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Maria, die Maienkönigin

Marienfigur
© katholisch.de

Die erste Marienandacht feierten Ordensbrüder in Oberitalien

Blumen und Blüten sind Symbole für Maria in ihrer Gnadenfülle. Für Gläubige ist sie die „Rose ohne Dornen“ und die „schönste Blume“ wie es in einem Marienlied heißt. Schwertlilien, Anemonen und Nelken erinnern an Maria, die schmerzhafte Mutter. Das Maiglöckchen gilt als Beigabe Marias und steht  – als beliebte Heilpflanze – für das Heil der Welt.

Im frühen Mittelalter stellten Künstler Maria häufig inmitten von Blumen dar. Sie sollten auch das verloren gegangene Paradies versinnbildlichen. Der Frühling steht für erwachendes Leben und Fruchtbarkeit, beides ist ebenfalls mit Maria als der Mutter Gottes verbunden.

Übrigens: In Ländern der Südhalbkugel feiern Katholiken nicht den Marienmonat Mai, vielmehr ist der dortige Frühlingsmonat November der Gottesmutter gewidmet.

Wie entstand die Tradition der Maiandachten?

Der Marienmonat wird am ersten Mai allerorts mit feierlichen Andachten eröffnet. Bereits im Mittelalter versuchte die Kirche einst heidnische Maifeste in christliche Feiern umzuwandeln.

Die erste Maiandacht feierte der Kamillianer-Orden 1784 in der oberitalienischen Stadt Ferrara. Im folgenden Jahrhundert verbreitete sich diese Form der Marienverehrung und setzte sich schließlich weltweit in der katholischen Kirche durch.

Auf deutschem Boden fand die erste Maiandacht 1841 im Kloster der "Guten Hirtinnen" bei München statt. Innerhalb weniger Jahre folgten die deutschen Diözesen dem Beispiel der Ordensschwestern.

Marienlieder und Gebete

Heute ehren vor allem die Bayern ihre Patronin mit blumengeschmückten Altären und festlichen Andachten.  Gläubige beten zur Gottesmutter und empfangen den eucharistischen Segen. Auch Rosenkranzgebete, gesungene Litaneien, das Marienlob oder Lichterprozessionen gehören zur Liturgie.

„Maria, Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen“, heißt es in einem alten Marienlied. Es ist eines von unzähligen Liedern. Organisten schöpfen aus einem breiten Repertoire, wenn sie die Gottesdienste im Mai musikalisch begleiten.

Maialtärchen

Bis nach dem zweiten Weltkrieg gab es den Brauch, auch im eigenen Heim einen kleinen Maialtar zu errichten. Dazu schmückten die Menschen eine Marienfigur oder ein Bild üppig mit Blumen und frischem Grün. Morgens mittags und abends betete die Familie zusätzlich ein Ave Maria.

Von Janina Mogendorf

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