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So bleibt die Partnerschaft lebendig

Elisabeth Scheule-Munzig
© Margret Nußbaum
Eheberaterin Elisabeth Scheule-Munzig

Wie eine Beziehung gerettet werden kann verrät Lebensberaterin Scheule-Munzig

Stress im Beruf, Unzufriedenheit, das Gefühl, bei der Kindererziehung außen vor zu sein: Bevor eine Beziehung zerbricht, schleichen sich oft unbemerkt negative Gefühle ein. Wie ein Paar eine bröckelnde Beziehung retten kann, erklärt Elisabeth Scheule-Munzig, Beraterin in der katholischen Ehe- und Lebensberatung in Ulm im Interview mit katholisch.de.

katholisch.de: Frau Scheule-Munzig, ist es nicht schon zu spät, wenn jemand entschlossen ist, sich zu trennen?

Scheule-Munzig: Zum Glück nicht immer. Schon in den ersten Stunden der Beratung stellt sich oft heraus, dass über eine lange Zeit nicht genügend in die Beziehung investiert wurde. Auf neutralem Boden und durch die Moderation der Beraterin oder des Beraters gelingt es, miteinander ins Gespräch  zu kommen. Zuweilen brechen die auf Eis gelegten Gefühle plötzlich wieder auf. Und beiden Partnern wird klar, dass sie immer noch Gefühle füreinander haben.

Ich ermuntere die Paare dazu, einmal aufzuzählen, was sie verbindet. Und da kommt oft erstaunlich viel Positives heraus – Kinder, Familie, Freunde, Haus, gemeinsame Urlaube, Wandern usw. Oft sind die beiden erstaunt, dass sie noch soviel Gutes verbindet. Es ist wichtig, zuerst den Blick wieder auf die guten Seiten der Beziehung zu lenken und sich dann zu fragen: Warum gehen wir so wenig gut mit uns um?

katholisch.de: Was können Paare tun, um sich eine positive Einstellung zueinander zu bewahren?

Scheule-Munzig: Sie sollten vor allem wachsam sein. Viele leben zu lange von der Substanz, ohne die Batterien wieder aufzufüllen. Immer mehr Frauen und Männer sind heute im Beruf sehr gefordert. Hinzu kommen Kindererziehung und Haushaltspflichten. Da besteht die Gefahr, dass man nur noch funktioniert und sich als Paar aus den Augen verliert. Und dann dreht sich die Spirale langsam, aber sicher abwärts. Stress ist heute ein häufiger Trennungsgrund. Wichtig ist vor allem, sich wirklich Zeit miteinander zu gönnen: eine gemeinsame Tasse Tee am Abend, die Schachpartie, der Kinoabend mit den Freunden, hin und wieder ein Wochenende zu zweit. 

katholisch.de: Was trägt dazu bei, dass die Partnerschaft lebendig bleibt?

Scheule-Munzig: Gegenseitige Wertschätzung und eine gute Kommunikation sind wichtig: sich über alles austauschen, nichts unter den Teppich kehren, immer ein gemeinsames Thema haben. Jeder sollte den anderen ausreden lassen, offen für seine Argumente und kompromissbereit sein. Wichtig ist, dass Wünsche konkret formuliert werden, damit die Botschaft beim anderen ankommt.

Ein Beispiel: "Immer bleibt alles an mir hängen!" Diese Aussage klingt vorwurfsvoll und ist wenig konstruktiv. Richtig wäre: "Ich bin zurzeit beruflich sehr angespannt und wünsche mir mehr Hilfe von dir im Haushalt." Für eine gelingende Kommunikation ist auch die Umgebung wichtig, in der das Gespräch stattfindet. Nur wer ganz bei der Sache ist, kann richtig zuhören. Ein Gespräch sollte also nicht zwischen Tür und Angel stattfinden. Ganz wichtig sind Dankbarkeit und Anerkennung. Ein Kompliment, ein Dankeschön, eine Umarmung für einen Extradienst, die Aussage: "Mit dir ist das Leben einfach schön!"

Das Interview führte Margret Nußbaum
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