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Mit dem Pastor nach Norwegen

Norwegen
© pmac/Fotolia.com
Norwegen

Skandinavischer Abenteuerurlaub mit Elch-Safari und Gletschermulden

Viele Pfarrgemeinden bieten für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien Fahrten an, zum Beispiel Pastor Christoph Jansen, Pfarrer von Liebfrauen in Hennef/Sieg. Jahr für Jahr reist er mit Jugendlichen nach Norwegen.

Super Landschaft und urwüchsige Natur

Schon viermal war er mit Pastor Christoph Jansen in Norwegen. Und auch in diesem Sommer ist Jörg Schneider wieder dabei. "Nach dieser super Landschaft und der urwüchsigen Natur kann man regelrecht süchtig werden", erzählt der Siebzehnjährige. Dies kann Christoph Jansen nur bestätigen. Sein Liebesverhältnis zu Norwegen begann während der Studentenzeit. Und als er schließlich Kaplan in Wissen wurde, erfüllte er sich einen großen Traum und kaufte eine der für Norwegen typischen Hütten. Diese "Wissener Hytte", wie der mittlerweile 40-jährige Pfarrer sie getauft hat, liegt eine Stunde Autofahrt vom Fährhafen Kristiansand entfernt. Das Wasser müssen Christoph Jansen und seine jungen Reisebegleiter aus einem 40 Meter entfernt gelegenen Brunnen schöpfen. "Zunächst einmal habe ich die Hütte renoviert und mir eine kleine Solaranlage gebaut", erzählt der Pfarrer.

Fahrten auch im Frühjahr und Herbst

Eine eingeschworene Reisetruppe sind seine Messdiener. Aber auch andere Mädchen und Jungen ab zwölf Jahren dürfen mitkommen. "Mehr als zehn bis elf Leute sollten es aber nicht sein", schränkt Christoph Jansen ein. "Der Platz in der Hütte ist begrenzt. Und neben unserem Kleinbus fahren wir höchstens noch mit einem weiteren PKW nach Norwegen." Dafür reist Christoph Jansen zusätzlich auch in den Oster- und Herbstferien öfter mal Richtung Norden – natürlich gern in Begleitung seiner Jugendlichen.

Einmal ganz ohne Luxus leben

"Anfangs wussten wir nicht, was auf uns zukommt. Als wir ankamen, mussten wir mit unserem Gepäck erst mal über Stock und Stein laufen, bis wir die Hütte erreichten", erinnert sich Jörg Schneider an seine erste Norwegenreise. Mittlerweile ist er Profi und packt entsprechend weniger in seinen Trecking-Rucksack. Dass der Handy-Empfang sehr schlecht ist, stört die meisten Jugendlichen nicht. "Wenn die Sonne nicht scheint, können wir unsere Handys sowieso nicht aufladen", erzählt Jörg. "Denn über die Solaranlage bekommen wir nur wenig Strom. Aber mal ohne den üblichen Luxus leben ist ein Abenteuer der besonderen Art. Und wenn wir abends bei Kerzenlicht zusammensitzen, ist das total romantisch." Gekocht wird selber. Und im Sommer schmecken die Würstchen ohnehin am besten vom Holzkohlegrill. "Dafür müssen wir natürlich vorher Holz hacken. Aber das macht super viel Spaß", lacht Jörg. 

Die Hütte ist immer ausgebucht

"Für viele Jugendlichen ist die Ruhe und Abgeschiedenheit sowie der knapp bemessene Platz ungewohnt", erzählt Christoph Jansen. "Wir begrenzen die Fahrt deshalb auf etwa zehn Tage. Denn sonst bekommen die Mädchen und Jungen am Ende noch einen Hüttenkoller", lacht der Pfarrer. Wie beliebt seine Touren nach Norwegen seit Jahren sind, zeigen die Anmeldezahlen. "Wir sind immer ausgebucht. Und wer einmal dort war, möchte immer wieder hin", verrät Christoph Jansen. "Da passt einfach alles!", findet auch Jörg. "Ich selber bin längst zum absoluten Norwegen-Fan geworden."

Das schönste Schwimmbad der Welt

"Den jungen Leuten tut es gut, mal Abstand von ihrem sonst geregelten Leben zu bekommen", sagt Christoph Jansen. Der nur wenige Schritte entfernte See lädt um Schwimmen und Kanufahren ein. "Jeden zweiten Tag unternehmen wir auch etwas", sagt der Pfarrer. "Die Mädchen und Jungen sollen schließlich Land und Leute kennen lernen." Besonders beliebt sind Fahrten zu den Gletschertöpfen. "Dies sind Mulden in den Felsen mit 20 Grad warmem Wasser, das zum Baden einlädt", erklärt Christoph Jansen. Ganz Mutige springen 5 m von einem Felsen ins tiefe Wasser. "Es ist das schönste Schwimmbad der Welt, denn es wurde von unserem Schöpfer gebaut", meint der Pfarrer.

Auf Elch-Safari

Auch Go-Kart-Fahren und Rafting-Touren sind bei den jungen Leuten beliebt. "Vor zwei Jahren sind wir Richtung Nordkap gefahren", erzählt Jörg. "Die Fahrt dauerte elf Stunden. Aber es hat sich gelohnt. Es waren Eindrücke, die wir nie in unserem Leben vergessen werden." Sonntags wird auf der Terrasse der Wissener Hytte Messer gefeiert. Pfarrer Christoph Jansen spielt auf der Gitarre. "Eine super lockere Atmosphäre und für uns immer ein ganz besonderes Highlight", meint Jörg. Unvergessen bleibt für die Jugendlichen auch die Elch-Safari. Christoph Jansen kennt die Gegend wie seine Westentasche. Er weiß, welche Stellen im Wald am liebsten in der Dämmerung von Elchen aufgesucht werden. "Meine private Elch-Safari kostet keinen Cent - im Gegensatz zu den kommerziellen Angeboten", lacht der sympathische Pfarrer.

Das Gefühl von Unabhängigkeit

Warum zieht eine Gruppe Mädchen die Abgeschiedenheit in den norwegischen Wäldern einem Strandurlaub mit Partyspaß vor? "Wer einmal mit uns in Norwegen war, genießt dieses Zurückgeworfensein auf die Einfachheit des Seins", erklärt Christoph Jansen. "Es ist für junge Menschen heute eine beruhigende Erfahrung, dass man nicht ganz so abhängig von den Dingen des Alltags ist."
Von Lena Kaufmann
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