logo


E-Mail-Adresse *

Anrede 

Vorname

Nachname

Aktion wählen:
 Anmelden
 Abmelden

Angaben mit * sind Pflichtangaben.


Liturgie  Seite drucken

Peter und Paul

Büsten von Peter und Paul im Kloster Reichenau
© KNA
Büsten von Peter und Paul im Kloster Reichenau.

Bereits seit dem vierten Jahrhundert ist das bekannte Apostelfest bezeugt

Das Hochfest Peter und Paul hat wie das Fest Johannes (24. Juni) und Maria Himmelfahrt in der römisch-katholischen Liturgie eine eigene Vigilmesse. Das verweist schon liturgisch auf die große Bedeutung, die den beiden "Kirchensäulen" zugemessen wird.

Vigilmesse bedeutet, es gibt in der Vorabendmesse (Vigil) und am eigentlichen Gedenktag zwei unterschiedliche Messtexte (Lesungen, Gebete, Präfation). Die Gläubigen dürfen in beiden Messen, die sie mitfeiern, die heilige Kommunion empfangen.

Das gemeinsame Gedächtnis von Peter und Paul wird seit der Mitte des vierten Jahrhunderts am gleichen Tag, dem 29. Juni, gefeiert. Nicht der Todestag der beiden Apostel Peter und Paul wird an diesem Tag gefeiert, sondern die vermutliche Übertragung ihrer Reliquien in die Katakomben an der Via Appia, nahe der heutigen Kirche San Sebastiano in Rom.

Drei Messen an einem Tag

Im vierten Jahrhundert gab es in Rom an diesem Tag gleich drei Messen (wie sonst nur Weihnachten): eine in Sankt Peter im Vatikan, eine in Sankt Paul vor den Mauern und eine in den Katakomben an der Via Appia, wo die beiden Apostel eine Zeit lang begraben waren und verehrt wurden. Später wurde das Gedächtnis des Apostels Paulus auf den folgenden Tag verlegt. Die Neuordnung des liturgischen Kalenders ist jedoch wieder zur gemeinsamen Feier am 29. Juni zurückgekehrt.

Dem karolingischen Theologen und Patriarchen Paulinus von Aquileia, (ca. 750-802) werden die beiden lateinischen Hymnen "Aurea luce et decore roseo" und "Felix per omnes festum mundi cardines" des Festtages "Peter und Paul" zugeschrieben. Aus Elementen der beiden Gedichte ist der Hymnus "O Roma felix" - "Glückliches Rom" entstanden.

"O felix Roma" preist die Stadt Rom glücklich. Es gibt viele Gründe, Rom zu beglückwünschen. Doch Paulinus von Aquileia lässt nur einen einzigen gelten: den Tod und das Leben der beiden großen Apostel Petrus und Paulus, die in Rom missionarisch wirkten und als Glaubenszeugen ebendort ihr Leben verloren.

"O Felix Roma!"

"O Felix Roma! / der Apostelfürsten Tod / hat mit dem Purpur / Ihres Blutes dich geschmückt. Ihr großes Leben, / nicht dein Ruhm und deine Macht, / gibt dir den Vorrang / vor den Städten dieser Welt."

Der Altar über dem Märtyrergrab in Sankt Peter verbindet die Erinnerung an die Lebenshingabe der beiden Apostel mit dem Gedächtnis der Selbstgabe Jesu Christi, der der römischen Weltmacht zum Opfer fiel, aber durch seine Liebe, sein Leiden und seinen Tod die Welt vom Opferzwang befreit hat. Nicht die überlebensgroßen Potentaten, nicht die gepanzerten Cäsaren, sondern die Glaubenszeugen Petrus und Paulus in ihrer Wehrlosigkeit sind die "Leuchten des Weltalls", Loben wir Gott, "da das Gedächtnis / deiner Zeugen uns erfreut!"

In vielen Bistümern der Weltkirche finden überdies an diesem Tag Priesterweihen statt.

Von Markus Schüppen
zum Anfang zum Anfang
Das Internetportal der Katholischen Kirche in Deutschland
© Katholisch.de
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Katholisch.de-Redaktion