Wer, wann, was, wo

Eine Übersicht über das Programm des 97. Katholikentags
Bischöfe und Prominente kommen, Politiker sind dabei, Künstler und Jugendbands – der 97. Katholikentag in Osnabrück wird ein buntes, diskussionsreiches und auch nachdenkliches Treffen werden. Rund 1.000 Veranstaltungen gibt es in den fünf Tagen und die Vielfalt der Themen ist groß: „Kirche ohne Volk“, „Neue deutsche Teilung: arm und reich?“, „Jugend: Zu allem fähig, zu nichts zu gebrauchen?“, "Soziales Europa: eine Illusion?“ lauten einige Schlagwörter. Da hat man als Besucher die Qual der Wahl. katholisch.de gibt vorab einige Tipps.Der Katholikentag im Überblick:
Der Tagesablauf ist am Donnerstag, 22., bis Samstag, 24. Mai ähnlich:
Morgens von 8 bis 9 Uhr finden Gottesdienste statt. Von 9.30 bis 10 Uhr werden biblische Impulse angeboten, unter anderem mit Bischof Joachim Wanke, Erfurt, Benediktinerpater Anselm Grün, Landesbischöfin Margot Käßmann, MdB Wolfgang Thierse und MdB Annette Schavan.
Anschließend wird von 11 bis 12.30 Uhr zu Podien eingeladen. Nach einem Mittaggebet werden von 14 bis 17.30 Uhr wieder Podien angeboten. Um 18 Uhr gibt es Abendgebete und Gottesdienste. Konzerte, Lesungen und Feste finden abends von 20 bis 22.30 Uhr statt. Der Tag wird mit Nachtgebeten verabschiedet.
Die Kirchenmeile in der Osnabrücker Innenstadt ist täglich von 10.30 bis mindestens 18 Uhr geöffnet und der Eintritt ist, wie für die Konzerte im Schlossgarten, frei.
Grundsätzlich sollte man sich auf einen kleinen, „knuddeligen“ Katholikentag gefasst machen, denn Osnabrück ist nicht besonders groß. Die meisten Wege zwischen den Veranstaltungszentren sind bequem zu Fuß zu bewältigen. Wer sich die Zeit entspannt einteilt, sollte am Tag drei Veranstaltungen besuchen können, ohne dass diese sich überschneiden.
Merken sollte man sich den Domvorplatz, den Neumarkt sowie den Bahnhof. An diesen zentralen Punkten finden sich Erste Hilfe der Malteser, Toiletten, Gepäckaufbewahrung sowie weitere Info-Stände des Katholikentages. Darüber hinaus gibt es acht unterschiedliche Bühnen, mit wechselndem Musikprogramm, Vorträgen, Lesungen oder Theater:
Bühne am Markt, Bühne am Dom, Bühne am Nikolaiort, Bühne im Schlossgarten an der Universität, Aktionsbühne Ledenhof, Große Straße, Caritas-Bühne Nikolaiort und die Eine-Welt-Bühne an St. Johann.
Die Höhepunkte:
Mittwoch, 21. Mai:
„Kiek in- Abend der Begegnung“: Wer Krabbenpulen oder die Bremer Stadtmusikanten treffen will, der ist an diesem Abend in der Osnabrücker Innenstadt richtig. Dort stellt sich das Bistum Osnabrück mit all seinen Facetten vor. Um 18 Uhr wird der Katholikentag mit viel Prominenz auf dem Domvorplatz eröffnet. Ein gemeinsames Gebet auf allen Bühnen um 22.30 Uhr beschließt den Abend.
Donnerstag, 22. Mai:
Die Eucharistiefeier „Herr unser Herr, wie bist du zugegen“ mit einem 1.800-köpfigen Bistumschor findet im Schlossgarten von 10 bis 11 Uhr statt und wird in der ARD übertragen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht auf der Podiumsdiskussion „Donnerwetter! Höchste Zeit für eine gerechte Klimapolitik“ in der Stadthalle von 13.30 bis 15 Uhr.
Eine Bibelperformance mit Schauspieler Ben Becker und dem Filmorchester Babelsberg findet von 20 bis 22.30 Uhr im Schlossgarten statt.
Freitag, 23. Mai:
Um 18 Uhr findet der zentrale Ökumenischer Gottesdienst im Osnabrücker Dom statt. Das Konzert „Osnabrück rockt für 1 Welt“ mit der Band Culcha Candela aus Berlin fängt um 19 Uhr im Schlossgarten an.
Samstag, 24. Mai: Bundespräsident Horst Köhler wird zum Thema „Demokratie“ sprechen. Von 13.30 bis 16.30 findet auf der Bühne im Schlossgarten das Weltkinderfest der Sternsinger statt. Außerdem gibt es noch eine Geburtstagsparty: Misereor wird 50! Gefeiert wird ab 20 Uhr mit der Kölner a-capella-Gruppe „Wise Guys“ im Schlossgarten. Auf dem Markt und vor dem Dom findet ab 19 Uhr das „Fest der Kulturen“ statt.
Sonntag, 25. Mai: Um 10 Uhr beginnt der Hauptgottesdienst im Sportstadion „Illoshöhe“ mit Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz. Das ZDF überträgt die Messe.
