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Sodom und Gomorra

Rubens-Gemälde Sodom
© Rubens, Peter Paul: Sodom, Martin-von-Wagner-Museum Würzburg

Wir entdecken die Bibel: das Buch Genesis

Die drei Männer, die Abraham und Sara die Geburt eines Sohnes voraussagten, machten sich wieder auf den Heimweg. Abraham begleitete sie ein Stück. Es dauerte nicht lange, bis sie den Gipfel eines Berges erreicht hatten. Von dort aus hatten sie einen herrlichen Blick aufs grüne Jordantal mit seinen Städten Sodom und Gomorra. Die drei Männer stiegen hinab und gingen weiter Richtung Sodom. Da hörte Abraham plötzlich die Stimme Gottes. Und Gott sprach: „Die Bewohner von Sodom und Gomorra sind grausam, verdorben und gottlos. Ich werde sie zerstören.“

Abraham verhandelt mit Gott

Abraham bekam es mit der Angst zu tun. Denn in Sodom wohnte sein Neffe Lot mit seiner Familie. Und er sprach zu Gott: „In Sodom leben nicht nur schlechte Menschen, sondern auch unschuldige. Es kann doch nicht dein Wille sein, dass auch sie sterben müssen.“ Da sprach Gott zu Abraham: „Falls 50 gute Menschen dort leben, will ich Sodom verschonen.“ Abraham glaubte nicht daran, dass sich in Sodom fünfzig gute Menschen finden würden. Denn die Stadt war wirklich ein sehr übles Pflaster. Deshalb verhandelte er mit Gott – um 45, 40, 30, 20 und schließlich um zehn Gerechte. Und Gott versprach Abraham: „Ich werde Sodom nicht zerstören, wenn ich dort auch nur zehn unschuldige Menschen finde.“ Gott wusste aber selber, dass Lot der einzige Unschuldige in der Stadt war. Ihn wollte er verschonen und hatte deshalb Engel zu ihm geschickt. Es waren die Männer, die Abraham und Sara besucht hatten.

Die Engel warnen Lot

Als die Engel Sodom erreichten, kam ihnen Lot entgegen und lud sie ein, in seinem Haus zu übernachten. Lots Familie nahm die beiden sehr gastfreundlich auf. Doch am Abend kamen alle Männer von Sodom und bollerten mit den Fäusten gegen Lots Haustür. Sie wollen, dass er ihnen seine Gäste auslieferte. Lot weigerte sich. Da fielen die Männer über ihn her und schlugen ihn. Die Engel kamen ihm zu Hilfe, holten ihn wieder ins Haus und verschlossen die Tür. Dann sprachen sie zu Lot: „Wir haben mit eigenen Augen gesehen, wie schlecht die Menschen in Sodom sind. Gott wird diese Stadt bald zerstören. Doch dich möchte er retten. Denn du bist ein guter Mensch. Nimm deine Familie und flieh noch in dieser Nacht von hier fort! Schnell packten Lot, seine Frau und seine Töchter alles zusammen. Lots Frau wäre gern in Sodom geblieben. Denn dort führten sie ein bequemes Leben. Doch Lot drängte sie zur Eile.

„Lauft um euer Leben!“

Im Morgengrauen brachten die Engel die Familie auf sicherem Weg ins Gebirge. Dann trieben sie Lot, seine Frau und die Töchter zur Eile an und riefen: „Lauft um euer Leben. Denn die Zerstörung der Städte im Tal hat bereits begonnen. Aber schaut euch auf keinen Fall um! Sonst müsst auch ihr sterben.“ Dann begann die Erde zu beben, und aus dem glutroten Himmel regnete brennender Schwefel auf Sodom und Gomorra nieder. Völlig außer Atem rannten Lot und seine Töchter weiter. Lots Frau aber blieb stehen und blickte zurück auf ihre Heimat. Da erstarrte sie vor Schreck und wurde zu einer Salzsäule.

Kurz erklärt

Liebe Kinder,

das ist doch super, habe ich beim Lesen dieses Bibeltextes gedacht: Gott lässt mit sich verhandeln. Und Abraham legt sich dabei mächtig ins Zeug. Und er gibt sich dabei nicht nur mit einer Verhandlungsrunde zufrieden. Überlegt einmal, wie diese Geschichte sich heute zutragen könnte – in unserem Land, vor unserer Haustür. Gott würde vielleicht auf die Armut in unserem Land schauen. Er würde Familien mit Kindern sehen, alte Menschen, Kranke und Behinderte, die von der Gesellschaft im Stich gelassen werden. Gott würde den Kopf über die Tatsache schütteln, dass mittlerweile mehr als jedes sechste Kind in unserem Land arm ist. Dass diese Kinder auf vieles verzichten müssen, das für andere selbstverständlich ist: Taschengeld, Kino, Klassenfahrten usw. Und dass das Geld oft noch nicht einmal reicht, um richtig satt zu werden.

Und nun überlegt einmal, ob euch auf Anhieb zehn Menschen einfallen, die wirklich etwas gegen Kinderarmut in unserem Land unternehmen! Die nicht nur materielle Not lindern, sondern armen Menschen Wertschätzung entgegenbringen. Die vielleicht eine Patenschaft für eine Familie übernehmen, die sich ohne Hilfe kaum über Wasser halten kann. Die ehrenamtlich Kinder bei den Hausaufgaben betreuen, damit sie bessere Chancen in der Schule und damit später im Berufsleben haben. Dies sind nur zwei Beispiele, bei denen Gott sagen würde: „Das gefällt mir.“

Und nun überlegt weiter: Bei den Fürbitten im Sonntagsgottesdienst denken wir an Menschen, die von Hunger, Krieg, Krankheit und anderen schweren Schicksalsschlägen bedroht sind. Abraham hat uns gezeigt: Gott lässt mit sich reden. Er erhört unsere Bitten. Wer weiß: Vielleicht konnte manches Unheil von unserer Familie, unserer Stadt, unserem Land abgewendet werden, weil andere Menschen für uns und andere gebetet und mit Gott verhandelt haben – wie Abraham. zum Anfang zum Anfang
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