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Kinderschutz 28.12.07 Seite drucken

"Frühwarnsystem" für wirksamen Kinderschutz

Logo Start ins Leben Katholische Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen
© Erzbistum München

Kirche fördert vorbeugende Hilfen für problembelastete Familien

München - Dramatischen Entwicklungen in psychosozial belasteten Familien, die in letzter Zeit immer wieder Schlagzeilen machen, will jetzt der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in München mit einem neuen Angebot vorbeugender Hilfen begegnen, das in Zusammenarbeit mit den Schwangerenberatungsstellen "Bestandteil eines effektiven Frühwarnsystems" sein könne.

Das Projekt "Start ins Leben" ist als sogenanntes "aufsuchendes Angebot" konzipiert. Fachkräfte und Ehrenamtliche der katholischen Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen des SkF sollen betroffene Familien aufsuchen und in konkreten Lebenssituationen Hilfestellungen leisten. Das Konzept wird vom Erzbischöflichen Ordinariat München ausdrücklich befürwortet und finanziell gefördert. Der SkF will damit vor allem psychosozial belasteten Müttern und Familien, allein Erziehenden mit fehlendem sozialen Netz, jungen Müttern und Paaren in prekären Lebenssituationen wie auch entwurzelten Familien mit problembelastetem Migrationshintergrund zur Seite stehen.

Wirksamer Kinderschutz und vorbeugende Maßnahmen müssten gefährdete Familien bereits vor oder kurz nach der Geburt erreichen, heißt es in dem Konzept. Die katholische Schwangerenberatungsstelle in München erweitere damit ihre Angebotspalette. Um besonders gefährdete Familien in geeigneter Weise zu unterstützen, brauche die normale und sehr nachgefragte Beratungsarbeit einen erweiterten Ansatz. Das Angebot sei auf sehr junge Eltern, sogenannte Patchworkfamilien, auf kinderreiche Familien mit rascher Geburtenfolge, Familien mit Migrationshintergrund sowie auf psychisch belastete Familien oder Alleinerziehende ausgerichtet.

Ziel sei es, mögliche Gefährdungssituationen frühzeitig abzuklären. Die Bindungen zwischen Eltern und Kind sollten dadurch gestärkt und die elterlichen Erziehungskompetenzen erweitert werden. Auch gehe es darum, die Eltern zu entlasten und "lebenspraktische Kompetenzen" zu fördern. Kernstück der Initiative sei eine "aufsuchende Hilfe". Fachkräfte und Ehrenamtliche sollten auf belastete Familien zugehen, was einen an ihrer Lebenswelt orientierten differenzierten Einblick in deren Problemlagen ermögliche. Dadurch können, so der SkF, "Hilfen passend und zielgenau angeboten werden".

"Start ins Leben" ist der Schwangerenberatung des SkF zugeordnet und mit weiteren fachlichen Projekten des Fachverbandes wie auch mit anderen Angeboten der Caritas vernetzt. So gibt es etwa Gruppenangebote und Deutschkurse für Migrantinnen. Ein offener Treffpunkt in einem Frauencafe ist zur Zeit im Aufbau. Mit im Netz sind auch die drei Mutter-Kind-Häuser des SkF sowie eine Übergangseinrichtung für psychisch kranke Mütter. Auch entsprechend qualifizierte Ehrenamtliche sind in diesem "Bausteinsystem" im Einsatz, das "auf die Bedürfnisse psychosozial belasteter Familien abgestimmt ist".

Die neue SkF-Initiative wird vom Erzbischöflichen Ordinariat München ausdrücklich unterstützt. Die für caritative und soziale Aufgaben im Ordinariat verantwortliche Referentin, Ordinariatsrätin Elke Hümmeler, hatte das Projekt im Ordinariatsrat vorgestellt. Unter Vorsitz von Kardinal Friedrich Wetter befürwortete der Ordinariatsrat das Konzept. Das "aufsuchende Angebot" des SkF soll, zunächst auf drei Jahre befristet, jährlich mit 218.000 Euro gefördert werden. Für das Projekt will sich der SkF noch um staatliche und kommunale Förderung wie auch um private Sponsoren kümmern.

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