Augustinus: "Bekenntnisse - Confessiones"

Bekenntnisse des einflussreichsten Theologen der Spätantike
Von Aurelius Augustinus wissen wir, dass er zwischen 354 und 430 lebte und aus der nordafrikanischen Kleinstadt Thagaste, dem heutigen Souk-Ahras, stammt. Die damalige Gesellschaft stand im Umbruch von Antike zum frühen Mittelalter. Das Christentum hatte sich als staatstragende Religion etabliert. In dieser Zeit bedeutete die persönliche Abrechnung mit dem eigenen, sich verändernden Verhältnis zu Gott eine erkenntnistheoretische Höchstleistung.Sie reflektiert einerseits den Weg zur Vollendung im Streben zur Einheit mit Gott ("Inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te, Domine"), zum anderen ist sie eine persönliche Lebenssicht, vielleicht am ehesten mit dem heutigen Genre der Autobiographie zu vergleichen. Der doppelte Charakter dieser Schreibunternehmung ist Augustinus bereits selbst klar geworden. Der Titel "Confession" meint einerseits "Schuldbekenntnis", andererseits auch "Glaubensbekenntnis".
Der heutige Leser ist deshalb schnell geneigt, sich der unhistorischen Sichtweise des Verfassers anzuschließen und das Werk entweder als Biografie oder als philosophisches Werk zu rezipieren. In den ersten Büchern der "Confessione" stehen persönlich rückblickende Betrachtungen bis zum Jahr 387 im Vordergrund. Anschließend beschäftigt sich Augustinus mit dem Seelenleben, als Ort der Entscheidung zwischen Gut und Böse, mit dem Gedächtnis als Basis für Entwicklung und Erkenntnis.
Die 2008 im engagierten Matrix-Verlag herausgekommene Neuauflage des Buches sticht durch die sorgfältige Edition hervor und ist für den privaten und den Studiengebrauch sehr zu empfehlen.
Aurelius Augustinus: "Bekenntnisse - Confessiones", 416 S., gebunden mit Schutzumschlag, ISBN: 978-3-86539-178-0











