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Ich bete, weil...
In welchen Situationen beten Sie zu Gott?
Das Stoßgebet vor dem Elfmeter, der Dank nach bestandener Führerscheinprüfung, das Vaterunser im Gottesdienst. Das innige Bittgebet in einer Notsituation oder die stille Zwiesprache in einem ruhigen Moment. Gebete haben tausend Gesichter. Schreiben Sie uns, wann, warum oder wie sie beten an
info@katholisch.de. Gerne auch mit Foto. Wir veröffentlichen Ihre Antworten in dieser Rubrik.
Beten
So wichtig wie atmen
Sigrid Hensch-Wagner, Benediktinerin
Für mich ist beten so wichtig wie das Atmen. Im Gespräch mit Gott kann ich einerseits meine Sorgen abladen, aber auch meine Freude und meinen Dank zum Ausdruck bringen. Ein Tag ohne ein Gespräch mit Gott, käme mir wie ein verlorener Tag vor.
Wenn ich meinen besten Freund im Herzen trage, möchte ich auch tiefe innige Gemeinschaft mit Ihm haben, die ich der Eucharistiefeier für mich am engsten ist. Doch auch da, wo ich geh und steh, ist Gott mir nahe und wir können miteinander sprechen. Ich kann es nur jedem empfehlen.
Beten
Ein Gefühl es tun zu wollen
Adrian Wawrzinek aus Leinefelde, Techniker
Ich bete, weil ich die Verbindung zu Gott nicht abreißen lassen möchte. Jeden Tag stellen sich für mich neue Fragen und Herausforderungen, die im Gespräch mit Gott einen Sinn bekommen. Es gibt für mich nicht unbedingt eine bestimmte Zeit oder einen bestimmten Ort zu beten, sondern ein Gefühl, es tun zu wollen.
Beten
Mein ganzes Leben sei ein Gebet
Ludwig Stauder aus Mainz
Mein ganzes Leben sei ein Gebet - so bezeichne ich mein Beten mit dem Dasein vor Gott in der Welt, mit Meditieren von mir vertrauten Gebeten oder auch nur Gebetsteilen und vielen Liedern. Gern bete ich auch mit mir liebgewordenen Psalmen und neuerdings monatlich auch wieder einmal den Rosenkranz, hier am liebsten den trostreichen, der mir sehr gute Meditationsgrundlage ist.
Auch bete ich wieder den 'Engel des Herrn', wenn ich die Nachmittags- und Abendglocken höre, sicherlich profitiert mein Beten vom vor zwei Jahren begonnenen Rentnerdasein; im Berufsleben hatte man aufgrund des Leistungsdruckes und Stresses kaum Ideen zum Beten, sicherlich hin und wieder mal ein Stoßgebet, mehr nicht.
Beten
Verbindung halten
Matthias Gill aus Köln, Diakon
Beim Gebet denke ich an das Psalmwort: „Meine Seele hängt an dir, deine Hand hält mich fest.“ Beten ist für lebensnotwendig, lebensweisend. Im Gebet erfahre ich Freude und Selbstverwirklichung. Das Zentrale für mich ist, die Verbindung zu dem zu halten, dessen Idee ich bin.
Beten
Wie Brot und Wasser
Carl Wilhelm Macke aus München, Geschäftsführer "Journalisten helfen Journalisten" e.V.
In dem wunderbaren, von mir immer wieder gelesenen Buch "Was die Nacht dem Tag erzählt" schreibt der Autor Hector Biangiotti an einer Stelle: "Ich begriff die Poesie wie eine Art Gebet". So ist es auch mir seit den ersten Lesetagen meiner Jugend gegangen. Zu unterscheiden zwischen einem Gebet und einem Gedicht fällt mir deshalb schwer.
Jeden Morgen am Beginn des Arbeitstages lese ich einen Psalm oder ein Gebet oder ein Gedicht. Mein Gegenüber muß dabei nicht Gott sein und wenn er es ist, kann ich auch alttestamentarisch zornig gegen ihn sein. Ich kann auch an einen nahen Angehörigen, einen Freund, einen kranken Nachbarn, einen irgendwo in der Welt wegen seines Glaubens verfolgten Menschen denken. Ohne Gebete oder Gedichte jedenfalls könnte ich nicht leben. Sie sind mir so wichtig wie Brot und Wasser.
