Komm, wir finden einen Schatz!
Im Evangelium am Sonntag, 27. Juli, geht es um einen Schatz

Am Sonntag, 27. Juli, geht es im Evangelium um einen Schatz. Es ist eine Geschichte aus dem 13. Kapitel des Matthäus-Evangeliums, die ihr bestimmt sehr spannend findet. Also am besten hingehen und genau zuhören! Auch Laura und Lukas haben sich mit diesem Thema beschäftigt...
Bald geht’s auf große Fahrt
Oliver, der Gemeindereferent, hatte am letzten Schultag vor den Ferien Einladungen zum Kindergottesdienst verteilt. Er soll am Sonntag, 27. Juli, stattfinden. Und es geht um das Thema Schatzsuche. Laura und Lukas waren begeistert, als sie die Einladung bekamen. In der ersten Ferienwoche treffen sie sich noch mal, bevor es auf Urlaubsreise geht. Laura fährt mit ihren Eltern nämlich für zwei Wochen nach Österreich, Lukas verbringt zwei Wochen in einem Kinderzeltlager in Dänemark.
Bitte, erzähl mir die Geschichte!
„Super, da sind wir beide ja am 27. Juli längst wieder zurück!“, freut sich Lukas. „Ich bin schon ganz gespannt, was wir im Kindergottesdienst machen“, meint Laura. „Bestimmt eine Schatzsuche!“, vermutet Lukas.
Laura zieht ein Buch von Janosch aus dem Regal. „Komm, wir finden einen Schatz!“, liest Lukas. „Das Buch kenne ich nicht. Wovon handelt es?“, möchte er wissen. „Ich hab es schon oft gelesen, weil ich die Geschichte so schön finde“, antwortet Laura. „Soll ich sie dir kurz erzählen?“ „Au, ja! Bitte!“, freut sich Lukas. Und Laura erzählt:
Die beiden Freunde streiten
„Der kleine Bär und der kleine Tiger gehen auf Schatzsuche. Aber sie können den Schatz nirgends entdecken. Eines Tages finden sie einen Baum, der goldene Äpfel trägt. Sie füllen ihre Körbe so voll, dass sie sie kaum noch tragen können. Da bittet der kleine Tiger den kleinen Bären, ihn ein Stück zu tragen. Aber der Bär mag nicht. ‚Man kann immer nur eins tragen: einen Korb mit Gold oder seinen besten Freund’, sagt er. Die beiden streiten. Der Tiger meint, er sei wichtiger als der Korb mit Gold. Stimmt ja auch, aber der kleine Bär sieht das nicht ein. Sie werden wütend, beschimpfen sich und schlagen sich sogar.
Der größte Schatz auf Erden
Ein Vogel hat den Streit mit angehört und mischt sich nun ein: ‚Ihr Dummköpfe!’, schimpft er. ‚Wenn euch das Gold gestohlen wird, dann habt ihr nichts mehr - nicht einmal einen Freund. Was seid ihr dumm! Wer einen Freund hat, der hat doch den größten Schatz auf Erden gefunden.’“ „Der Vogel hat Recht“, sagt Lukas. „Ich würde dich auch tragen, wenn du nicht mehr weiterlaufen könntest.“ „Auch wenn du dafür einen Korb mit Gold stehen lassen müsstest?“, fragt Laura. „Ich glaube wohl“, sagt Lukas. Er überlegt eine Weile und meint dann: „Nein, ich weiß es ganz genau! Du wärst mir wichtiger.“ „Super!“, freut sich Laura. „Die Geschichte vom kleinen Tiger und vom kleinen Bären geht auch gut aus. Die beiden vertragen sich wieder. Das Gold wird ihnen gestohlen. Aber sie machen sich nichts mehr daraus.“
Für manche Menschen ist Geld alles
Plötzlich meldet sich Lauras Mama zu Wort: „Die Geschichte passt gut zum Evangelium, das Oliver euch am 27. Juli vorlesen wird“, sagt sie. „Da ist nämlich auch von einem Schatz die Rede. Jesus vergleicht das Himmelreich mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben ist. Ein Mann entdeckt ihn, grübt ihn aber wieder ein und verkauft in seiner Freude über den gefundenen Schatz alles, was er besitzt. Er kauft den Acker.“ „Hätte ich auch gemacht“, meint Lukas. „Ich auch!“, ruft Laura. „Und ich auch“, pflichtet ihnen die Mutter bei. „Wenn wir einen Schatz finden, möchten wir ihn auf keinen Fall verlieren. Aber manche Menschen sind um ihre Schätze, um ihr Geld und ihre Wertsachen so besorgt, dass sie aus lauter Angst vor dem Verlust an nichts anderes mehr denken können.
Wahre Schätze sind im Herzen
Das ist sehr schade. Denn sie vergessen darüber, wo die wirklichen Schätze verborgen sind. In der Erde jedenfalls nicht. Die Schätze liegen auch nicht in einem Bank-Safe.“ „Aber so denn sonst?“ möchten Laura und Lukas wissen. Die Mutter überlegt eine Weile und sagt: „Ein Schatz begegnet uns in jedem Menschen, er uns mag, der uns Mut macht und es gut mit uns meint. Ein solcher Schatz ist viel wertvoller als Gold. Denn Gold können wir verlieren. Es wird uns gestohlen oder ist irgendwann vielleicht wertlos. Ein Freund aber bleibt uns treu – auch wenn wir nichts mehr besitzen. Seine Freundschaft kann uns niemand wegnehmen. Denn Freundschaft trägt man im Herzen.“
Illustration: Susanne Mix
Von Margret Nußbaum
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