Ein Eldorado für Familien mit Kindern

Die Kolping-Familienferienstätte bietet naturnahen Urlaub für Familien an
Jahr für Jahr verbringen Benedikt Gerling und Ursula Schreiber gemeinsam mit ihren drei Kindern ihren Urlaub im Vogelsbergdorf im hessischen Herbstein. „Einen schöneren Ort gibt es für uns nicht“, sagen sie. Ein Bericht über Urlaub in einer Kolping-Familienferienstätte.Ein echter Geheimtipp
Seit knapp einem Jahr zieren niedliche Gartenzwerge die Fensterbänke und Blumenkästen der Familie Gerling-Schreiber. „Die habe ich im Urlaub im Vogelsbergdorf getöpfert“, erzählt die neunjährige Klara stolz. Sofort gerät sie ins Schwärmen über die super Ferien, die sie öfter mit den Eltern und Geschwistern – Paula, elf Jahre, und Hannes, vier Jahre – in der Kolping-Ferienstätte verbringt: „Hier ist es super schön. Zum Glück fahren wir jedes Jahr nach Herbstein.“ Auf den Geschmack gebracht wurde die Familie durch Benedikt Gerlings Eltern. Die sind seit eh und je Mitglieder im Kolpingverband und kannten die Ferienstätte. „Die Empfehlung erwies sich als echter Geheimtipp. Denn hier findet man alles, was Familien brauchen“, schwärmt Benedikt Gerling.
Ganz entspannt anreisen
Es ist 16 Uhr. Auf dem kurzen Stück Autobahn aus Frankfurt geht es nur noch im Schritt-Tempo vorwärts. Familie Gerling-Schreiber setzt ihre Fahrt ganz entspannt über Landstraßen fort. Die Distanz zwischen ihrem Haus in Frankfurt und dem Vogelsbergdorf beträgt gerade mal eineinhalb Stunden. Als das Auto am „kleinen Bahnhof“, dem Eingang zum Gelände des Feriendorfs, hält, kommt ihnen auch schon der Leiter der Kolping-Familienferienstätte Hubert Straub kommt entgegen – umgeben von einer Schar Kinder. „Die Kleinen hängen immer wie die Kletten an mir“, lacht der „Bürgermeister vom Vogelsbergdorf“.
Gesunde Umwelt wird groß geschrieben
Hubert Straub möchte, dass seine Gäste sich in Herbstein wohl fühlen. Er knüpft an die Betrachtung des Malers Hundertwasser an, der einmal die fünf Häute beschrieben hat, in denen ein Mensch lebt: die eigene Haut, die Kleidung, das Haus, das soziale Umfeld und die Erde. „Unsere Dorfidee ist, unseren Gästen eine gute Zeit zu schenken, die unter die Haut geht, und in der Mann und Frau, Kind und Großeltern sich in ihrer Haut wohl fühlen“, erklärt Hubert Straub. Für eine gesunde Umwelt steht zum Beispiel der dorfeigene Kräutergarten.
„Unsere Köchinnen verfeinern das Essen mit den Kräutern. Und in Kursen vermitteln wir Kenntnisse über ihre heilende Wirkung“, sagt Hubert Straub. Auch das Heizen mit nachwachsenden Energien sowie eine gesunde Ernährung mit Produkten aus der Umgebung gehören zum Konzept der Ferienanlage. Viel Wert wird in Herbstein auf ein angenehmes Wohngefühl gelegt. Dafür steht die moderne, lichte Architektur der Ferienhäuser – umgeben von Wald, Wiesen und Feldern. „Eltern und Kinder empfinden es als Bereicherung, wenn sie mit anderen Familien des Dorfes Gemeinschaft positiv erleben“, ergänzt Hubert Straub. „Und last but not least sorgen wir mit unseren Naturprojekten dafür, dass Kleine und Große sich bei uns mit der Umwelt auseinander setzen.“
Totale Freiheit für Kleine und Große
Schon beim Abendessen treffen Eltern und Kinder auf Gleichgesinnte. Klara verabredet sich für den nächsten Tag mit einer neuen Freundin zum Reiten. Und Paula kann das Ende des Abendbrots kaum erwarten. Denn sie möchte mit einigen anderen Mädchen und Jungen „Vier gewinnt“ spielen. Ihr kleiner Bruder Hannes ist ebenfalls noch mobil. Ausgelassen tollt er auf der Wiese mit anderen Kleinkindern herum. Mit seinen neuen Freundinnen und Freunden wird er ab morgen den Mini-Club besuchen. Für die größeren gibt es den Maxi-Club und den XXL-Club.
