Anderer Dienst im Ausland (ADiA)

Freiwilligendienst als Wiedergut- machung an NS-Opfern
Australien, Zypern, Südafrika, China, Amerika, Kanada, Russland... Bist du unter 24 Jahren, männlich, Kriegsdienstverweigerer und bekommst bei diesen Orten glänzende Augen? Dann lies weiter:Der Andere Dienst im Ausland (ADiA) ist ein sozialer Freiwilligendienst, der seit 1986 in Deutschland existiert und den bereits über 8.000 junge Menschen geleistet haben. Katholische Träger wie das Bistum Osnabrück, der Diözesan-verbund Stuttgart-Rottenburg, das Officium Bonum und das Katholische Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz nehmen am Programm teil.
Religiös motivierten Freiwilligen bieten die Diözesen Vor- und Nachbereitung sowie Begleitung während des Auslandsjahres an. Alle Organisationen zahlen Verpflegung und Versicherung. Das Officium Bonum und das Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz stellen zudem kostenlose Unterkünfte. Da gerade diese Plätze sehr begehrt sind, sollten sich Interessierte frühzeitig bewerben.
ADiA-Auslandsaufenthalte dauern mindestens elf Monate. Sie werden nicht vergütet, selten zahlt der Arbeitgeber vor Ort ein Taschengeld. Die Freiwilligen sorgen selbst für Gesundheitsvorsorge, Sprachkurse, Visagebühren und persönliche Ausrüstung. Die Freiwilligen arbeiten also ehrenamtlich und das liegt an der Grundidee des ADiA: Das Programm geht auf die Initiative einzelner Kriegsdienstverweigerer in den 70er Jahren zurück, die als Wiedergutmachung für die Opfer des NS-Regimes ehrenamtlich im Ausland arbeiteten.
Diesen Dienst löste der ADiA im Zuge einer Änderung des Zivildienstgesetzes am 01. Juli 1986 ab.Seither ist er als Wehrersatzdienst anerkannt und kann somit statt des Zivildienstes abgeleistet werden. Die Freiwilligen arbeiten zum Beispiel in Pflegeheimen und Krankenhäusern. Sie können sich auch pädagogisch in Museen, Gedenkstätten, Schulen oder in der Jugendarbeit engagieren.
Die Aufgabenfelder ähneln denen des Zivildienstes, allerdings ist die Bandbreite an Projekten und Stellen um einiges größer. Aus diesem Grund ziehen immer mehr junge Männer den ADiA dem Zivildienst vor, obwohl das Programm mindestens zwei Monate länger als der Zivildienst absolviert werden muss. Die Freiwilligen engagieren sich vor allem in Entwicklungsländern in Südamerika und Afrika. Sie können aber auch auf jedem anderen Kontinent arbeiten. Voraussetzung für ein Engagement ist, dass die Teilnehmer ihren Dienst vor ihrem 24. Geburtstag antreten und ihn vor Vollendung dem 25. Geburtstag beenden.
