Kaufen, aber nicht einziehen

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Winfried und Hedi Müller im schön gestalteten Innenhof der Seniorenanlage.Betreutes Wohnen als finanzielle Altersvorsorge
Immer häufiger werden Senioren-Anlagen direkt in Vororten größerer Städte gebaut. Wie auf dem Asterstein in Koblenz. Am Rande des ehemaligen Neubaugebiets aus den 70er Jahren ist vor kurzem ein neues Seniorenheim mit Pflegestation und Betreutem Wohnen entstanden. Für die Menschen im Wohngebiet - die meisten sind hier zwischen 55 und 65 Jahren - ein Anstoß, über das Leben im Alter nachzudenken. Hedi und Winfried Müller haben sich eine Eigentumswohnung in der neuen Anlage gekauft. Im katholisch.de-Interview erzählen sie warum.katholisch.de: Herr und Frau Müller, warum haben Sie sich zum Kauf der Wohnung entschlossen?
Hedi Müller: Was uns besonders gut gefallen hat, ist die Lage. Nahe bei unserem jetzigen Haus liegt die Anlage ruhig und trotzdem zentral. Ein Einkaufszentrum mit Post, Sparkasse, Apotheke und Ärztehaus sind um die Ecke. Von der nahen Bushaltestelle aus fahren regelmäßig Busse in die Innenstadt. Das Haus hat auch eine Tiefgarage und genügend Stellplätze.
katholisch.de: Sehen Sie in der Wohnung ein Zuhause fürs Alter?
Hedi Müller: Erstmal ist sie für uns eine Geldanlage - als Altersvorsorge. Der Gedanke, wirklich mal dort hin zu ziehen, ist für uns noch ganz weit weg. Wir sind ja noch jung. Aber gerade deshalb ist es wohl in unserem Alter einfacher, über spätere Wohnmöglichkeiten nachzudenken, weil wir noch nicht sofort damit konfrontiert sind.
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Innenhof zwischen Wohnheim und Appartmenthaus.Winfried Müller: Wenn es mal soweit kommt, würden wir bei der Vergabe der Wohnungen in der Anlage bevorzugt. Einen Anspruch auf genau unsere Wohnung haben wir aber nur dann, wenn sie gerade freisteht. Die Wohnungen sind aber in Größe und Grundriss vergleichbar, deshalb sehen ohnehin fast alle so aus wie unsere.
Hedi Müller: Als wir die Wohnung gekauft haben, hat natürlich die Ortsnähe eine große Rolle gespielt. Wenn man doch mal zu Hause ausziehen muss, will man gerne in der gewohnten Umgebung bleiben. Vorher würden wir aber auf jeden Fall versuchen, unser Haus barrierefrei umzubauen, damit wir hier bleiben können. Ich stelle es mir sehr schwer vor, aus den eigenen vier Wänden auszuziehen, auch wenn es nur 200 Meter die Straße rauf ist. Ich würde den gewohnten Blick aus dem Fenster vermissen…
katholisch.de: Und vielleicht auch Ihre Nachbarn, mit denen Sie ja schon seit fast drei Jahrzehnten Zaun an Zaun wohnen?
Winfried Müller: Tatsächlich haben sich auch ein paar Nachbarn dafür entschieden, eine Wohnung in der Anlage zu kaufen. Viele sind hier in unserem Alter, denn als wir vor 27 Jahren her gezogen sind, war das ein Neubaugebiet für Familien mit Kindern. Fast alle jungen Leute sind schon lange weggezogen und die Elterngeneration altert hier nun gemeinsam.
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Eingang zur Wohnung in der Seniorenanlage.Hedi Müller: Also, wenn es nette Nachbarn sind, mit denen man sich gut versteht, könnte ich mir schon vorstellen, auch im Betreuten Wohnen wieder Tür an Tür mit ihnen zu leben.
katholisch.de: Ihre Schwiegermutter ist jetzt 83 Jahre alt und hat sich ein 35 Quadratmeter-Apartment in der Anlage gekauft…
Hedi Müller: Im Moment ist sie noch sehr fit, lebt in ihrem eigenen Haus und kommt gut alleine zurecht. Trotzdem hat sie sich das kleine Apartment eingerichtet, das nun erst mal unbewohnt bleibt. So kann sie jederzeit, wenn sie Lust hat „Urlaub“ dort machen und sich langsam daran gewöhnen. Falls sie doch einmal dort hinziehen muss, fällt ihr der Übergang dann sicherlich leichter. Eigentlich wohnt sie am anderen Ende der Stadt, aber ich denke, ihr ist die Nähe zu uns wichtig.
Das Interview führte Janina Mogendorf zum Anfang
