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Isaak und Rebekka

Händchen halten
© KNA

Liebe auf den ersten Blick

Als Isaak ein junger Mann war, starb seine Mutter Sara. Abraham dachte nun immer öfter daran, was Gott ihm vor Isaaks Geburt versprochen hatte: „So zahlreich wie die Sterne am Nachthimmel werden deine Nachkommen sein.“

Abrahams Bitte an seinen Diener

Eines Tages rief Abraham seinen vertrauten Diener zu sich und sagte: „Es ist Zeit, eine Frau für Isaak zu finden. Doch es soll keine Kanaaniterin aus dieser Gegend sein. Denn die meisten Menschen hier sind Heiden. Sie glauben nicht an meinen Gott. Mach dich deshalb bitte auf den Weg nach Mesopotamien – das Land, aus dem ich stamme. Und suche dort, in meiner alten Heimat und in meinem Stamm, nach einer Frau für meinen Sohn.“

Warum nicht Isaak?

Der Diener wunderte sich und fragte: „Warum schickst du Isaak nicht selbst nach Mesopotamien? Und was ist, wenn das Mädchen, das ich für deinen Sohn aussuche, nicht mit mir kommen möchte?“ Abraham antwortete: „Gott hat mich hierher geführt und dieses Land meinen Nachkommen versprochen. Deshalb muss Isaak hier in Kanaan leben und nicht im fernen Mesopotamien. Und wenn das Mädchen, das du aussuchst, nicht mitkommen möchte, dann ist mein Auftrag für dich erledigt, und du kehrst allein wieder nach Kanaan zurück.“

Gott soll helfen

Der Diener war einverstanden und machte sich mit seinen Kamelen auf den langen und beschwerlichen Weg nach Mesopotamien. Nach vielen Wochen kam er an den Brunnen der Stadt, in der Abrahams Familie lebte. Dort lagerte er mit den Kamelen an einem leeren Wassertrog und betete: „Herr, du Gott meines Herrn Abrahams, hilf mir, die richtige Frau für Isaak zu finden. Bald kommen Frauen zum Brunnen. Ich werde eine von ihnen um Wasser für mich und meine Kamele bitten. Lass es die Frau sein, die bereit ist, mit mir zu kommen und Isaaks Braut zu werden.“

Ein Mädchen aus dem Stamme Abrahams

Nach einer Weile kam ein schönes Mädchen mit einem leeren Wasserkrug zum Brunnen und schöpfte Wasser. Da ging Abrahams Diener auf sie zu und bat: „Bitte, lass mich einen Schluck von deinem Wasser trinken!“ Das Mädchen reichte ihm den Krug und fragte: „Soll ich den Wassertrog für deine Kamele füllen?“ Da freute sich der Diener, denn Gott hatte sein Gebet erhört. Er fragte das Mädchen nach seinem Namen. „Ich bin Rebekka“, sagte sie, „die Enkelin von Nahor.“ Nun war der Diener ganz sicher, dass Gott ihm die richtige Braut für Isaak geschickt hatte. Denn Nahor war der Bruder seines Herrn Abraham.

Rebekka sagt Ja

Der Diener erzählte Rebekka von seinem Auftrag. Das Mädchen freute sich. Denn sie spürte, dass es Gottes Wille war und dass sie mit Isaak glücklich werden würde. Auch ihre Familie war einverstanden, dass Rebekka Isaaks Frau werden sollte. Sie baten Rebekkas Amme, das Mädchen auf der langen Reise zu begleiten und bei ihr zu bleiben.

Liebe auf den ersten Blick

Da machten sich Rebekka, ihre Amme und der Diener auf den Weg nach Kanaan. Als sie fast ihr Ziel erreicht hatten, sah Rebekka einen Mann, der über die Felder ging. Er blickte auf und sah die Kamel-Karawane. Schnell ließ sich Rebekka von ihrem Kamel herunter und fragte den Diener: „Wer ist dieser Mann?“ Der Diener antwortete: „Das ist Isaak, der Sohn von Abraham.“ Isaak und Rebekka fanden sofort Gefallen aneinander. Es war Liebe auf den ersten Blick. Und sie waren glücklich, dass Gott sie zueinander geführt hatte.

(Nacherzählt von Margret Nußbaum) 

Junge kratzt sich grübelnd am Kinn
© Claudia Paulussen/Fotolia.com
Denk' mal drüber nach!

Kurz erklärt

Liebe Kinder,

sicher fragt ihr euch: Wie kann es sein, dass Abraham seinen Diener bittet, eine Frau für Isaak auszusuchen? In unserer Kultur ist so etwas unvorstellbar. Aber damals war das anders. Da kam es vor allem darauf an, durch möglichst viele Kinder die Versorgung der Eltern im Alter abzusichern. Man legte zudem viel Wert darauf, dass die beiden Familien der Brautleute gut zueinander passten. Umso besser war es, dass Isaak und Rebekka sich von Anfang an liebten. Gott hatte die beiden unter seinen Segen gestellt.

Von Margret Nußbaum
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