Eisbär, Erdgasauto und Co.

Der Katholikentag will zum ersten Mal klimaneutral werden
Hitzewellen, Hochwasserkatastrophen oder schmelzende Ski-Gebiete – nicht erst seit gestern sind die Menschen von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Daher ist der Katholikentag besonders in den vergangenen Jahren umweltbewusst und klimafreundlich gestaltet worden.Auch beim diesjährigen Katholikentag in Osnabrück wird Klimaschutz großgeschrieben. Aber die Veranstalter haben noch einen Schritt weiter gedacht: Zum ersten Mal in der Geschichte des größten deutschen Katholikentreffens soll die christliche Veranstaltung klimaneutral werden. In den fünf Tagen rechnen Experten mit einem Kohlendioxid-Ausstoß von rund 4.000 Tonnen. Dies ist bedingt durch die An- und Abreise von rund 40.000 Teilnehmern und dem daraus resultierenden, hohen Energiebedarf an den Veranstaltungsplätzen.
Klimaneutralität mittels Emissions-Gutschein
Die Menge an umweltbelastendem Kohlendioxid soll nun erstmalig an anderer Stelle eingespart werden. „Für jede Tonne CO2 steckt der Katholikentag Geld in Ausgleichsprojekte“, erläutert Martin Strauch, Geschäftsführer des Katholikentags. Über eine Agentur haben die Veranstalter ein Emissionszertifikat erworben, mit dem der Katholikentag ein Umweltprojekt im indischen Chattisgarh finanziert. Mit 70.000 Euro wird dort ein Biomasse-Kraftwerk unterstützt, das mit der Verbrennug von Reishülsen Strom erzeugt und in das lokale Netzwerk einspeist. Es gehört zu den ersten Projekten in Indien, das erneuerbare Energieträger einsetzt. Nach Angaben der Veranstalter werde auf diese Weise der CO2-Ausstoß des Katholikentags neutralisiert. „Für das Weltklima ist es unerheblich, wo klimaschädliche Treibhausgasse entstehen und wo sie neutralisiert werden“, erklärt Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA).
Umweltbewusstsein vor Ort fördern
Neben dem Emissions-Gutschein setzt der Katholikentag auf aktive Umweltmaßnahmen und will damit ein nachhaltiges Umweltbewusstsein bei den Besuchern schaffen. Die Mitarbeiter des Katholikentags fahren mit Erdgasautos, Broschüren werden auf Recyclingpapier gedruckt und an allen Veranstaltungsorten ist der Strom aus der Steckdose öko.
In den Gemeinschaftsquartieren wird ein ökofaires Frühstück angeboten mit regional angebauten Obst, Gemüse und Milchprodukten vom Bauerhof nebenan. Den Besucherinnen und Besuchern wird ans Herz gelegt, mit der Bahn anzureisen und während des Katholikentages die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Und auch die Kleinen sollen an den Umweltschutz herangeführt werden: Das Konzert „Eisbär, Dr. Ping und die Freunde der Erde“ im Zirkuszelt will das Thema kindgerecht anpacken.
