Gemeinschaft ist wie ein Puzzle

Zusammenarbeit ist wichtig
Laura und Lukas sitzen über einem Puzzle. Es hat 300 Teile. „Mir ist so langweilig!“, stöhnt Laura nun schon zum dritten Mal. „Es dauert ja Stunden, bis ich ein passendes Teil finde!“ Lukas hat die Nase voll. Ihm geht Lauras Gejammer nämlich auf die Nerven. „Du kannst ja aufhören. Dann mach ich eben allein weiter!“, poltert er los. Wütend verlässt Laura Lukas Zimmer und läuft nach Hause. Nach einer Stunde hält sie es nicht mehr aus und geht wieder zu Lukas. „Bestimmt ist er auch nicht mit dem Puzzle weitergekommen“, denkt sie.Das Puzzle wird geteilt
Als Laura in Lukas Zimmer kommt, legt er gerade das letzte Puzzleteil an. Das Bild mit den drei Katzen und ihrer Katzenmutter ist sehr schön. Doch Laura schimpft los: „Das ist gemein! Wir wollten das Puzzle beide fertig machen. Du hättest auf mich warten müssen.“ „Du spinnst doch!“, ruft Lukas ärgerlich. „Wer hat denn die beleidigte Leberwurst gespielt – du oder ich?!“ Der Streit geht noch eine Weile weiter. Dann schlägt Lukas vor: „Wir teilen das Puzzle in der Mitte. Dann hat jeder eine Hälfte und kann so oft puzzeln, wie er möchte.“ Laura ist einverstanden. Vorsichtig nimmt Lukas das Katzenbild in der Mitte auseinander. Er hat nun die Katzenmutter und ein Kätzchen und Laura zwei Kätzchen.
Beide Bilder sehen komisch aus
Die beiden schauen ihre Bilder noch eine Weile an. Dann meint Laura: „Meine Kätzchen sind traurig, weil sie nicht mehr zu ihrer Mutter und zu ihrem Geschwister-Kätzchen dürfen.“ Lukas lacht Laura aus: „Typisch Mädchen! Das ist doch nur ein Bild. Und du tust so, als würden die Katzen leben.“ Da kommt Lukas Mutter ins Zimmer. Sie hat das Gespräch mitbekommen und meint: „Laura hat Recht. Ein Puzzle hat viele Teile. Aber sie gehören alle zusammen. Wenn auch nur ein Teil fehlt, ist das Bild nicht vollständig.“ Die Mutter betrachtet die beiden Puzzle-Teile eine Weile und meint dann: „Schaut euch mal genau das Kätzchen an, das bei seiner Mutter sitzt. Es fehlt ein ganzes Stück von seinen Hinterpfoten. Dieses Stück gehört zu Lauras Puzzlehälfte. Aber die sieht auch sehr komisch aus. Da sitzen zwei Kätzchen, und daneben liegen eine halbe Hinterpfote und fast ein ganzes Hinterbein von einem anderen Kätzchen.“
Menschen sind wie Puzzleteile
Lukas grinst und meint: „Du hast Recht, Mama. Beide Hälften allein sehen wirklich sehr blöd aus.“ Und dann sagt er zu Laura: „Komm, wir legen unsere beiden Hälften wieder zusammen. Dann ist das Bild wieder so, wie es sein soll.“ Laura ist einverstanden. Da sagt Lukas Mutter: „Unser Zusammenleben mit anderen Menschen können wir gut mit einem Puzzle vergleichen. Erst durch das Zusammensetzen aller Teile wird es vollständig. In der Familie, in der Schule und auch in unserer Pfarrgemeinde ist es genauso. Wenn nicht alle an einem Strang ziehen und auch nur einer aus der Reihe tanzt, gibt es Streit und Unfrieden. Wenn sich nicht alle gemeinsam für eine gute Sache einsetzen, sondern jeder tut, was er will, gelingt nichts mehr.“
Margret Nußbaum
zum Anfang