„Zukunft von Glauben und Kirche“ und „Zukunft der Gesellschaft“ sind die beiden großen Themenbereiche. In über 300 Podien und Foren unterhalten sich Politiker, Experten, Laien, Geistliche, Jugendliche. Von der Frage, wie sich Menschen im ländlichen Raum organisieren, über Zen und Yoga im Christentum bis hin zu der Gala „Gott ist schön – Schönheit als Ideal von Models und Designern, Nonnen und Muslimen“, wird diskutiert und gestritten. Im Bereich „Zukunft der Gesellschaft“ reden vor allem politische Schwergewichte mit. Sei es in einem Podium zur Entwicklungshilfe mit Innenminister Wolfgang Schäuble, oder ein Statement von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen zum Thema „Braucht Mama Papa Staat?“
Podien finden über die ganze Stadt verteilt statt, vor allem in den einzelnen Begegnungszentren:
Die Zentren:
Christlich-Islamischer Dialog: Im Osnabrücker Haus der Jugend kann man parallel in der Bibel und im Koran lesen, sich mit den Grundlagen des Islam beschäftigen und sich in Podien mit der Frage nach einem gelingenden Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen auseinandersetzen.
Christlich-Jüdischer Dialog:
Viel Musik gibt es im „Lehrhaus Judentum“ in der katholischen Familienbildungsstätte. In einer internationalen Werkstatt für Jugendliche werden gemeinsam jiddische und hebräische Lieder einstudiert. Der Besuch des Felix-Nussbaum-Hauses vom Architekten Daniel Liebeskind ist ebenso empfehlenswert wie „eine jüdische Stadtführung“ durch Osnabrück.
Eine-Welt-Zentrum:
Dieses Zentrum gehört traditionell zu dem größten auf Katholikentagen. In und an der Kirche St. Johann am Neumarkt/Johannesstraße wird ein Eine-Welt-Dorf errichtet. Besonders lebendig verspricht auch der große weltkirchliche Gottesdienst am Freitag mit Erzbischof Ludwig Schick und Chören aus Indien, Afrika und Brasilien zu werden. Missio, Misereor und Renovabis sind ebenso vor Ort wie die „Missionare auf Zeit“ und die Kinder-Zirkusschule Barabella.
Das Familienzentrum:
Im Ratsgymnasium direkt am zentralen Veranstaltungsort „Schlossgarten“ befindet sich das Familienzentrum. Hier können Eltern ihre Kinder nicht nur gut betreut wissen (Do, 12-18.30, Fr/Sa 9-18.30), sondern auch Großeltern sich mit dem vierten Lebensalter auseinandersetzen. Viele Angebote sind auf Kreativität und Mitmachen ausgelegt. Es gibt Workshops, Märchenerzähler und ein Bühnenprogramm. Dazu gehören aber auch Eheberatungsangebote, Gesprächskreise, und Begleitung in der Trauerarbeit. In einer mobilen Kapelle kann man sich zurückziehen. Das Cafe Kohlenkeller und die Sonnenterasse laden zum Ausruhen ein.
Das Frauen- und Männerzentrum:
In der Ursulaschule direkt hinter dem Dom geht es in rund 80 gemeinsamen und getrennten Gesprächskreisen, Workshops und Impulsen um die existentiellen Fragen des Lebens: Leben-Sterben, Freiheit-Zwang, Einsamkeit-Gemeinschaft, Sinn-Sinnlosigkeit. Die
„Männer-Mokka-Bar“ setzt sich in besonders kreativer Weise mit den dem Thema „Der Mann als Krieger, Held, Magier und König“ auseinander.
Das Jugendzentrum:
„Wovon lebe ich? Wofür lebe ich? Mit wem lebe ich?“ – ganz in der Frage der Sinnsuche steht das Jugendzentrum in der Domschule am Herrenteichswall. Party, Sport, Kino und Theater drehen sich darum, wie Gott in mein Leben passt oder ob Gott mein Leben ist...
Zum Jugendzentrum gehört auch die Jugendkirche „Aqua“, der Name ist Programm und mehr wird nicht verraten!
Unbedingt mitmachen ist angesagt beim Video-Life Chat mit EU-Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering (Do 20-21.30 Uhr, Uni Osnabrück). Eine coole Sache ist außerdem das „Popmusikkino – mein Leben macht Sinn“ am Freitag, 23. Mai, 12.30 bis 14 Uhr sowie viele weitere Angebote.
Geistliches Zentrum:
Den Psalm 18 mehrstimmig hören, eine Vesper für junge Leute oder die Bibel als Theaterstück – in vielfältiger Weise steht im Geistlichen Zentrum im Gymnasium Carolinum an der Domsfreiheit , der Glaube und das Leitwort „Du führst und hinaus in die Weite“ im Mittelpunkt. In mehreren Werkstätten finden Exerzitien statt. Darüber hinaus gibt es Gesprächskreise mit geschulten Beraterinnen und Berater sowie Beichtmöglichkeiten.
Extra-Service für Eltern:
In der benachbarten Franz-von Assisi-Schule werden Kinder ab zwei Jahren betreut.
(Do, 12-18.30, Fr/Sa 9-18.30)
Liturgie und Kirchenmusik:
Singen mit Kindern, Ministrantenarbeit oder anders singen – in St. Katharinen geht es um musikalischen Ausdruck und die Form im Gottesdienst. Eine Ausstellung informiert über die Situation der Kirche im 20. Jahrhundert. Außerdem wird täglich von 22.30 bis 23.15 zu Orgelmusik meditiert.
Ökumene-Zentrum:
Die Taufe – so lautet der thematische Schwerpunkt im Ökumene-Zentrum in der Franz-von-Assisi-Schule. Der zentrale ökumenische Gottesdienst am Freitag, 23. Mai, 18 Uhr im Dom, wird auch als Taufgedächtnisgottesdienst gefeiert. Neben Podien zur Eucharistie und Ehe, hält Kardinal Karl Lehmann einen Vortrag „Auf dem Weg in die Weite – Perspektiven für die Ökumene im 21. Jahrhundert“ am Samstag, 24. Mai, um 11 Uhr in der Stadthalle.
