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Porträt Tagesmutter  Seite drucken

Tagesmutter mit viel Herz und Erfahrung

Tagesmutter Burga Beckers
© Lena Kaufmann
Burga Beckers (Mitte) begrüßt SKF-Mitarbeiterin Tanja Koglin, die gerade ihre Hausbesuche macht. Die drei Kleinen – Julie auf dem Arm, Finja und Franziska (rechts) sind gespannt: Ob die nette Dame auch mit uns spielt?

Burga Beckers ließ sich zur Tagesmutter ausbilden

Sechs Kinder hat Burga Beckers, 55 Jahre, groß gezogen. Das jüngste ist mittlerweile 19 Jahre alt. „Mir war immer schon klar, dass ich nach der Familienzeit irgendwas mit Kindern machen wollte“, sagt die ehemalige Kinderkrankenschwester. Nach einem Gespräch mit Tanja Koglin vom Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) in Stolberg stand ihr Entschluss fest, sich zur Tagesmutter ausbilden zu lassen.

Noch mal die Schulbank gedrückt

Burga Beckers belegte in der Katholischen Familienbildungsstätte „Helene-Weber-Haus“ in Stolberg einen Qualifizierungskurs für Tagesmütter. In insgesamt 30 Unterrichtsstunden frischte die erfahrene Mutter noch einmal ihr Wissen über die Ernährung und Pflege von Säuglingen und Kleinkindern auf. „Natürlich habe ich auch viel Neues dazugelernt, denn im Forschungsbereich ‚Frühkindliche Entwicklung’ hat sich in den letzten Jahrzehnten viel getan“, erzählt Burga Beckers. 

Als Grundvoraussertzung musste sie einen Kurs in Erster Hilfe für Säuglinge und Kinder absolvieren, ein polizeiliches Führungszeugnis und eine Gesundheitsbescheinigung aller Familienmitglieder besorgen.

Alle Voraussetzungen erfüllt

Beim Hausbesuch hatte SKF-Mitarbeiterin Tanja Koglin nichts zu beanstanden. Im Gegenteil: „Die räumlichen Gegebenheiten waren geradezu ideal“, erinnert sie sich. Kein Wunder. Denn Burga Beckers betreut ihre fünf Tageskinder in dafür eigens ausgebauten Räumlichkeiten. „Die Einliegerwohnung wurde früher von meinem Mann als Büro und später von meinem Sohn als Wohnung benutzt“, erklärt sie. Nun befinden sich hier ein großes Spielzimmer mit abgetrennter kleiner Küche, ein Schlafraum sowie ein kleines Bad. Der direkte Zugang zum Garten ist geradezu ideal. Burga Beckers hatte also alle Voraussetzungen erfüllt, die Tagespflegeerlaubnis zu bekommen.

Hausbesuche bei der Tagesmutter

„Wir legen großen Wert auf eine solide Ausbildung unserer Tagesmütter und arbeiten eng mit dem Städtischen Jugendamt zusammen“, erzählt Tanja Koglin, die sich beim SKF Stolberg um die Beratung und Vermittlung von Tagesmüttern kümmert. „Wir stellen für die Frauen den Antrag auf Pflegeerlaubnis beim Jugendamt. Die Kooperation mit der Behörde klappt ausgezeichnet, und alle arbeiten Hand in Hand.“
Die Tagesmütter verpflichten sich darüber hinaus zur Teilnahme an zwei weiteren Aufbaukursen. Und sie werden weiterhin vom SKF betreut und beraten. „Wir machen zwei Hausbesuche pro Jahr bei jeder Tagesmutter“, erklärt Tanja Koglin. Dabei werden nicht nur die räumlichen und hygienischen Verhältnisse überprüft. Die Tagesmütter haben darüber hinaus Gelegenheit, alle offenen Fragen zu besprechen. „Das funktioniert aber auch sonst sehr schnell und unbürokratisch. Denn wir sehen uns als Bindeglied zwischen Tagesmüttern und den Familien der betreuten Kinder“, sagt Tanja Koglin.

Tagesmutter Burga Beckers
© Lena Kaufmann
Hier sind Toben und Kuscheln angesagt; Burga Beckers und Praktikantin Tatjana haben ihren Spaß mit Julie und Finja

Rücksicht auf die Arbeitszeiten der Eltern

Viel Idealismus und Liebe zu Kindern sind die besten Voraussetzungen für eine Tagesmutter. Burga Beckers erfüllt sie voll und ganz. Es ist geradezu rührend zu beobachten, wie liebevoll sie Franziska und Finja – beide 15 Monate alt – sowie die gerade mal einjährige Julie umsorgt. Zwei weitere Kinder im Alter von neun und 20 Monaten kommen zu anderen Zeiten.

An drei Tagen in der Woche kümmert sich die Tagesmutter von 7.30 bis 17.30 um ihre Schützlinge, an den beiden restlichen Tagen von 7.30 bis 13.15 Uhr. „Ich stelle mich auf die verschiedenen Arbeitszeiten der Eltern ein“, erklärt Burga Beckers. Nur der Feierabend und die Wochenenden sind ihr heilig. „Die Zeit brauche ich für mich selbst und für meine Familie“, sagt sie. Unterstützt wird Burga Beckers zurzeit von der Logopädie-Studentin Tatjana Vossen, die bei ihr ein Praktikum absolviert. „Meine drei Mädels haben Tatjana sofort ins Herz geschlossen. Denn sie wird ständig von ihnen belagert“, lacht die Tagesmutter.

Mit Herz und Seele dabei

Viel Wert legt Burga Beckers auf einen Austausch mit den Eltern. Ein Schwätzchen beim Bringen oder Abholen der Kinder ist immer drin und auch notwendig. „Ich habe für jedes Kind ein Buch angelegt, mache Notizen und dokumentiere seine Fortschritte“, erklärt sie. Wickeln, Füttern, Spielen, Schmusen, Reimen, Singen und Erzählen: Burga Beckers Tag ist ausgefüllt. Und sie ist mit Herz und Seele dabei. „Ich habe immer gern mit Kindern zu tun gehabt. Denn das macht Leben aus. Das ist Basisarbeit, die in der heutigen Zeit immer wichtiger wird“, meint sie.

Von Lena Kaufmann
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