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Einzelne "Horen" (Stundengebete)  Seite drucken

"Siebenmal am Tag sing ich Dein Lob"

Einzug zum Stundengebet mit Kapuze
© Abtei Himmerod
Einzug zum Stundengebet bei den Zisterziensern in Himmerod Mitte der zwanziger Jahre

Beten auch mitten in der Nacht

Die Vigilien (lat. vigilia: das Wachen, Nachtwachen, die durchwachte Nacht)

Ursprünglich bezeichnen die Vigilien das Gebet in der Nacht. Seit dem 12. Jahrhundert verlegte man die Vigilien auf die frühen Morgenstunden oder rückte sie auf die Zeit vor Mitternacht.

Daraus entstand im späten Mittelalter der Brauch, die Vigilien schon am Vorabend zu halten.

Daneben bezeichnet Vigilien ganze Gebetsnächte, die wachend verbracht werden, z.B. vor Ostern. Die liturgische Feier der Osternacht ist die älteste und festliche Vigil, der andere Vigilien nachgebildet wurden.

Die Vigil beginnt mit einer Gebetseinladung (Invitatorium): "Herr öffne meine Lippen, damit mein Mund dein Lob verkünde" und einem Psalm. Danach kommen je nach Grad der Feierlichkeit zwei oder drei so genannte "Nachtwachen" (Nokturnen), die sich aus dem römischen (Soldaten-)Brauch herleiten, nach drei Stunden einen Wachwechsel durchzuführen.   

An Sonn- und Feiertagen feiert man drei Nachtwachen, die mit dem altkirchlichen Hymnus "Te Deum" und dem Evangelium des Tages abschließen, an Werktagen begnügt man sich mit zwei Nachtwachen.

Missionsdominikanerinnen Schlehdorf
© Schlehdorf
Das Stundengebet kann auch schon einmal musikalisch untermalt werden, wie hier bei den Missionsdominikanerinnen in Schlehdorf

Die Laudes: (lat. laudes: Lobsprüche, Lobgesänge)

Die Laudes bilden mit der Vesper am Abend die Angelpunkte des Stundengebetes, nach alter Überlieferung gedenken sie der Auferstehung Christi. Die Laudes stellen das Morgengebet dar.

Die Laudes haben ihren Namen von den drei letzten Psalmen (148 -150) des Psalmenbuchs, den so genannten Laudate-Psalmen bekommen. Kernstück der Laudes ist ein neutestamentlicher Lobgesang (zumeist Lk 1, 68-79). Fürbitten, das Vaterunser und ein Gebet schließen die Laudes ab.

Die sogenannten kleinen Horen, haben alle dasselbe Schema: Eröffnung, Hymnus, drei Psalmen, Kurzlesung, Wechselgesang und Schlussgebete.

Terz: (lat.: tertia, die dritte Stunde)

Gebet zur dritten Stunde des Tages (nach röm.Tageseinteilung), etwa 9 Uhr. Gebet vor der Arbeit, nach dem Markusevangelium Beginn der Kreuzigung.

Sext:  (lat.: sexta, die sechste Stunde)

Gebet zur sechsten Stunde des Tages (nach röm.Tageseinteilung), etwa 12 Uhr. Nach dem Markusevangelium die Stunde, in der eine „Finsternis über das ganze Land hereinbrach“. Gebet zum Mittag.

Non: (lat.: nona, die neunte Stunde)

Gebet zur neunten Stunde des Tages (nach röm.Tageseinteilung), etwa 15 Uhr. Gebet vor der nachmittäglichen Arbeit, nach dem Markusevangelium Todesstunde Christi.

Seminaristen beim Stundengebet in Diakoneninstitut Köln
© Erzbistum Köln
Stundengebet im Diakoneninstitut des Erzbistums Köln

Die Vesper:  (lat.: vespera: abends, Abendzeit)

Der liturgische Abendgottesdienst ist einer der ältesten und wichtigsten Teile des Stundengebetes. Die Vesper dankt für den endenden Tag und für die empfangenen Heilstaten Gottes.

Der Aufbau der Vesper ist ähnlich den Laudes, allerdings mit vier Psalmen, Hymnus, neutestamentlichem Lobgesang (Magnificat - Lk 1, 46-54) und Schlussgebet.

Die Komplet:  (lat.: completorium, Abchluss, Vollendung)

Die letzte Gebetsstunde, das Gebet zur Nacht. Diese "Schlussfeier" geht auf alten monastischen Brauch zurück. Basilius der Große (* um 330 bis +379) nennt sie bereits als gemeinsames Gebet vor dem Schlafengehen.

Die Komplet beginnt mit dem Lesesegen und einer kurzen Lesung. Das Schema danach folgt den anderen Horen, abgeschlossen wird die Komplet in der Regel mit dem "Salve Regina", einem gesungenen Gruß an die Gottesmutter.

Von Markus Schüppen
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