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Statistik 10.02.08 Seite drucken

Mehr gemeinsame Jahre

Eine Oma und ihre Enkelin schauen sich an.
© somenski/Fotolia.com
Ein gutes Team: Großmutter und Enkelin

Großeltern werden immer jünger und beteiligen sich aktiv an der Betreuung der Enkel

Oma und Opa spielen im Leben junger Familien eine große Rolle. Das Klischee von der Strümpfe strickenden Großmutter und vom Großvater, der im Ohrensessel Pfeife raucht, ist längst überholt. Viele Großeltern stehen oft selber noch mitten im Berufsleben. Sie haben ihre eigenen Hobbys und Interessen, sind aber auch gern bereit, sich für ihre Enkelkinder einzusetzen.

Großeltern werden immer jünger

Rund 73 Prozent der 60- bis 85-jährigen Deutschen sind Großeltern. Dies ergab eine vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (www.dza.de) durchgeführte repräsentative Befragung im Jahr 2002. "Hochgerechnet sind dies 13 bis 14 Millionen Personen", sagt DZA-Forscher Heribert Engstler und ergänzt: "Die über 60-jährigen Großeltern haben durchschnittlich drei bis vier Enkelkinder – Frauen etwas mehr als Männer, da sie in der Regel länger leben."

Eine weitere wichtige Erkenntnis: Deutsche Großeltern werden immer jünger. "Die Mütter der 1959 bis 1962 Geborenen aus dieser Befragung wurden mit durchschnittlich 52,3 Jahren Großmutter, die Väter mit 54,7 Jahren Großvater", erklärt Heribert Engstler. 
Diese Tatsache und die längere Lebenserwartung haben dazu geführt, dass heutzutage mehr als neun von zehn Großeltern die Geburt ihres ersten Enkelkindes erleben können. Auch die gemeinsame Lebenszeit mit den Enkeln hat sich verlängert. Ungefähr neun von zehn Großmüttern und drei von vier Großvätern erleben die Volljährigkeit ihres ersten Enkelkindes.

Trotz der gestiegenen Mobilität wohnen erwachsene Kinder sehr häufig in der Nähe der Eltern. "Nach den Ergebnissen unserer Befragung leben rund 40 Prozent der 70- bis 85-Jährigen in der Nachbarschaft eines ihrer Kinder oder im selben Haus, 70 Prozent im gleichen Ort", berichtet der Altersforscher.

Unterstützung für junge Familien

Immer mehr Großeltern beteiligen sich an der Betreuung ihrer Enkel – vor allem, wenn beide Elternteile berufstätig sind. Bei der Befragung des Deutschen Zentrums für Altersfragen gaben 24 Prozent der 55- bis 69-Jährigen an, privat Kinder zu betreuen – in der Hauptsache die Enkel: 21 Prozent davon täglich, weitere 54 Prozent wöchentlich. Auf das Zeitkonto der Großeltern gingen durchschnittlich 40 Stunden im Monat. Die Zahlen sind in den letzten Jahren stark angestiegen.

Denn nach Informationen des 12. Kinder- und Jugendberichts der Bundesregierung aus dem Jahr 2005 wurden 43 Prozent der Kinder unter drei Jahren und 40 Prozent der Kinder von drei bis unter sechs Jahren regelmäßig von anderen privaten Personen als den Eltern betreut – vor allem von den Großeltern. "Großeltern beteiligen sich demnach in erheblichem Maße an der Betreuung der Enkelkinder und unterstützen damit die Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern mit kleinen Kindern", folgert Heribert Engstler. Darüber hinaus unterstützen die Großeltern die jungen Familien auch finanziell. Heribert Engstler präsentiert die Zahlen seiner Studie: „Ein Viertel der Großeltern ab 62 Jahren hatte im Zeitraum von einem Jahr ihre Kinder mit einer Jahressumme von durchschnittlich 3500 Euro und ein Sechstel ihre Enkelkinder mit durchschnittlich 1250 Euro finanziell unterstützt."

Von Lena Kaufmann

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