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Die Kunst als Tür zur Kirche

Der Künstler Gerd Mosbach
© katholisch.de
Der Künstler Gerd Mosbach.

Mit 39 Jahren trat Gerd Mosbach der katholischen Kirche bei

Gerd Mosbach wurde 1963 in Köln geboren. Sein Kunststudium führte ihn nach Florenz, Mailand und Madrid. Heute arbeitet er als freischaffender Künstler in Köln. Seine Schwerpunkte sind neben freien Arbeiten, die Portraitmalerei und die Zusammenarbeit mit Unternehmen. Im Jahr 2002 trat der 39-Jährige der katholischen Kirche bei.

katholisch.de: Warum haben Sie sich mit 39 Jahren entschlossen, in die katholische Kirche einzutreten?

Gerd Mosbach: Die Tür zur Kirche war die Kunst. Und der Schlüssel war die Geburt und die Taufe meines Sohnes. Das waren Anlässe, mein Leben zu überdenken. Während meiner Jugend hat der Glaube weniger eine Rolle gespielt, da meine Eltern keiner Konfession angehörten. Nach mehreren Jahren, auch mit einigen Rückschlägen und Krisen, habe ich gemerkt, dass das nicht alles sein kann. Ich habe mir dann die Frage gestellt, ob der christliche Glaube wirklich Antwort auf meine innere Lehre gibt und er ein echtes Bedürfnis darstellt. Das habe ich mir positiv beantwortet und dann den Schritt gemacht.

katholisch.de: Wie sind sie vor Ihrem Eintritt mit der Kirche in Berührung gekommen?

Gerd Mosbach: Während meiner ganzen künstlerischen Laufbahn habe ich mich mit christlicher Kunst auseinandergesetzt, wobei die katholische Kirche eine bedeutende und tragende Rolle spielt. Deswegen lag das Katholische für mich nahe. Ich bin schon immer sehr gerne in romanische und gotische Kirchen gegangen, weil die sehr inspirierend sind. Die atmen den Glauben und die Leidenschaft der Leute in einer wuchtigen Art und Weise.

katholisch.de: Was hat sich seit Ihrem Kircheneintritt in Ihrem Leben verändert?

Gerd Mosbach: Während meiner Zeit in der Kirche, hat sich mein Glaube weiterentwickelt. Er ist mir vertrauter geworden, obwohl ich noch nicht angekommen bin, sondern mich am Anfang meines Weges befinde. Was ich vorher nur in der Kunst kannte und fühlte, kann ich jetzt besser verstehen und nachempfinden. Das Gefühl und Wissen um den einen Glauben bereichert mich sehr. Vor allen Dingen habe ich gemerkt, dass mir das sehr viel Ruhe und positive Inspiration gibt.Ich bin begeistert, wenn ich die Gemeinde sehe und erlebe, und besonders beeindruckt bin ich immer wieder durch die Liturgie.

katholisch.de: Was ist Ihnen aus Ihrer Vorbereitungsphase zur Taufe besonders im Gedächtnis geblieben?

Gerd Mosbach: Ich habe es mir beim Katechumenat sehr schwer gemacht, weil ich mit mir und meinem Glauben gerungen habe. Der Moment der Taufe selbst war sehr bewegend. Meine Erkenntnis, an Gott zu glauben, muss ich mir jeden Tag  wieder neu erkämpfen. Ich muss immer neu über mein Verhältnis zu meinem Glauben und zu Gott nachdenken. Es gibt Menschen bei denen sprudelt es heraus. Bei mir ist das etwas zäher. Aber vielleicht ist das ja mein persönliches Verhältnis zu Gott und wie er sich mir zeigt.

katholisch.de: Wie sehen Sie sich in Zukunft in Ihrer Kirche und in Ihrem Glauben?

Gerd Mosbach: Meine Aufgabe ist es, mich immer wieder mit meinem Glauben auseinanderzusetzen. Dafür möchte ich mich in meinen Glauben hinein transportieren. Ich kann ja nicht, wenn ich die Kirche betrete, ein anderes Gesicht aufsetzen. Warum auch, ich kann dem, um den es da geht, eh nichts vormachen. Ich nehme meinen Charakter so wie er ist, strubbelig und ungekämmt, mit in die Kirche und trage das da aus. Glauben ist ein Nehmen und Geben. Ich will sehr viel nehmen, da bin ich ehrlich. Und ich werde versuchen, mich für das zu bedanken, was Gott mir gibt.

Das Interview führte Jens Ofiera

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