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Urlaub ohne Eltern  Seite drucken

Das erste Mal ohne Mama und Papa

Jugendliche in einer Reihe von hinten beim WJT
© katholisch.de

Jugendreisen sind ein wichtiger Schritt für die Selbständigkeit

Irgendwann ist es soweit: Kinder möchten nicht mehr mit Mama und Papa ans Meer oder in die Berge fahren, sondern gemeinsam mit Freunden Urlaub machen. Bei den Eltern löst dieser Wunsch oft gemischte Gefühle aus. Einerseits begrüßen sie es, wenn ihr Nachwuchs selbständiger wird. Anderer- seits tauchen Ängste auf: Wie verkraf- tet das Kind die erste große Trennung?

Der Anspruch an Qualität ist hoch

Urlaub ohne Mama und Papa: Das riecht nach Abenteuer und ist deshalb für etwa 50 Prozent der zwölf- bis dreizehnjährigen Mädchen und Jungen das Non-plus-ultra. Kein Wunder, dass sich im Bereich Kinder- und Jugendreisen eine Menge Anbieter auf dem Markt tummeln. Bei der Wahl nach seriösen Vereinigungen und Unternehmen hilft das „BundesForum Kinder- und Jugendreisen e.V.“ in Berlin. Es organisiert die Mehrheit der Kinder- und Jugendreiseveranstalter Deutschlands. Die 21 Mitglieder – alle gemeinnützige Organisationen - setzen sich für eine gute Qualität bei den Angeboten ein.

Die Auswahl ist groß

Darüber hinaus gibt es 60 Partner, die die Leitsätze und Kriterien des BundesForum anerkennen und sich zu deren Weiterentwicklung verpflichtet haben. Dabei ist es nicht wichtig, ob der Partner gemeinnützig oder kommerziell ist, sondern ob die Qualität seiner Arbeit stimmt. Auf der Homepage bundesforum.de sind alle Mitglieder und Partner aufgelistet. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Sportvereinen oder Pfarrgemeinden, die eigene Reisen für diese Zielgruppe veranstalten. Auch das Deutsche Jugendherbergswerk bietet Kinder- und Jugendreisen sowie Familienreisen und Ferien für Alleinerziehende an. Informationen unter: DJH-Reisen.de

Vorher sorgfältig prüfen

Eine entscheidende Rolle bei der Überlegung, ob ein Kind reif fürs Alleinreisen ist, spielt das Alter. Es sollte mindestens acht Jahre alt und seelisch stabil sein. Eine gute Voraussetzung: Das Kind hat bereits mehrmals woanders übernachtet oder ein paar Tage ohne Mama und Papa verbracht, etwa bei den Großeltern, bei einer befreundeten Familie oder auf der Klassenfahrt.

Die erste Reise sollte im Grundschulalter nicht länger als eine Woche dauern und das Ziel nicht weiter als 150 Kilometer von zu Hause entfernt sein, damit das Kind bei Heimweh abgeholt werden kann. Ideal ist es, wenn eine Freundin oder ein Freund mitkommen und wenn es die Gruppenleitung vor der Reise kennen lernt. Für Kinder jenseits des Grundschulalters bedeutet die Jugendreise einen wichtigen Schritt in Richtung Selbständigkeit. Sie lernen, sich allein zurechtzufinden und sich in einer Gruppe zu behaupten.

Reiten an der Nordseeküste

„Wär nur schon Sommer! Ich kann es kaum erwarten, wieder nach Büsum zu fahren!“, seufzt die elfjährige Svenja. Gemeinsam mit ihrer Freundin Karolin hat sie sich auch in diesem Jahr wieder bei „extratouren“ angemeldet. Diese Kinder- und Jugendreisen-Agentur ist aus dem Katholischen Ferienwerk Oberhausen entstanden, einem Zusammenschluss des Caritasverbandes, des BDKJ und des Katholischen Jugendamtes. „Wir haben Reiten gelernt und freuen uns jetzt schon wieder auf unsere Pferde und aufs Ausreiten im Gelände“, schwärmt Svenja.

Auch von den Wattwanderungen am Nordseestrand sind die Mädels begeistert. „Als gemeinnütziger Verein wollen wir mehr als ein kommerzieller Reiseanbieter sein“, erklärt die kommissarische Geschäftsführerin von „extraouren e.V. „Die Träger des Vereins bringen ihre pädagogischen und sozialen Kompetenzen ein. Dabei kommt uns die mittlerweile 50-jährige Erfahrung mit Kinder- und Jugendreisen zu Gute.“

In der Disco geht die Post ab

Auch Svenjas Bruder Kai, 15 Jahre, blickt auf erste Urlaubserfahrungen ohne Eltern zurück. „Letzten Sommer war ich mit ‚extratouren’ in Spanien. Da habe ich einen Windsurfing-Schnupperkurs gemacht“, erzählt er. „Der Campingplatz war super. Neben einem riesigen Pool gab es dort auch Tennisplätze, Minigolf, eine Streetball- und Beachvolleyball-Anlage. Und am Abend ging in der Disco die Post ab.“ Die Fahrt nach Spanien für diesen Sommer ist schon gebucht. Drei von Kais Urlaubsfreunden haben sich ebenfalls angemeldet. „Das gibt ein Wiedersehen!“, freut sich Kai.

Flug zum Weltjugendtag

Neben den Kinder- und Jugendreisen bietet ‚extratouren’ auch Sprachreisen an, etwa nach England, Malta und Frankreich. Junge Leute ab 15 Jahren können sich auf der Schwäbischen Alb im Gleitschirmfliegen ausbilden lassen oder mit Zelt und Rucksack durch den Westen Irlands wandern. Außerdem ist eine Flugreise zum Weltjugendtag 2008 nach Sydney/Australien geplant.

Von Lena Kaufmann
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