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Jakob und Esau versöhnen sich

Bushido umarmt Bruder Amrouche
© SDB

Die beiden Brüder konnten ihr Glück nicht fassen

Jakob war zuversichtlich. Gott hatte versprochen, bei ihm zu sein, wenn er zu seinem Bruder Esau geht und sich mit ihm versöhnt. Doch etwas mulmig war Jakob doch zumute. Er wusste ja nicht, wie sein Bruder auf ihn reagieren würde. Immerhin hatte er ihn um sein Erstgeburtsrecht betrogen. Jakob überlegte, wie er Esau gnädig stimmen konnte.

Ein großzügiges Geschenk

Zuerst schickte er ihm eine Botschaft. Denn Esau sollte wissen, dass sein Bruder zu ihm unterwegs ist. Jakob vermutete, dass Esau ihm entgegenkommen würde. Dann suchte er aus seinen Herden die besten Schafe, Ziegen, Esel und Kamele aus, teilte sie in kleine Herden und wählte für jede Herde einen Hirten aus. Jakob sagte zu ihnen: „Geht schon mal voraus. Und haltet zwischen den Herden Abstand. Mein Bruder wird euch entgegenkommen und fragen, wem die Tiere gehören. Antwortet ihm, dass sie seinem Bruder Jakob gehören und dass sie ein Geschenk für ihn sind.“

Jakob geht alleine

Doch dann erzählten ihm die Botschafter, die er zu Esau geschickt hatte, dass sein Bruder ihm mit 400 Männern entgegenkommen würde. Jakob war verzweifelt. Er glaubte, dass sein Esau ihn angreifen und töten würde. Jakob wollte nun alles tun, um seine Familie zu schützen. Sie sollten ganz am Ende des langen Zuges gehen. Jakob nahm seinen ganzen Mut zusammen und lief alleine los.

Jakob kann sein Glück nicht fassen

Als er Esau sah, kniete Jakob nieder. Doch Esau lief auf seinen Bruder zu. Er umarmte und küsste ihn. Die beiden Brüder konnten ihr Glück nicht fassen. Sie weinten vor Erleichterung und Freude. Esau wunderte sich über die vielen Tiere, die ihm entgegen gekommen waren. „Das sind meine Herden“, erklärte Jakob. „Gott hat mich in der Fremde reich gesegnet. Und daran sollst du einen Anteil haben. Deshalb möchte ich dir die Tiere schenken.“ Doch Esau lehnte ab und meinte: „Behalte deine Tiere, Jakob! Ich habe doch selbst genug.“ Doch Jakob bestand darauf, dass Esau sein Geschenk annimmt. Esau willigte schließlich ein und schlug vor: „Nun lass uns gemeinsam weiterziehen. Wir wollen doch wieder zusammen wohnen. Ich begleite dich und deine Familie.“

Die Brüder gehen getrennte Wege

Doch Jakob antwortete: „Wir sind nicht so schnell wie du und eine Männer. Sieh nur, die Kinder sind noch klein. Und in meinen Herden sind viele Jungtiere. Zieh du nur alleine los.“ Esau wollte seinem Bruder einige seiner Männer zum Schutz mitgeben. Doch Jakob lehnte ab: „Danke, lieber Bruder. Das ist nicht nötig. Ich bin doch so froh, dass du mir nicht mehr böse bist.“ Dann zog Esau los und machte sich auf den Weg in den Süden des Landes. Jakob und seine Familie aber blieben im Norden und wurden dort sesshaft.

Von Margret Nußbaum
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