logo

Bibel entdecken Bild: ©  Seite drucken

Jakobs Kampf

Jakob ringt mit dem Engel
© Gustave Dore

Jakob spürte, dass sein Gegner kein gewöhnlicher Mensch war

Nach langer Wanderschaft näherten sich Jakob und seine Familie dem Land Kanaan. Jakob dachte nun immer öfter an seinen Bruder Esau. Bestimmt war er ihm noch böse und sann auf Rache. Immerhin hatte Jakob seinen Bruder um das Erstgeburtsrecht betrogen.

Doch Jakob dachte auch an Gottes Versprechen in Bethel: dass er ihn beschützen und wieder nach Hause bringen werde. Er betete: „Gott, mein Herr! Als ich vor vielen Jahren meine Heimat verließ, hatte ich nur einen Stock bei mir. Nun bin ich reich und kehre mit meiner Familie und meinen Herden nach Kanaan zurück. Ich weiß, dass ich deine Gnade nicht verdiene. Aber schütze mich vor Esau und seinem Zorn!“

Ein Fremder greift Jakob an

Jakob wollte in dieser Nacht allein sein. Er brauchte Ruhe zum Nachdenken. Deshalb schickte er seine Familie mit den Dienern und Herden voraus. Sie sollten ohne ihn den Fluss Jabbok überqueren und am anderen Ufer auf ihn warten. Nach einigen Stunden tauchte in der Dunkelheit ein Fremder auf und griff ihn an. Jakob sprang auf, um sich zu verteidigen. Die beiden Männer rangen miteinander. Es war ein stundenlanger Kampf. Aber keiner der beiden Gegner wollte aufgeben. Plötzlich, es war schon am frühen Morgen, schlug der Fremde auf Jakobs Hüftgelenk und renkte es aus. Jakob konnte nicht mehr weiterkämpfen. Und er spürte nun, dass sein Gegner kein gewöhnlicher Mensch war.

Jakob bekommt einen anderen Namen

Als der Fremde gehen wollte, klammerte sich Jakob an ihn fest. Er sollte ihn nicht verlassen, ohne ihm seinen Segen zu geben. Da fragte der Fremde Jakob nach seinem Namen und sagte dann: „Ich will dir einen neuen Namen geben. „Man wird dich Israel nennen. Das bedeutet: einer, der kämpft und standhält. Du hast standgehalten im Kampf mit Gott und anderen Menschen.“ Jakob fragte den Fremden: „Wie ist dein Name?“ Doch der fremde Mann entgegnete: „Warum fragst du danach?“ Und dann segnete der Fremde ihn. Jakob nannte diesen Ort Penuel. Das heißt Gottes Angesicht. Und er  sagte: „Ich habe Gott gesehen und wurde gerettet.“ Strahlend ging die Sonne auf, als Jakob weiterging. Doch er hinkte wegen seiner Hüfte. Deshalb essen die Israeliten bis heute bei Tieren nicht das Fleisch über der Hüfte. Denn dies ist die Stelle, an der Gott Jakob schlug.

Kurz erklärt

Liebe Kinder,

ist das nicht eigenartig? Da taucht plötzlich ein Fremder in der Dunkelheit auf und kämpft mit Jakob...

Eine Kämpfernatur

Jakob ist eine richtige Kämpfernatur. Immer wieder hat er auf seine Kraft und auf seine Schlauheit vertraut. Durch einen üblen Trick erkauft er sich das Erstgeburtsrecht und den Segen seines Vaters. Er nutzt die Schwäche seines Bruders Esau schamlos aus und ist nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Jakob kämpft um seine beiden Frauen und ist bereit, dafür lange Jahre harter Arbeit auf sich zu nehmen. Und dann stellt er sich gegen seinen Schwiegervater Laban und zieht mit seiner Familie und seinem ganzen Hab und Gut nach Kanaan zurück – in der Hoffnung, dass sein Bruder Esau ihm verzeiht.

Jakob klammert sich an Gott fest

Und dann läuft wieder alles auf einen Kampf hinaus. Jakob hat das gespürt, denn er wollte allein sein und betete zu Gott. Gott erkennt, dass Jakob mit sich selber ringt und Antworten auf Fragen sucht: „Was habe ich bisher aus meinem Leben gemacht? Was erwarte ich in Zukunft von mir und anderen? Welchen Weg muss ich gehen, um von Gott gesegnet zu werden?“ Doch erst nach Stunden und erst, als er durch eine Verletzung aufgeben muss, erkennt Jakob Gott und klammert sich an ihm fest.

Eine neue Chance

Gott sieht die Veränderung in Jakobs Innerem und gibt ihm nicht nur seinen Segen, sondern sogar einen neuen Namen. Ihr müsst wissen: Die Bedeutung von Jakob ist eigentlich „Betrüger“. Jakob bekommt als Israel – einer, der kämpft und standhält -, eine neue Chance. Er legt mit seinem Namen auch seine Rolle als Betrüger ab. Jakob bekommt eine neue Chance. Er ist ein neuer Mensch geworden und kann sich nun wirklich mit seinem Bruder Esau versöhnen.

Von Margret Nußbaum

zum Anfang zum Anfang
Das Internetportal der Katholischen Kirche in Deutschland
© Katholisch.de 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Katholisch.de-Redaktion