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Eltern sollten den Fragen ihrer Kinder nicht ausweichen

Buchcover von 'Warum müssen wir sterben?'
© Herder Verlag
Schon Vorschulkinder verstehen Erklärungen wie: Wenn ein Mensch stirbt, hört das Herz auf zu schlagen.

Kinder brauchen ehrliche Antworten, da sie die Realität schon sehr gut erfassen

Köln - Schon Kinder können in eine schwere Gotteskrise geraten, wenn ein naher Angehöriger stirbt. Es ist schmerzlich zu erfahren, dass Gott den Tod nicht verhindert. Kinder brauchen dann Eltern, die sie durch diese Krise begleiten, damit Hoffnung über den Tod hinaus entsteht.

Mach die Oma gesund, lieber Gott!

Die kleine Marie betet: "Bitte, lieber Gott, mach meine Oma wieder gesund! Ich möchte so gern im Advent mit ihr Plätzchen backen." Eine Woche später stirbt die Großmutter. Marie ist bitter enttäuscht. Sie weint und ist wütend auf Gott. Wie kann er so gemein sein und die Oma einfach sterben lassen?! Warum hat er Maries Gebet nicht erhört?! "Ein Kind braucht in diesem Moment Mutter oder Vater, die ihm erklären: Alles auf unserer Erde stirbt einmal – Pflanzen, Tiere und Menschen", sagt Albert Biesinger, Professor für Religionspädagogik an der Universität Tübingen.

"Aber wir kommen in diese Welt, weil Gott es so wollte und weil er jeden einzelnen von uns liebt. Und er möchte sich nicht von uns trennen – auch nicht nach unserem Tod. Gott hat uns so erschaffen, dass wir durch den Tod hindurchgehen müssen, um dann für immer bei ihm zu leben. Durch den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus hat Gott uns gezeigt, dass dies möglich ist. Für Kinder ist es wichtig, immer beieinander bleiben zu dürfen. Wenn man ihnen sagt, dass sie die verstorbene Oma im Himmel wieder sehen und ihr begegnen, ist das für sie der eigentliche Trost. Kinder haben eine erstaunliche Vorstellungskraft und bleiben mit den verstorbenen Angehörigen oft unbeschwerter verbunden als die Erwachsenen."

Kinder brauchen Antworten

Wichtig: Eltern sollten den Fragen ihrer Kinder nicht ausweichen und immer nach gut verständlichen Antworten suchen, mit denen sie ihre eigene Hoffnung zum Ausdruck bringen. Dazu gehört, sich vorher mit eigenen Glaubensfragen und -zweifeln auseinander zu setzen – vielleicht mit Hilfe eines vertrauten Seelsorgers.

Schon Vorschulkinder verstehen Erklärungen wie: Wenn ein Mensch stirbt, hört das Herz auf zu schlagen. Der Verstorbene kann nicht mehr hören und sehen, nicht mehr fühlen und riechen. Er hat keinen Hunger und Durst mehr, kann sich nicht mehr bewegen, nicht mehr sprechen und denken. Der Körper des Toten liegt im Sarg. Aber er bleibt nicht so, wie er war. Er wird wieder zu Staub. Doch jeder Mensch hat auch eine Seele. Sie ist es, die uns fühlen und lieben lässt. Ohne sie könnten wir nicht fröhlich oder traurig sein. Diese Seele geht nach dem Tod des Körpers zu Gott.

Wenn die Oma im Himmel Plätzchen backt

Es ist ganz natürlich, dass Kinder wissen möchten, woran sie die Oma einmal im Himmel wieder erkennen werden. In diesen Zusammenhang passt die Geschichte über die Begegnung Jesu mit den Emmausjüngern. Sie erkannten ihn zuerst nicht, obwohl er sie ein Stück auf ihrem Weg begleitete. Erst als sie zusammen aßen und er das Brot brach, fiel es ihnen wie Schuppen von den Augen. Und die Jünger erkannten ihn.

Kein Wunder, wenn die kleine Marie philosophiert: "Vielleicht backt die Oma ja auch im Himmel Plätzchen. Und wenn ich sie später mal wieder sehe, hat sie vielleicht keine weißen Haare, sondern schwarze. Und sie sieht ganz anders aus. Aber wenn sie mir dann den Teigschaber zum Abschlecken gibt und mich lieb anschaut, dann weiß ich, dass ich meine Oma wieder gefunden habe."

Buchtipp: Albert Biesinger / Edeltraud und Ralf Gaus: Warum müssen wir sterben? Wenn Kinder mehr wissen wollen. 9,95 Euro, Herder Verlag

Von Margret Nußbaum
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