Katholiken feierten Allerheiligen und Allerseelen

Papst warnt vor Aberglauben und falschen Mythen über den Tod
Bonn - Katholiken in aller Welt haben am Wochenende das Fest Allerheiligen gefeiert und am Allerseelentag der Toten gedacht. Auch Millionen Deutsche besuchten die Friedhöfe, wo Gräber gesegnet und Kerzen angezündet wurden, die die Hoffnung auf eine Auferstehung der Toten symbolisieren. Seit dem achten Jahrhundert wird Allerheiligen von der katholischen Kirche als Feiertag begangen. Der Allerseelentag wurde 200 Jahre später von den Mönchen des französischen Klosters Cluny eingeführt.Papst Benedikt XVI. rief zum Fest Allerheiligen am Samstag alle Christen zum Bemühen um persönliche Heiligkeit auf. Die Seligen und Heiligen seien durch ihr Leben und ihren Glauben zu Vorbildern geworden, sagte er vor mehreren Zehntausend Menschen auf dem Petersplatz. Die Hoffnung auf künftige Seligkeit sollte den Christen helfen, ihre alltäglichen Schwierigkeiten, Ängste und Unsicherheiten zu überwinden.
Zu Allerseelen warnte der Papst am Sonntag vor Aberglauben und falschen Mythen von Tod und ewigem Leben. Die Hoffnung auf Auferstehung und ewiges Leben müsse das menschliche Leben prägen und verwandeln. Am Abend betete Benedikt XVI. in den Grotten des Petersdoms für die Verstorbenen. Der Papst sprach ein privates Gebet im Gedenken an die dort beigesetzten Päpste und an alle Verstorbenen.
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner verwies in seiner Predigt zu Allerseelen auf die Bedeutung von Friedhöfen und Gräbern für die Deutung des menschlichen Lebens. «Nirgendwo habe ich die Botschaft vom ewigen Leben so intensiv empfunden wie auf unserem Friedhof», sagte er am Sonntag im Kölner Dom. «Wer im Schatten eines solchen Friedhofs aufgewachsen ist, der weiß um die Wucht der Predigt, die stumme Gräber halten können.»
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick forderte mehr Nachdenklichkeit und Tiefgang in der Gesellschaft. «Andernfalls nimmt die Entwertung der Werte und das Loslösen von den guten Traditionen, die uns tragen und halten, weiter zu.» Als negatives Beispiel nannte er Halloween. Solche Partys der Spaßgesellschaft würden organisiert, um «sich nicht mit Vergehen und Sterben konfrontieren zu müssen».
Regensburgs Bischof Gerhard Ludwig Müller sagte, dass klare Ziel der Menschen müsse die Heimat bei Gott in der Gemeinschaft der Heiligen sein. In Augsburg beklagte Bischof Walter Mixa eine wachsende materielle und geistige Armut in der Gesellschaft. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass auch heute noch Menschen wegen ihres Glaubens verfolgt würden, etwa die chaldäischen Christen im Irak.
