Hilfe kam vom damaligen König Albert. Don Bosco konnte weitermachen.
Helfen – ganz gleich, was die Leute reden!
Aus einer alten Werkstatt baute er ein Heim für 300 Jugendliche. Er nannte es Oratorium. Im Oratorium wurden die Jungen in verschiedenen Berufen ausgebildet. Später kam ein Gymnasium dazu. Don Bosco gründete die "Gesellschaft des heiligen Franz von Sales". Sie besteht noch heute und heißt "Salesianer Don Boscos". Sie ist in der ganzen Welt und auch in Deutschland verbreitet. Als Johannes Bosco am 31. Januar 1888 starb, gab es bereits 250 Oratorien mit Schulen und Lehrwerkstätten für 130.000 Jugendliche.
"Don Bosco war ein guter Mensch", meint Laura. "Ja", sagt ihre Mama. Mit dem schönen Spruch 'Fröhlich sein, Gute tun und die Spatzen pfeifen lassen' möchte er uns sagen: Kümmert euch nicht darum, was die Leute über euch reden. Achtet einfach nicht darauf und geht euren Weg. Seid fröhlich und steckt andere mit eurer guten Laune an. Und helft anderen, wo ihr nur könnt."
