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Im Hühnerpark

Hühner sitzen auf dem Boden
© Regina Kaute/PIXELIO

Laura und Lukas erfahren Interessantes über Federvieh

Der Heilige Franz von Assisi, dessen Namenstag wir am 4. Oktober feiern, hat Tiere als Geschöpfe Gottes geliebt. Seine Geschichte findet ihr bei den Themen in dieser Rubrik. Weil Franz die Tiere sehr am Herzen lagen, feiern wir an seinem Gedenktag immer den Welttiertag.

Das Küken pickt das Ei auf

Zum Glück achten heute immer mehr Menschen darauf, dass es den Tieren gut geht. Zum Beispiel auf Bauernhöfen. Laura und Lukas haben die Herbstferien genutzt und einen ganzen Tag auf Onkel Pauls Bauernhof verbracht. Besonders interessant fanden sie den Hühnerpark. Die Kinder sammeln die Eier auf, die die Hühner gelegt haben. Zwei Glucken sitzen auf ihren Eiern und brüten sie aus. Onkel Paul erklärt seiner Nichte Laura und ihrem Freund: „In der Brutzeit heißt das Huhn Glucke. Die Glucke setzt sich auf die Eier und hält sie feucht und warm. Nach drei Wochen pickt das Küken mit seinem Eizahn das Ei rundherum auf. Das ist für ein so kleines Küken viel Arbeit. Denn es dauert drei bis vier Stunden.“

Haben Küken Zähne?

„Was ist denn ein Eizahn?“, möchte Lukas wissen. Onkel Paul lacht: „Es ist nicht etwa ein richtiger Zahn wie bei uns Menschen, sondern ein kleiner Haken am Schnabel, den jedes Küken hat.“ „Behält das Küken seinen Eizahn?“ fragt Laura. „Nein“, erklärt Onkel Paul, „nach dem Schlüpfen verliert es ihn wieder. Die Küken bleiben erst mal unter der Glucke sitzen. Denn sie sind noch ganz nass. Mutter Huhn zeigt ihren Kindern dann, wie sie Futter finden können.

Sie lockt die Küken zur Futterstelle und zeigt mit dem Schnabel auf die besten Leckerbissen – Körner, Schnecken oder Würmer.“ Laura meint: „Ich habe schon einmal frisch geschlüpfte Küken gesehen, als ich in den Sommerferien bei dir war, Onkel Paul. Sie sahen alle gleich aus. Verwechseln sie Hühnermütter dann nicht öfter mal ihre Kinder?“ „Nein, denn jedes Huhn erkennt seine Küken an der Stimme“, sagt Onkel Paul. „Dadurch kann es seine eigenen Küken sehr gut von fremden unterscheiden.“ Lukas fragt: „Wie lange dauert es, bis aus dem Küken ein Huhn oder ein Hahn geworden ist?“ „Ein halbes Jahr“, antwortet Onkel Paul.

Der Hahn gibt das Kommando an

„Warum kräht der Hahn eigentlich so laut?“, möchte Lukas weiter wissen. „Er gibt das Kommando im Hühnerpark an“, erzählt Onkel Paul. „Sehr früh am Morgen weckt er seine Hühner mit lautem Krähen. Unter den Hühnern gibt es eine Hackordnung. Sie kämpfen um ihren Platz in der Gruppe. Dabei treten sie mit ihren Füßen nach den anderen Hühnern und stoßen sie mit ihren Schnäbeln fort. Man nennt das Hacken.

Das stärkste Huhn hackt alle anderen weg. Das zweit stärkste verscheucht die anderen. Das geht immer so weiter – bis zum schwächsten Huhn.“ „Wie gemein!“, schimpft Laura. „Bei uns auf dem Spielplatz ist es oft auch so, dass alle auf Svens Kommando hören.“ Da lacht Onkel Paul und meint: „Dann habt ihr auf dem Spielplatz eben auch eine ganz bestimmte Hackordnung.“

Eier von glücklichen Hühnern

Die Hühner auf Onkel Pauls Bauernhof fühlen sich richtig wohl. Denn sie dürfen tagsüber auf der Wiese herumlaufen, gehen abends von ganz allein in ihren Hühnerpark und schlafen auf Stangen, die er extra für sie angebracht hat. Leider geht es nicht allen Hühnern so gut wie denen von Onkel Paul. Manche leben in zu engen Käfigen. Ob eure Frühstückseier von glücklichen Hühnern stammen, erkennt ihr an der ersten Ziffer des roten Aufdrucks, den mittlerweile jedes Ei tragen muss.

Die 0 steht für „Bio-Ei“. Die Hühner, die diese Eier legen dürfen wie bei Onkel Paul frei auf der Wiese herumlaufen. Zum Schlafen haben sie einen Stall, und sie bekommen gutes Futter. Es sind Hühner von einem Biobauernhof. Auch Hühner, deren Eier mit einer 1 bedruckt sind, laufen frei herum und fühlen sich wohl. Ihre Eier heißen Freilandeier. Eier mit der Nummer 2 stammen von Hühnern, die zwar genug Platz im Käfig haben, aber nicht frei herumlaufen dürfen. Das nennt man Bodenhaltung. Eier mit der Zahl 3 gibt es zum Glück kaum noch. Sie stammen von Hühnern, die in viel zu engen Käfigen leben.

Von Margret Nußbaum

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