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"Ich wollte sofort mithelfen"

Andrea Bittl, Langzeit-Volunteer beim WJT 2008 in Sydney
© Andrea Bittl
Andrea Bittl, Langzeit-Volunteer beim WJT 2008 in Sydney.

Interview mit Andrea Bittl, Langzeit-Volunteer im Weltjugendtagsbüro in Sydney

Seit Oktober 2007 arbeitet Andrea Bittl aus Eichstätt als Langzeit-Volunteer im Weltjugendtagsbüro in Sydney. Die 27-Jährige war Sekretärin der Finanzabteilung im Bistum Eichstätt und wurde für das Jahr in Australien freigestellt. Im katholisch.de-Interview erzählt Andrea vom Leben in ihrer multikulturellen WG in Sydney, von australischem Traumwetter und 12-Stunden-Tagen im WJT-Büro.

katholisch.de: Andrea, Du bist die einzige deutsche Langzeit-Volunteer beim Weltjugendtag in Sydney. Wie kam es dazu?

Andrea Bittl:
In Köln habe ich 2005 als Pilgerin am Weltjugendtag teilgenommen und war begeistert von der Atmosphäre. Ich finde es wichtig, dass junge Leute eine lebendige Kirche erleben. Als der Papst verkündete, dass der nächste Weltjugendtag in Sydney stattfindet, wollte ich sofort mithelfen.

katholisch.de: Es gibt derzeit 25 internationale Freiwillige, die für mehrere Monate in Sydney bleiben. Wie hast Du Deinen Platz ergattert?

Andrea Bittl:
Es hat lange gedauert. Schon im Dezember 2005 war ich in Sydney und habe mich im Weltjugendtagsbüro vorgestellt. Parallel habe ich mich über die Website beworben - beides erfolglos. Dann hat die Deutsche Bischofskonferenz alle Hebel für mich in Bewegung gesetzt. Im August 2007 hatte ich die Zusage, aber noch kein Visum. Die Unterlagen  kamen eine Woche vor Abflug: 42 Seiten, die ich ausfüllen und auf dem Postweg wieder zurücksenden musste. Meine Stelle im Bistum Eichstätt war bereits neu besetzt, ich hatte alles auf eine Karte gesetzt. Drei Tage vor der geplanten Abreise kam Gott sei Dank das Visum.

katholisch.de: Das war im Oktober. Seitdem lebst Du in Sydney…

Andrea Bittl:
Ja, zusammen mit sieben anderen Volunteers in einem ehemaligen Kloster. Drei Italiener, drei Australier, eine Neuseeländerin und ich. Das Zusammenleben funktioniert gut, obwohl es Unterschiede gibt, was die Sauberkeit oder die Verlässlichkeit angeht. Einmal in der Woche essen wir gemeinsam, dann kocht einer für alle.

katholisch.de: Wie sieht denn Dein Alltag in Sydney aus?

Andrea Bittl:
Ich stehe um halb sechs auf  und gehe erst mal joggen. Danach fahre ich eine Stunde mit dem Zug zur Arbeit, die um halb neun beginnt. Mittags ist Gottesdienst, danach Essenszeit. Wir arbeiten bis 17 Uhr 30, aber es kommt vor, dass ich erst um halb neun aus dem Büro komme. Dann bin ich meist so müde, dass ich nur noch nach Hause will. Am Wochenende bin ich viel unterwegs, fahre zum Beispiel mit Freunden ans Meer. Das Wetter ist zurzeit sonnig bei etwa 27 Grad. Im Juli wird hier Winter sein. Dann kann es bis auf fünf Grad abkühlen.

Andrea Bittl, Langzeit-Volunteer beim WJT 2008 in Sydney, bei einem Ausflug nach Manly.
© Andrea Bittl
Andrea Bittl bei einem Ausflug nach Manly.

katholisch.de: Welche Aufgaben erledigst Du im WJT-Büro?

Andrea Bittl: Ich bin im Arbeitsbereich Katechese eingeteilt. Wir organisieren pastorale Animationsgruppen, betreuen und schulen sie. Während des WJT finden täglich Katechesen statt, bei denen ein Bischof zu einem Thema predigt. Die Gruppen gestalten das Rahmenprogramm.

katholisch.de: Wie erlebst du Kirche in Australien? Gibt es Unterschiede zu Deutschland?

Andrea Bittl: Das kirchliche Leben ist lange nicht so strukturiert wie in Deutschland. Seit ich hier bin, weiß ich das System bei uns sehr zu schätzen. Im Bistum Eichstätt ist die Jugendarbeit hervorragend organisiert. Es gibt unheimlich viele Angebote. In Australien haben einige Diözesen überhaupt kein Jugendreferat. Ich denke, dass sich durch den WJT da einiges verbessern könnte.

katholisch.de: Weißt du schon, was beim Weltjugendtag auf Dich zukommt?

Andrea Bittl: Bisher ist noch unklar, was ich genau dort machen werde. Aber ich hoffe, dass ich freitags mit meinen Aufgaben durch bin und dann einfach entspannen und den Weltjugendtag genießen kann. Am meisten würde ich mich freuen, wenn ich zur Abschlussmesse mit den Papst gehen kann.

katholisch.de: Würdest Du Dich nochmal als Volunteer bewerben?

Andrea Bittl: Es hat alles Vor- und Nachteile. Ich habe zwar ein bisschen Heimweh, will das Jahr hier aber in keinem Fall missen, denn es ist schon eine wahnsinnige Erfahrung. Sydney ist eine tolle Stadt. Allerdings fällt es mir schwer, mich ans Großstadtleben zu gewöhnen. Deshalb freue ich mich auch, wenn ich im September zurück nach Eichstätt fliege.

Das Interview führte Janina Mogendorf

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