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Caritas 30.01.08 Seite drucken

Was Behinderte sich im Ruhestand wünschen

Die Hand eines jungen Menschen hält die eines alten Menschen.
© KNA

Caritas zu Ergebnissen einer Studie der Universität Münster

Münster - Wünsche behinderter Menschen für ihren Ruhestand unterscheiden sich laut einer neuen Studie der Universität Münster kaum von denen nicht behinderter Menschen. Welche Konsequenzen das für die Träger von Einrichtungen der Behindertenhilfe hat, war Thema einer Tagung des Diözesan-Caritasverbands Münster.

Wie die Caritas-Pressestelle mitteilte, entstand die Studie in Zusammenarbeit mit fünf Behindertenhilfeverbänden auf Bundesebene. Diözesan-Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann betont: "Die Selbstbestimmung des behinderten Menschen muss der Ausgangspunkt unserer Überlegungen sein." Auch behinderte Menschen wollten so lange wie möglich zu Hause leben. Deshalb müsse zum Beispiel ambulant betreutes Wohnen auch im Alter angeboten werden. Zudem seien "komplementäre Dienste" wie Treffmöglichkeiten, Beratungsstellen oder Hilfe im Haushalt notwenig, an denen es nicht nur für behinderte Menschen mangele.

Problem "Kästchendenken"

Vor allem das "Kästchendenken" behindere die Schaffung passender Rahmenbedingungen, meinte die Behindertenbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Angelika Gemkow. Die Förderung aus vielen Töpfen – etwa aus der Pflegeversicherung oder von Kommunen – verschwende unnötig Zeit für hohen Verwaltungsaufwand und müsse überwunden werden, waren sich die Tagungsteilnehmer einig. Das sei rasch notwendig: Künftig erreichen rund 7.000 behinderte Menschen jährlich das Rentenalter, erläuterte Professor Helmut Mair, der Leiter der Studie. Bis 2030 werde eine Gesamtzahl von 70.000 erreicht.

Darauf müssen sich die Behinderteneinrichtungen einstellen. Werden berufstätige Behinderte nur frühmorgens und ab nachmittags begleitet, müssen im Ruhestand auch tagsüber Angebote organisiert werden. Entscheidend ist für Kessmann eine "Vielfalt" des Angebots. Denn eine Befragung von 100 behinderten Menschen hat unterschiedliche Wünsche ergeben: Die einen möchten einfach nur Ruhe, andere würden gern noch etwas länger arbeiten, wieder andere möchten reisen oder sich ehrenamtlich engagieren. Dies, so Ann-Kathrin Kleine von der Universität Münster, sei völlig deckungsgleich mit Untersuchungen zu den Wünschen nicht behinderter Rentner. Entsprechend seien die Rahmenbedingungen zu gestalten.

Lesen Sie mehr im katholisch.de-Dossier "Leben mit Behinderung"

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