Isaak und Ismael

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Abraham tat, was Gott ihm gesagt hatte. Am nächsten Morgen gab er Hagar und Ismael Wasser und Vorräte und schickte sie fort. Die beiden wanderten durch die Wüste. Wir entdecken die Bibel: das Buch Genesis
Gott hatte sein Versprechen gehalten und Sara und Abraham eine Sohn geschenkt, obwohl die beiden schon sehr alt waren. Sie gaben ihm den Namen Isaak. Der Kleine wuchs heran. Oft tollte er mit seinem Halbbruder Ismael herum, dem Sohn von Abraham und der Dienerin Hagar. Und wie das bei Geschwistern so ist: Die beiden Jungen stritten sich, aber sie versöhnten sich auch wieder.Sara wurde wütend
Eines Tages beobachtete Sara Isaak und Ismael. Sie wurde wütend, denn Ismael machte sich über Isaak lustig und ärgerte ihn. Sara dachte über die Zukunft nach. Da spürte sie, wie Neid und Missgunst in ihr hochkamen: Isaak würde später einmal sein Erbe mit Ismael teilen müssen. Das aber wollte Sara nicht zulassen. Deshalb bat sie ihren Mann Abraham, Hagar und Ismael fortzuschicken.
Gott löst Abrahams Konflikt
Abraham war traurig. Denn Ismael war ja auch sein Sohn. Doch dann dachte er über seine große Freude nach. Sara und er hatten die Hoffnung auf ein Kind schon aufgegeben. Da kam erreichte sie Gottes Zusage. Die Geburt Isaaks war deshalb für Abraham wie ein Wunder. Gott spürte den Zwiespalt, in dem Abraham steckte, und er sprach zu ihm: „Du kannst Hagar und Ismael fortschicken. Ich werde mich um sie kümmern und Ismael beschützen. Denn auch er ist dein Nachkomme und soll einmal der Stammvater eines großen Volkes werden.
Müssen Hagar und Ismael sterben?
Abraham tat, was Gott ihm gesagt hatte. Am nächsten Morgen gab er Hagar und Ismael Wasser und Vorräte und schickte sie fort. Die beiden wanderten durch die Wüste. Die Sonne brannte heiß, und bald hatten sie ihre Vorräte aufgebraucht. Der Weg wurde immer beschwerlicher, und der Durst quälte Hagar und ihren Sohn sehr. Ismael war so schwach, dass er nicht mehr gehen konnte. Hagar brach es das Herz. Sie wollte nicht zusehen, wie ihr Junge starb. Und sie legte ihn in den Schatten eines Strauchs, um ihn wenigstens etwas vor der sengenden Sonne zu schützen. Dann setzte sie sich ein paar Schritte entfernt in den Sand und weinte bitterlich.
Gott beschützt Mutter und Sohn
Gott hörte das Weinen Ismaels und Hagars. Und er sprach durch einen Engel zu Hagar: „Fürchte dich nicht! Ich habe dein Elend gehört. Ismael wird nicht sterben. Ich will für ihn sorgen. Und aus seinen Kindern werde ich ein großes Volk machen.“ Hagar blickte um sich und entdeckte eine Wasserquelle. Dankbar schöpfte sie Wasser und gab Ismael zu trinken. Sie dankte Gott, der sie und ihren Sohn gerettet hatte und der sie beschützte.
Kurz erklärt
Liebe Kinder,
das ist ja grausam! Da schickt Abraham Hagar und seinen Sohn Ismael in die Wüste! Und Gott rät ihm sogar dazu! Wie kann er nur so etwas tun? Dies sind vielleicht eure ersten Gedanken beim Lesen dieser Geschichte.
Hagar erkennt die Quelle
Wir haben das Bild von Hagar und Ismael vor Augen: Durstig wandern sie durch die Wüste – erbarmungslos der heißen Sonne ausgeliefert. Dieses Bild ist so grausam, dass wir vielleicht eine wichtige Stelle im Text überlesen: Gott verspricht Abraham, Ismael zu retten und aus seinen Nachkommen ein großes Volk zu machen. Abraham vertraut auf Gottes Zusage. Und Gott öffnet Hagar die Augen. Sie erkennt die Quelle, aus der sie Wasser und damit Leben schöpfen kann. Und er lässt sie wissen: „Ich habe dein Elend gesehen. Fürchte dich nicht! Ich bin bei dir und beschütze dich und deinen Sohn!“ Hagar und Ismael setzen ihren Weg verwandelt fort. Sie sind nicht mehr mutlos und verzweifelt, sondern erkennen die Oasen am Wegesrand.
Die Durststrecken des Lebens
Auch wir wandern oft durch Wüsten. Manche Leute reden von Durststrecken. Jede und jeder von uns hat schon einmal Durststrecken überwinden müssen. Hier einige Beispiele: Da stirbt ein Mensch, der einem anderen alles bedeutet hat. Da gehen Ehen in die Brüche, und Kinder leiden unter der Trennung von Mama oder Papa. Da verlieren Mütter oder Väter ihren Arbeitsplatz. Und die Familie, der es bisher gut ging und die sich manches leisten konnte, lebt nun von der Sozialhilfe. Da wird ein Kind von seinen Mitschülern gehänselt und gequält. Und die Angst ist nun sein ständiger Begleiter auf dem Schulweg. Dies alles sind Durststrecken – beschwerliche Wege durch die Wüste. Vielleicht befindet sich ganz in der Nähe eine rettende Oase, aus der wir Kraft schöpfen können. Doch wir erkennen sie (noch) nicht.
Oasen in der Wüste des Lebens
Oasen auf dem Weg durch die Wüsten unseres Lebens können andere Menschen sein: Eltern, Geschwister, Oma oder Opa, Lehrer, gute Freunde – manchmal vielleicht auch ein Unbekannter, der plötzlich da ist, einen Rat weiß, Mut macht und uns mit Gottes Hilfe Oasen zeigt - mitten in der Wüste unseres Lebens. Gott spricht durch diesen Menschen zu uns – so wie er durch den Engel zu Hagar gesprochen hat: „Ich habe dein Elend gesehen. Fürchte dich nicht. Ich bin bei dir.“ Dies ist die gute Botschaft der Geschichte von Hagar und Ismael und vieler anderer Wüstengeschichten. zum Anfang
