Weihnachten nicht nur ein Fest der Behaglichkeit

Predigt von Bischof Genn an Heilig Abend im Essener Dom
Essen - Weihnachten ist nach Ansicht von Ruhrbischof Felix Genn nicht nur ein Fest der Behaglichkeit und Beschaulichkeit. „Weihnachten ist zwar ein Fest des Friedens, aber in einer friedlosen Welt: in der großen Politik wie in der kleinen Welt unseres Alltags“, betonte der Bischof in seiner Predigt am Heiligen Abend im Essener Dom. Er erinnerte dabei an Kriege, Konflikte und Spannungen in der Welt, aber auch an die Situation von Kindern heute.„Wir feiern diese Heilige Nacht angesichts schrecklicher Ereignisse um Mütter im Umgang mit ihren Kindern, mitten in der Diskussion um Kinderrechte im Grundgesetz, um Kinderkrippen und Kindergärten, um Kindesmissbrauch“, so Genn. Gewalt und Prügel, Vernachlässigung und Heimatlosigkeit – das könne an Weihnachten nicht einfach ausgeblendet werden.
Behaglich habe es auch das Kind in der Krippe nicht gehabt. Es sei ohne ein sicheres Zuhause auf die Welt gekommen. Aber in diesem Kind erscheine „die Liebe und Menschenfreundlichkeit Gottes“. Es gehe hier nicht einfach bloß um einen „holden Knaben mit lockigem Haar“. Es gehe um „Christus, den Retter“. Es habe „den Einsatz des großen Gottes, den Einsatz seiner Güte und Menschenliebe“ gebraucht, um den Menschen durch das Kind in der Krippe „die Kraft und die Spur zur Rettung“ zu schenken.
"Wer bereit ist, sich mit diesem Jesus einzulassen, dem schlägt in dessen Geburt die rettende Stunde“, so der Ruhrbischof. Er wünschte den Gläubigen die weihnachtliche Erfahrung: „Ohne Jesus verpasse ich alles, mit Jesus gewinne ich alles.“
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