Stella Maris – Mit dem Glauben an Bord

Mitarbeiter der Mission betreuen Seeleute im Hamburger Hafen
"Junge komm bald wieder" oder "Die Gitarre und das Meer" – diese melancholischen Lieder mit denen Freddy Quinn in den 60zigern die Hitlisten stürmte, kommen einem in den Sinn, wenn man an die raue See, Fernweh und Matrosen denkt. Doch die Zeiten der Seemannsromatik sind vorbei. Heute geht es in der Schifffahrt um Globalisierung, Lohndumping und schnelle Gewinne. Für die Seeleute bedeutet der harte Alltag auf dem Schiff ein Leben ohne festen Rhythmus, mit Kollegen aus vielerlei Nationen und extrem kurzen Anlegezeiten im Hafen.Da ist es für die Seeleute entlastend und hilfreich, wenn sich einer ihrer annimmt – so wie die katholische Seemannsmission "Stella Maris" in Hamburg dies tut. Seit 1933 ist die Seemannsmission Ansprechpartner für die Seefahrer und bietet ihnen für die wenigen Stunden an Land unabhängig von ihrer Sprache, Herkunft oder Religionszugehörigkeit, Gemeinschaft und Freundschaft an. Denn das Leben an Bord ist oft eintönig, findet nur auf wenigen Quadratmetern statt und ist von Einsamkeit geprägt. Die Seefahrer sind meist monatelang von ihrer Familie und Freunden getrennt. Damit sie mit ihren Angehörigen Kontakt halten können, verkaufen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Seemannsmission Telefonkarten und helfen beim Internetzugang. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, Pastoralreferentin Ute Grosse Harmann und Seemannspastor Pater Martin Löwenstein nehmen die Post der Besatzung entgegen, verteilen den internationalen Stella-Maris-Newsletter, Zeitschriften aus dem jeweiligen Heimatland und beantworten Fragen zum Landgang in Hamburg. Oft gehen die Mitarbeiter an Bord der Schiffe oder die Seeleute kommen zu ihnen in den Club der Mission. Der Treffpunkt bietet die Möglichkeit, mit anderen Crews in Kontakt zu kommen.
Stella Maris
Stella Maris ist ein alter Beiname von Maria. Maria wurde von den Seeleuten immer als Patronin verehrt, weil sie ihnen den Weg zu ihrem Sohn Jesus Christus zeigte. Stella Maris bedeutet aber auch Meeresstern, weil die Seefahrer nach den Sternen navigierten.
Die Seemannsmission "Stella Maris" gehört dem internationalen Dachverband der "Apostleship of the Sea" an, die eine katholische Seelsorge für Seeleute anbietet. Überall auf der Welt ist die Seemannsseelsorge vernetzt. Diese internationale Zusammenarbeit ist wichtig, denn oft können zum Beispiel größere Geräte des alltäglichen Gebrauchs für die Crew nicht schnell genug beschafft werden. Dann wird die Bestellung an die nächste Seemannsmission weitergeben. Wenn das Schiff in den nächsten Hafen einläuft, wartet die georderte Waschmaschine oder der Fernseher bereits darauf an Bord gebracht zu werden.