Beten
Stundengebete
Manfred Bauer, Diakon
Als Diakon pflege ich das Stundengebet der Kirche - auch über Laudes und Vesper - hinaus. Seit Kindertagen schätze ich - angeleitet durch Oma und Eltern - in der Gemeinschaft das Rosenkranzgebet und diverse Andachten (Mainandachten, Oktoberrosenkranz, Frauendreißiger, Angelus). Im Gebet pflege ich Zwiesprache mit Gott und so manches Mal gelingt der "Gedankenaustausch" mit lieben Verstorbenen.
Beten
Mein tägliches Zwiegespräch
Simone Glunz
Seit ich wieder mein tägliches Zwiegespräch mit Gott pflege, habe ich meine Innere Ruhe und Ausgeglichenheit wieder gefunden. Ich bete / spreche mit ihm in vielen Momenten, wenn ich Kraft benötige, wenn ich unsicher bin, wenn ich Ängste habe. Aber ich danke ihm auch in vielen Situationen, in denen ich spüre, diese Hürde habe ich nur durch sein Beisein gemeistert, diese schönen Augenblicke verdanke ich ihm. Mit "ihm" fühle ich mich nicht alleine.
Beten
Beten befreit die Seele
Wilhelm Ortmanns aus Würselen, Mitglied im Kirchenvorstand
Ich bete, weil mein Glaube an Gott mit jedem Gebet fester und inniger wird. Beten befreit die Seele von allen Ängsten. Ich bitte Gott mit jedem Gebet um seinen Segen für meine Familie und mich.
Beten
Die Seele mit dem Herrn verbinden
Kathrin Honduras aus Würzburg, Übersetzerin
Ich bete, da es meine Seele mit dem Herrn verbindet, durch das Gebet bin ich Ihm den ganzen Tag nahe. Ich liebe es, in eine Eucharistiefeier zu gehen, die ganz schlicht ist mit einfachen Gebeten, ja, sogar mit wenig Gesang, da kann ich am Besten meine Seele zu Ihm erheben. Das Gefühl, Christus ganz in mir zu haben, nach der hl. Kommunion ist für mich unbeschreiblich schön. Ich möchte sagen wie Paulus: Nicht ich lebe, Christus lebt in mir. Amen.
Beten
Austausch zwischen Gott und mir
Jenny Xufré aus Girona, Spanien, Pressereferentin
Wenn ich bete, dann bitte ich Gott gewöhnlich um Hilfe. Ich bitte ihn, den Menschen, die mich umgeben zu helfen, wenn es ihnen schlecht geht. Wenn ich bete und um etwas bitte, dann verzichte ich meist auf etwas für mich selbst. Es ist eine Art Austausch zwischen ihm und mir.
Beten
Beten zu jeder Zeit
Uwe Schmidt aus Leverkusen, Theologe und Diplom-Kaufmann
Ich bete, weil ich weiß, dass es Gott gibt. Dass er eine Person ist und ich mit Ihm ein persönliches Verhältnis haben kann und auch habe. Ich bete täglich vor den Mahlzeiten, morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Zubettgehen. Ich bete aber auch während des Tages, doch habe ich hierfür keine fixen Zeiten oder Anlässe.
Gott ist stets und überall nur ein Gebet von uns entfernt, sodass wir stets und überall im Gebet zu Ihm sprechen können.
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Beten
Weltweiter innerer Gottesdienst
Regina Lochner aus Sarajewo, Beamtin im Auswärtigen Dienst an der Deutschen Botschaft
Mein Mobiltelephon klingelt jeden Tag um 12.00 Uhr, um mich an die Zeit für das Angelus-Gebet zu erinnern. Ich schaffe es nicht immer, am Arbeitsplatz die Akten niederzulegen und mich auf das Gebet zu konzentrieren, aber oft klappt es doch. Gerade dieses Gebet hilft mir, mich während des Tages bewusst zurückzunehmen und Gott dasein zu lassen, ihm die Ehre zu erweisen und mich an sein Wirken in der Welt, seine Einladung an uns und das zentrale Geschenk der Menschwerdung Jesu Christi zu erinnern. So nehme ich Teil an einer Art weltweitem, inneren Gottesdienst: denn viele Christen tun es mir gerade um diese Zeit gleich.
Beten
Beten für andere
Hanna Selters aus Fulda, Bürokauffrau
Manchmal bete ich, wenn ich das Martinshorn eines Krankenwagens oder der Feuerwehr höre und bitte darum, dass niemand schwer verletzt ist. Im Gottesdienst bete ich in den Minuten nach der Kommunion für Menschen, die mir nahestehen. Oft reicht die Zeit dann aber nicht aus.