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Kirche für Kids  Seite drucken

Was gehört Gott?

Gott legt kein Wert auf Geld, also was können wir ihm schenken?

  Laura und Lukas hören im Religionsunterricht eine Geschichte von Jesus und den Pharisäern. Sie steht im 22. Kapitel des Matthäus-Evangeliums (Verse 15-21). Die Pharisäer wollten Jesus mit Hilfe einiger ihrer treuen Anhänger eine Falle stellen. Diese sollten ihn fragen, ob es seiner Meinung nach erlaubt sei, dem Kaiser Steuer zu zahlen.

Jesus erkannte ihre böse Absicht und sagte: „Ihr Heuchler! Warum stellt ihr mir eine Falle? Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt!“ Die Anhänger der Pharisäer hielten Jesus eine Münze hin, und er fragte: „Wessen Bild und Aufschrift ist das?“ Die Leute antworteten: „Des Kaisers.“ Darauf sagte Jesus zu ihnen: „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ Übrigens: Am Sonntag, 19. Oktober, liest der Priester in der heiligen Messe diese Geschichte aus dem Matthäus-Evangelium vor.

Ohne Steuer hätte der Staat kein Geld

Die Religionslehrerin spricht mit den Kindern über Steuern. Lukas erzählt: „Mein Papa hat mal geschimpft, als er in der Zeitung las, dass die Steuern erhöht werden sollen.“ Es melden sich noch andere Kinder zu Wort, deren Eltern sich auch schon mal über die lästigen Steuerabgaben beklagt haben. Da erklärt die Lehrerin: „Wenn niemand Steuern zahlen würde, hätte der Staat kein Geld für neue Straßen, für Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser. Die Polizei könnte uns nicht schützen, und es gäbe auch keine Feuerwehr und keine Krankenwagen. Wer sollte denn die teuren Lösch- und Rettungsfahrzeuge bezahlen?“

Ohne Schulen bittere Armut

Lukas grinst und meint: „Keine Schulen? Das wäre doch super!“ Die anderen Kinder lachen und klatschen begeistert Beifall. „Das hättet ihr bestimmt manchmal gern!“, lacht die Lehrerin. „Aber ohne Schulen gäbe es keine Berufsausbildung. Ihr würdet später keine Arbeit finden und könntet euer Essen und eure Kleidung nicht bezahlen. Die Armen in unserem Land würden immer noch ärmer.

Denn es gäbe dann ja auch keine Stadtverwaltungen und Sozialämter mehr, die sie unterstützen. In kurzer Zeit würden bei uns Chaos und bittere Armut herrschen. Lukas überlegt und meint dann: „Stimmt. Also sind Steuern doch sinnvoll. Die Leute, die schimpfen und nörgeln, denken bestimmt nicht darüber nach, was ohne Steuern alles passieren würde.“

„Ja“, sagt die Lehrerin. „Manche vergessen über all ihrer Nörgelei, wie gut es ihnen eigentlich geht. Die Steuern, die eure Eltern Monat für Monat zahlen, erfüllen also einen guten Zweck. Das hat auch Jesus den Pharisäern zu verstehen gegeben, als er sagte: ‚Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört.’ Aber Jesus sagte noch etwas anderes, nämlich: ‚Gebt Gott, was Gott gehört.’ Wir können Gott keine Steuern zahlen. Geld interessiert ihn nicht. Er legt Wert auf ganz andere Dinge. Worauf? Darüber sollt ihr nachdenken und bis zur nächsten Religionsstunde aufschreiben, was ihr Gott geben könntet.“

Worauf legt Gott Wert?

Am Nachmittag treffen sich Laura und Lukas. Sie wollen ihre Hausaufgaben für Religion zusammen machen. Hier sind ihre Texte zum Thema „Was könnten wir Gott geben?“

Felix: Gute Laune

Wenn jemand schlechte Laune hat, wirkt das wie eine ansteckende Krankheit. Neulich war meine Mama sauer und hat mit mir geschimpft. Ich habe mich über sie geärgert und meine Wut an Laura ausgelassen. Und die hat ihrer Mama patzige Antworten gegeben. Hinterher waren vier Leute sauer und wussten noch nicht einmal, warum.

Abends haben meine Mama und ich darüber geredet. Und am nächsten Tag sprach ich mit Laura und ihrer Mutter. Wir vier haben uns nun vorgenommen, Gott unsere gute Laune zu geben – wenigstens für einen Tag. Und wenn wir es schaffen, auch noch für den nächsten und übernächsten Tag. Wenn einer durchhält, klappt es bestimmt auch bei den anderen. Denn gute Laune steckt an – schlechte leider auch.

Laura: Mitgefühl und Hilfsbereitschaft

Es ist schlimm, von anderen ausgelacht zu werden. Noch schlimmer ist es, wenn dann niemand zu einem hält. Ein Beispiel: Eva ist dick und ziemlich ungelenkig. Als sie im Sportunterricht eine Rolle vorwärts machen sollte, schaffte sie es nicht. Sie rollte auf die Seite und blieb liegen. Da haben Hannah, Marie und ich laut gelacht. Und dann lachten plötzlich alle anderen und machte ihre Witze.

Eva lief zur Umkleidekabine. Sie tat mir plötzlich Leid, und ich ging ihr hinterher. Sie weinte bitterlich. Da habe ich meine Arme um sie gelegt und sie getröstet. Ich habe mich entschuldigt und ihr versprochen, dass ich sie nie wieder auslachen würde. Am Nachmittag hatten Hannah, Marie und ich uns mit Eva verabredet.

Bei ihr zu Hause übten wir auf einer Matratze die Rolle vorwärts – immer und immer wieder, bis Eva es schaffte. Gestern hatten wir wieder Sport. Und Eva gelang zum ersten Mal die Rolle vorwärts. Hannah, Marie und ich klatschten Beifall. Da klatschten auch alle anderen und riefen: „Super, Eva! Ganz große Klasse!“ Ich glaube, dass Gott sehr viel Wert auf unser Mitgefühl und unsere Hilfsbereitschaft legt.

Von Margret Nußbaum
Bild: Susanne Mix

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