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Der heilige Markus

Limburg-Brüder: Buchillustrationen für Karl I. von Savoyen: Das Martyrium des Markus, 1413 - 1416
© Limburg-Brüder
Eine Marmorstatue des heiligen Markus.

Am 25. April ist Namenstag des heiligen Markus, der einen Teil der Bibel verfasste

Lukas hat eine Einladung von seinem Klassenkameraden Marco zum Namenstag bekommen. „Wir feiern am Tag selber, nämlich am 25. April“, hat Marco auf die Karte geschrieben. „Gibt es denn überhaupt einen heiligen Marco?“, fragt Lukas seinen Papa. „Der Name Marco kommt von Markus“, erklärt der Vater. „Und der war ein Heiliger.“ Und dann erzählt er Lukas die Geschichte des heiligen Markus:

Auf Missionsreise mit Paulus

„Markus, der eigentlich Johannes Markus hieß, stammte aus Jerusalem. Seiner Mutter gehörte das Haus, in dem Jesus mit seinen Jüngern das Abendmahl gehalten hat. Vielleicht ist Markus ja sogar Jesus einmal begegnet. Wir wissen es nicht. Vielleicht hat er ihn predigen hören, oder er hat zugesehen, wie Jesus Wunder wirkte. Von den Aposteln wird Markus jedenfalls manches über Jesus erfahren haben. Denn sie versammelten sich nach dem Tod und der Auferstehung Jesu immer noch manchmal im Haus von Markus Mutter. Nachdem Markus Christ geworden war, trieb es ihn hinaus. Er begleitete Paulus und Barnabas auf ihren Missionsreisen und kam so auch nach Rom. Dort lernte er Petrus kennen und wurde dessen Schüler.

In Rom das Evangelium geschrieben

Hier in Rom soll Markus sein Evangelium geschrieben haben. Dieses Evangelium beginnt nicht mit der Kindheitsgeschichte Jesu, sondern mit Johannes, dem Täufer, der wie ein Löwe seine Stimme in der Wüste erschallen ließ. Markus wird deshalb auch mit einem geflügelten Löwen und einem aufgeschlagenen Buch dargestellt. Nachdem Petrus in Rom um das Jahr 65 getötet worden war, reiste Markus nach Alexandrien in Nordägypten. Dort gründete er eine Kirche und wurde deren erster Bischof.

Am Ostertag verhaftet

Markus starb in Alexandrien den Märtyrertod. Christenfeindliche Einwohner von Alexandrien waren nämlich neidisch auf ihn. Denn er war in seiner Gemeinde sehr beliebt. Eine große Schar aufgehetzter Anhänger des alten Götterglaubens drangen am Ostertag in die Kirche ein, in der Markus mit seiner Gemeinde die Messe feierte. Sie schleppten ihn ins Gefängnis und kurze Zeit später wurde Markus mit einem Seil um den Hals zu Tode geschleift. Die Meute wollte Markus Leichnam verbrennen, damit die Christen ihn nicht beerdigen konnten. Aber als sie schon den Holzstapel für das Feuer errichtet hatten, kam plötzlich ein Sturm auf. Große Hagelkörner prasselten nieder und Blitze schlugen ein. Dadurch wurden die Mörder des heiligen Markus vertrieben. Die Christen aber blieben. Ihnen geschah nichts. Sie nahmen den Leichnam des heiligen Markus mit und bestatteten ihn in ihrer Kirche.

Schutzpatron der Maurer

Seefahrer brachten einige Jahrhunderte später die Gebeine des heiligen Markus von Alexandrien nach Venedig, wo sie in der weltberühmten Markuskirche ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Markus wird übrigens besonderes als Schutzpatron der Maurer verehrt. Denn eine Legende erzählt, dass beim Bau der Markuskirche in Venedig ein Maurer vom Gerüst stürzte und wie durch ein Wunder unverletzt blieb.
Von Margret Nußbaum
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