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Kirche für Kids  Seite drucken

In der evangelischen Kirche

Laura lernt die Unterschiede zwischen evangelischen und katholischen Gottesdiensten kennen


Lena ist evangelisch. Sie und Laura sind gute Freundinnen. Am letzten Sonntag hat Lena gefragt: „Möchtest du heute einmal mit mir in den evangelischen Gottesdienst gehen?“ Und Laura hat Ja gesagt.

Hier gibt es eine Pfarrerin

Laura und Lena sitzen in der ersten Bank. Das Orgelspiel beginnt, und eine Frau in einem schwarzen Talar betritt die Kirche. „Ist sie eine Ordensschwester?“, flüstert Laura. „Nein, das ist unsere Pfarrerin“, antwortet Lena. Laura staunt und möchte wissen: „Dürfen Frauen bei euch Pfarrerinnen werden?“ „Ja“, sagt Lena, „und sie dürfen auch heiraten und Kinder bekommen.“

Kein Kreuzzeichen

Die Pfarrerin vermeldet, was es Neues in der Kirchengemeinde gibt. Dann stimmt die Orgel das Eingangslied an: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ „Das kenne ich!“, freut sich Laura. Und sie singt kräftig mit. Laura wundert sich. Denn der Ablauf des Gottesdienstes in der evangelischen Kirche unterscheidet sich kaum von dem in der katholischen Kirche. Doch einige Unterschiede fallen ihr auf: Evangelische Christen machen kein Kreuzzeichen, und sie knien nicht nieder.

Das Glaubensbekenntnis

Die Gemeinde steht auf und betet das Glaubensbekenntnis. Laura betet mit. Bis auf ein einziges Wort ist alles gleich. Katholiken beten: „Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche...“ In der evangelischen Kirche heißt es „... die heilige christliche Kirche...“.

Das Abendmahl

Laura stellt fest, dass die evangelischen Christen wie in der katholischen Kirche zum Altar gehen und eine Hostie bekommen. Lena erklärt: „Bei uns heißt das nicht Kommunion, sondern Abendmahl. Und wir nehmen nicht nur das Brot, sondern trinken auch Wein oder Traubensaft aus einem Kelch.“ Laura passt genau auf, als die  Pfarrerin die Einsetzungsworte Jesu beim letzten Abendmahl spricht: „Das ist mein Leib...“ – „Das ist mein Blut...“. „Genau wie bei uns“, denkt Laura. Doch bei der Wandlung hebt die Pfarrerin Brot und Kelch nicht hoch. Und es wird auch nicht geklingelt.

Die Unterschiede

Nach dem Gottesdienst steht die Pfarrerin an der Kirchentür. Sie gibt jedem zum Abschied die Hand und wünscht einen schönen Sonntag. Laura lächelt ihr zu. Da spricht die Pfarrerin sie an: „Dich kenne ich ja noch gar nicht.“ „Ich bin ja auch katholisch“, antwortet Laura. „Aber heute bin ich mit Lena hier. Sie ist nämlich meine Freundin.“ Dann fragt Laura die Pfarrerin nach den Unterschieden zwischen der Kommunion und dem Abendmahl. Die Pfarrerin erklärt: „Brot und Wein sind bei uns wirklich Leib und Blut Christi. Aber erst dann, wenn jemand das Brot gegessen und den Wein oder Traubensaft getrunken hat. Und auch nur dann, wenn er daran glaubt. Anschließend sind die Hostien wieder normales Brot. Und im Kelch ist wieder Wein oder Traubensaft. In der katholischen Kirche werden Brot und Wein wirklich zu Leib und Blut Christi. Und wenn gewandelte Hostien übrig bleiben, werden sie in einem Tabernakel aufbewahrt.“ „Den kenne ich“, sagt Laura. „Er ist ganz golden und sieht aus wie Schatzschrank.“ „Du darfst gern wiederkommen, wenn du noch Fragen hast“, schlägt die Pfarrerin vor. „Gern“, sagt Laura und verabschiedet sich. Aber am nächsten Sonntag soll Lena zuerst mal mit in die katholische Kirche kommen. Und dann darf sie dem katholischen Pfarrer Löcher in den Bauch fragen. Darauf freuen Laura und Lena sich jetzt schon.

Illustration: Susanne Mix
Von Margret Nußbaum
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