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Ganz in Mamas Nähe

Die Kleinen lernen voneinander – wie hier beim Essen. Das fördert die Selbständigkeit.
© Lena Kaufmann
Die Kleinen lernen voneinander – wie hier beim Essen. Das fördert die Selbständigkeit.

Eine betriebliche Kindertagespflege ist ideal

Wenn Barbara Köhling von der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mittags ihr Büro im St. Franziskus-Hospital Münster betritt, muss sie sich um die Betreuung der acht Monate alten Franka keine Sorgen machen. Denn ihr Töchterchen ist in der betriebseigenen Kindertagespflege gut aufgehoben.

Ideal für Ärztin mit Wechseldienst

Im Juni dieses Jahres sind die Räumlichkeiten im benachbarten Pfarrheim St. Mauritz offiziell eingeweiht worden. Doch die Erzieherin Ulrike Dietrich hatte ihre Arbeit bereits Mitte April aufgenommen – sehr zur Freude von Henrike Weishaupt, Ärztin in der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe im St. Franziskus-Hospital. Denn sie konnte Dank dieses Angebots ihre Berufstätigkeit wieder aufnehmen. Liv, zweieinhalb Jahre, und Leopold, 16 Monate werden nämlich während Mamas Arbeitszeiten in der Kindertagespflege des Hospitals betreut. „Der Tagesablauf ist gut strukturiert und die Kleinen werden mit großer Kompetenz und darüber hinaus liebevoll betreut und in ihrer Selbständigkeit gefördert“, lobt Henrike Weishaupt. Die langen Öffnungszeiten kommen ihren Arbeitszeiten entgegen, die zwischen Früh- und Tagdienst wechseln. „Bei den Öffnungszeiten bin ich absolut flexibel“, sagt Erzieherin Ulrike Dietrich. „Ich stelle mich auf die Bedürfnisse der berufstätigen Kolleginnen und Kollegen im Hospital ein.“

Wickeln, füttern, trösten

Henrike Weishaupt und Barbara Köhling konnten sogar ein Zusatzplus für sich verbuchen. Denn sie kannten Ulrike Dietrich bereits vorher sehr gut. Die Erzieherin arbeitete nämlich bis zur Übernahme der Kindertagespflege im Spielzimmer der Kinderklinik. Ulrike Dietrich erzählt vom Alltag in der Kindertagespflege: „Mit einem Kindergarten ist die Betreuung von  Babys und Kleinkindern nicht zu vergleichen. Immer muss eines  gefüttert, gewickelt oder getröstet werden.“ Zurzeit betreut die engagierte Erzieherin fünf Kinder. Demnächst kommen vier weitere und eine Kollegin als Unterstützung dazu.

Bei der Segnung der Räume im Pfarrheim der Gemeinde St. Mauritz waren alle Eltern und Kinder dabei.
© Lena Kaufmann
Bei der Segnung der Räume im Pfarrheim der Gemeinde St. Mauritz waren alle Eltern und Kinder dabei.

Nachahmenswertes Beispiel

Die Familienfreundlichkeit der Geschäftsführung des St. Franziskus-Hospitals ist nachahmenswert. Denn hier hat man erkannt: Mit guter Kinderbetreuung können Eltern mit freiem Kopf ihrer Arbeit nachgehen. Eine betriebliche Kindertagespflege ist auch deshalb ideal, weil sie sehr flexibel ist und auch bei betriebsbedingt veränderten Arbeitszeiten sofort reagieren und die Betreuungszeiten verändern oder erweitern kann. Burkhard Nolte, Geschäftsführer des St. Franziskus-Hospitals Münster erzählt von der Entstehung der betrieblichen Kindertagespflege: „Ende des letzten Jahres stellte sich bei einer Umfrage unter den Mitarbeitern der Klinik heraus, dass großer Bedarf für die Betreuung von unter dreijährigen Kindern bestand.“

Familienfreundliches Unternehmen

Dank der Unterstützung des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster, des Familienservices in Münster sowie der katholischen Kirchengemeinde St. Mauritz nahm die Idee, diesen Bedarf aufzufangen, konkrete Formen an. Das Hospital ist bisher das einzige Krankenhaus in Münster, das über eine betriebseigene Kindertagespflegeeinrichtung verfügt.  Der Geschäftsführer hebt die Verantwortung des St. Franziskus-Hospitals als familienfreundliches Unternehmen hervor und erklärt: „Insbesondere die Betreuung der unter dreijährigen  Kinder, die noch keinen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte haben, hatte bei unseren Planungen Priorität.“

Lena Kaufmann
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