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Apostolische Nuntius 27.02.08 Seite drucken

Konsumismus ist gefährlicher als Kommunismus

Apostolischer Nuntius Jean-Claude Perisset
© KNA

Nuntius beklagt Werteverfall in Europa

Berlin - Der neue Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Perisset, hat einen Werteverfall in Europa beklagt und einen missionarischen Aufbruch gefordert. «Die Kirche ist zu sehr mit inneren Dingen beschäftigt und verliert manchmal ihre Mission aus den Augen», beklagte der päpstliche Botschafter in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der «Verlagsgruppe Bistumspresse» in Berlin. Die Entkirchlichung in Mittel- und Osteuropa sei nicht allein Erbe der sozialistischen Säkularisierung. «Der Konsumismus ist gefährlicher als der Kommunismus», so Perisset.

Die vom neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, ausgelöste Debatte um den Zölibat kommentierte er mit den Worten, bei diesem «internen Problem» sehe er derzeit keine Möglichkeit, dass sich etwas ändere. In der Ökumene mahnte der Apostolische Nuntius zu Geduld. Es brauche Zeit, um die drängenden Fragen anzugehen. Momentan gebe es «mehr ein affektives Bemühen als ein effektives», so Perisset.

Papstbesuch in Berlin im Jahr 2009 ist «realistisch»

Der vatikanische Botschafter ist an diesem Mittwoch seit 100 Tagen im Amt. Zuvor war der 70-jährige gebürtige Schweizer Apostolischer Nuntius in Rumänien. Er fühle sich in Deutschland «freundlich angenommen», sagte der päpstliche Diplomat in einer ersten Bilanz. Im Heimatland des Papstes zu sein, sei für ihn eine Herausforderung.
Dass Benedikt XVI. im Jahr 2009 zu einer Reise nach Berlin und Ostdeutschland kommen werde, hält Perisset für «realistisch».

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