Gemeinsam begutachtet die Familie die Arche, eine zweistöckige Holzkonstruktion. „Bundeswehrsoldaten haben sie im Rahmen eines Projekts für uns gebaut“, erzählt Hubert Straub. Sofort nehmen die Kinder das Schiff in Beschlag. Benedikt Gerling und Ursula Schreiber machen am ersten Abend in Herbstein einen ausgiebigen Spaziergang zu zweit. „Das ist unser Ritual. Nach diesem ersten Spaziergang ist der Alltag immer schon in weite Ferne gerückt. Der Erholungseffekt setzt hier im Vogelsbergdorf schnell ein“, meint Ursula Schreiber. „Vielleicht auch, weil die Kinder bestens versorgt sind. Sie genießen hier die totale Freiheit. Das ist für uns Eltern natürlich eine echte Entlastung.“
Eine warmherzige Atmosphäre
Der Mehrwert dieser Urlaubsform ist für Benedikt Gerling das Zusammentreffen mit Gleichgesinnten. „Die meisten Gäste bringen eine große Bereitschaft zur Kommunikation mit“, sagt er. „Dabei akzeptiert jeder, wenn man sich mal zurückziehen und seine Ruhe haben möchte. Aber wer Gesellschaft braucht, findet sie hier garantiert.“ Ganz wichtig ist Benedikt Gerling das Gefühl: Wir tun uns gut als Familie. Wir werden umfangen von einer warmherzigen, freundlichen Atmosphäre. Und wir werden so angenommen, wie wir sind.
Urlaub für Großeltern und Enkel
Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen, gibt es im Vogelsbergdorf mehr als genug. Lauschige Plätze im Freien, lichte Aufenthaltsräume und eine urige Dorfkneipe laden zum Verweilen und Klönen ein. Diese Atmosphäre genießen auch Gertrud und Werner Danielewski. Die Großeltern machen mit ihren beiden Enkelinnen Bianca, 13 Jahre, und Jasmin, acht Jahre, schon zum dritten Mal Urlaub in der Familienferienstätte. Aber auch Seniorenurlaube genießen die Danielewskis öfter im Vogelsbergdorf. „Wir fahren regelmäßig mit Bekannten dorthin. Das Programm beinhaltet Wellness und Kultur. Da ist für jeden etwas dabei“, sagt die 66-jährige Gertrud. Sie und ihr Mann sind seit 30 Jahren Kolping-Mitglieder sind. Doch dies ist bei der Buchung eines Urlaubs in einer Kolping-Familienferienstätte keine Bedingung. „Unsere Häuser stehen für alle zur Verfügung“, sagt Hubert Straub.
Angebote auch für Kirchenferne
Auch die Religionszugehörigkeit spielt keine Rolle. Trotzdem ist dem Leiter der Familienferienstätte der spirituelle Aspekt im Urlaub ein wichtiges Anliegen. „Immer mehr Menschen sind auf der Suche nach Impulsen und Sinngebung für ihr Leben – auch wenn sie keiner Kirche angehören“, weiß er. „Da sehen wir als katholische Einrichtung eine wichtige Aufgabe.“ Über mangelnde Teilnahme an den Wortgottesdiensten und Angeboten im Meditationsraum braucht sich Hubert Straub nicht zu beklagen. „Dies zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freut er sich.
Der Urlaub soll nachhaltig wirken
Auch wenn Hubert Straub und sein Team pro Jahr 23.000 Übernachtungen zählen: Das Urlaubsverhalten der Menschen hat sich in den letzten Jahren verändert. „Immer mehr kommen nur alle zwei Jahre oder bleiben eine statt zwei Wochen bei uns. Dies liegt eindeutig daran, dass das Geld für die Familien knapper geworden ist“, erklärt Hubert Straub. Umso wichtiger ist es ihm, den Menschen in dieser kurzen Zeit zu einem Urlaubserlebnis zu verhelfen, das sie so schnell nicht vergessen werden. „Unsere Programme sollen nachhaltig wirken und den Alltag der Menschen verändern“, hat er sich auf die Fahnen geschrieben.
