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Getrennte Wege

Kirche und Logo Die Linke
© katholisch.de/Die Linke

Über die Zusammenarbeit von Kirche und „Die Linke“

In der jüngeren Vergangenheit betonten katholische Kirchenvertreter immer öfter, dass sie den politischen Parteien neutral gesinnt seien. Es gebe keine größere oder geringere Nähe zwischen den einzelnen Blöcken heißt es und nach einer kurzen Pause der Nachsatz: mit Ausnahme der Partei "Die Linke".

Das Verhältnis zwischen „Die Linke“ und Kirche ist dementsprechend bescheiden bis nicht vorhanden. Schon die im Juni 2007 zur Linken fusionierten Vorgängerparteien, die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) und PDS, standen den Kirchen nie besonders nahe. Vor allem die PDS, die Partei des Demokratischen Sozialismus, blickt mit ihren Vorbewegungen wie etwa der SED und KPD auf einen sehr langen geschichtlichen Weg zurück, der traditionell auf einem atheistischen Glaubensbild gründet.

Im Kommunismus begründeter Atheismus soll auch für das bislang noch ausstehende Parteiprogramm der Linken bedeutsam sein. So erklärte der damalige Parteichef und Fraktionsvorsitzender Oskar Lafontaine im April 2008, er wolle Passagen des Kommunistischen Manifests für den Wertekatalog seiner Partei übernehmen. Die Mitte des 19. Jahrhunderts verfasste Schrift von Karl Marx und Friedrich Engels gilt als ideologische Grundlage eines religionsablehnenden Kommunismus. Lafontaine hat eine für seine Partei passende Passage im Manifest gefunden wie er in einem Interview mit der Zeitung die Welt erklärte: die Bourgeoisie, die Oberschicht hat „an die Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhüllten Ausbeutung die offene, unverschämte, direkte, dürre Ausbeutung gesetzt“. 

Katholische Kindheit und Jugend 

Verwunderlich, dass dieser Vorschlag vom katholisch sozialisierten Oskar Lafontaine kommt. Denn der ehemalige SPD-Politiker besuchte ein bischöfliches Internat und das Cusanuswerk, die Begabtenförderung der Deutschen Bischofskonferenz, unterstützte sein Studium. Bis vor einigen Jahren setzte Lafontaine auch noch auf den Dialog mit den Kirchen. So besuchte er beispielsweise den Katholikentag in Saarbrücken oder traf sich mit Kardinal Karl Lehmann.

Von den Mitgliedern der Links-Fraktion machen nur drei eine Angabe zu ihrer Konfession. Neben Lafontaine gehören dazu der ebenfalls von der SPD zur Linken übergetretene Ulrich Maurer und Bodo Ramelow, der ehemlige Religionsbeauftragte der Fraktion. Während die beiden früheren Sozialdemokraten katholisch sind, ist Bodo Ramelow Protestant und als Mitglied der Synode der evangelischen Kirche auch als Christ aktiv. Im Interview mit katholisch.de erklärte er, dass einige seiner Parteigenossen sein öffentliches religiöses Bekenntnis nicht nachvollziehen können.

Erstmals hat es im April 2007 ein Spitzentreffen zwischen der katholischen Kirche in Deutschland und führenden Vertretern der
Linkspartei gegeben. Der damalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, kam mit den beiden damaligen Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi und Oskar Lafontaine zusammen. Beide Seiten wollen den Dialog fortsetzen.

Dialog ohne offizielle Zusammenarbeit

Auch wenn es keine offizielle Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und der Linken gibt, hat Ramelow in seiner Zeit als religionspolitischer Sprecher seiner Fraktion den Dialog zu den anderen kirchenpolitischen Sprechern im Bundestag gesucht. Er schloss sich auch den vier Sprechern an, als sie im Sommer 2007 Papst Benedikt XVI. im Vatikan besuchten.

Gregor Gysi setzt ähnlich wie Ramelow auf einen eher entspannten Kurs zur Kirche. Gysi selbst bezeichnet sich zwar als „Heide“, doch er glaubt, dass die Kirchen derzeit die einzige gesellschaftliche Kraft seien, die moralische Positionen mit allgemeiner Verbindlichkeit formulieren könnten. Auf Unverständnis trifft bei Gysi allerdings die Sexualmoral der katholischen Kirche.

Die Arbeit der Linken und der Kirchen verläuft vorwiegend ohne gegenseitige Beachtung. Ausnahme sind kritische Äußerungen der Kirchen zu beispielsweise sozialen Missständen in Deutschland. Dieser Kritik pflichtet die Linke meist bei, aber nach gemeinsamen Lösungen wird bislang nicht gesucht.

Von Kristina Kiauka

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